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12:26 06.11.2017
Zahlreiche Besucher bestaunen im Börsensaal die Ergebnisse der Wahl. Quelle: Felix König
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Lübeck

Die zehn Lübecker Stadtteile teilen sich klassisch auf: Weiher holt fünf Stadtteile und 35,2 Prozent. Sie ist die Kandidatin von CDU, BfL, FDP, Grünen und Linken. SPD-Kandidat Jan Lindenau holt ebenfalls fünf Stadtteile und kommt auf 29,5 Prozent. Die beiden Favoriten liegen entweder auf Platz eins  oder zwei – nur nicht in Travemünde und Kücknitz. Dort hat Detlev Stolzenberg (parteilos) den zweiten Rang erkämpft.

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Kurios: Kücknitz ist eine SPD-Hochburg, Travemünde geht traditionell an die  CDU. Damit sind die Stolzenberg-Wähler  schwer einem Lager zuzuordnen. Stolzenberg hat in seinem Wahlkampf vor allem auf Bürgerbeteiligung und den Dialog mit den Lübeckern gesetzt. Seine Wähler kann man am ehesten als akademische Freigeister umschreiben. Gehen sie am 19. November überhaupt zur Stichwahl – oder gesellen sie sich zu der größten Gruppe, den 60,8 Prozent der Nichtwähler?

Das wird auch an der Strategie der beiden Konkurrenten liegen – und daran, welche Themen sie von Stolzenberg in ihr Programm aufnehmen. Stolzenbergs Forderung: Mehr Kultur, mehr Radwege, mehr Sicherheit – und vor allem mehr Stadtteilbüros. Das wird eines der beherrschenden Themen des Wahlkampfes der nächsten zwei Wochen werden. Das hat sich bereits in den Interviews am Wahlabend gezeigt, als Weiher und Lindenau ihre Positionen zu den Stadtteilbüros dargelegt haben, ohne dass sie danach gefragt wurden.

Der LN-Liveticker vom Wahlabend zum Nachlesen

Beim Blick auf die Stadtteile wird klar: In den SPD-Hochburgen hat Lindenau die Nase vorn. Er holt Moisling, Buntekuh und Kücknitz. Auch in St. Lorenz Süd ist er der klare Sieger. In  St. Lorenz Nord hingegen ist ihm Kathrin Weiher dicht auf den Fersen –  der Unterschied beträgt lediglich 1,2 Punkte. Lindenau holt in St. Lorenz Nord 31,7 Prozent – und Weiher 30,6 Prozent. Da kann es eng werden.

Wer folgt auf Bürgermeister Bernd Saxe (SPD)? Kathrin Weiher (parteilos) und Jan Lindenau (SPD) liefern sich bereits in der ersten Runde ein Kopf-an-Kopfrennen und kommen in die Stichwahl. Der Wahlabend in Bildern.

In den CDU-Stadtteilen hat indes Weiher die Nase vorn: Ganz klar gewinnt sie in Travemünde und St. Jürgen. In St. Gertrud indes sitzt ihr Lindenau im Nacken. Da liegt sie nur zwei 2,2 Punkte vor dem Konkurrenten. Weiher holt dort 34,4 Prozent, Lindenau 32,2 Prozent. Da wird es ebenfalls spannend bei der Stichwahl. 

Weiher als parteilose Kandidatin wird auch von den Grünen unterstützt. Das hat ihr die Stimmen der Innenstadt beschert – stets ein Stadtteil, in dem die Öko-Partei stark ist. Außerdem hat Weiher in Schlutup gepunktet. Das ist  ein Stadtteil, den sich CDU und SPD häufig  teilen – und je nach Wahl liegt mal die SPD sein paar Punkte vorne, mal die CDU. Jetzt ist Weiher die Gewinnerin. Im Gegensatz zum sonstigen Schlutup-Trend  sehr deutlich mit 6,6 Punkten: Weiher holt 35,1 Prozent, Lindenau 28,5 Prozent.   

Und was raten die Kandidaten ihren Wählern? Stolzenberg selbst gibt keine Wahlempfehlung ab, das würden seine Wähler wohl auch nicht schätzen. Die  Unterstützer von Thomas Misch (Freie Wähler) tendieren eher zur SPD, Misch hat 7,5 Prozent geholt. Joachim Heising (parteilos) rät seinen Wähler klar, Weiher zu wählen. Heising ist auf 2,7 Prozent gekommen. Und Ali Alam von der Satire-Gruppe „Die Partei“? Er ist auf  4,9 Prozent gekommen – und rät seinen Wählern „auf ihr Herz zu hören“. 

Josephine von Zastrow

Sehen Sie hier, wie sich die Kandidaten im Video selbst vorstellen: 

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