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Lübeck Wer vermisst Prothese, Fahrräder und ein Boot?
Lokales Lübeck Wer vermisst Prothese, Fahrräder und ein Boot?
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21:17 25.02.2016
Peter Wangerin (54) zeigt eine Zahnprothese, die abgegeben wurde — und bisher niemand vermisst. Quelle: Cosima Künzel

Man könnte annehmen, ein Leben ohne Handy ist für die meisten Menschen nicht mehr denkbar. Dem widerspricht, dass im Fundbüro Lübeck rund 200 Mobiltelefone lagern, die niemand abholt. Alles Fundstücke aus einem halben Jahr. Aber auch ein Fischereiboot, eine Zahnprothese und ein Feuerlöscher warten auf Besitzer.

„Ich staune schon manchmal, was die Leute verlieren und nicht vermissen“, sagt Peter Wangerin vor den Regalen mit Handys, Notebooks und Kleidung. Während Jacken, Mützen, Fahrräder und diverse Dinge mehr versteigert werden, dürfen Handys aus Datenschutzgründen nicht unter den Hammer. „Wir versuchen, über Seriennummer und Sim-Karte die Betreiber zu informieren, aber das geht nicht bei Prepaid-Geräten“, erklärt der Verwaltungsfachangestellter, der „eigentlich nie“ etwas verliert.

Der ungewöhnlichste Fund der vergangenen Monate ist ein Fischereiboot, das ein Mann Anfang Dezember in Travemünde entdeckt hat. Das Boot hatte im Bereich eines Stegs im Wasser gelegen, wo der Finder selbst seine eigenen Boote lagert. „Aber dieses Boot gehörte dort nicht hin und wurde so zu einer Fundsache“, sagt Wangerin und beziffert den Wert im unteren vierstelligen Bereich. Der Finder hat das Wasserfahrzeug gemeldet, vorerst in Verwahrung genommen und lagert es nun in Barsbüttel (Kreis Stormarn), in der Nähe seines Wohnortes.

Laut Wangerin beträgt die Aufbewahrungsfrist ein halbes Jahr. Danach darf der Finder das Boot benutzen, muss es aber innerhalb der folgenden drei Jahre noch zurückgeben, falls sich der Besitzer meldet. „Erst nach drei Jahren und sechs Monaten ist der Finder Eigentümer des Bootes, wenn sich der Vorbesitzer nicht gemeldet hat.“ Anders ist es, wenn die Fundsache bei der Behörde liegt und kein Eigentumserwerb vom Finder angemeldet wurde. „Dann wird das Objekt auch ein halbes Jahr verwahrt, aber danach versteigert — wenn es keiner abgeholt hat und keine Fundrechte darauf bestehen.“ Der Vorbesitzer kann aber noch drei Jahre lang sein Recht auf den Versteigerungserlös geltend machen, so Wangerin.

Auf jeden Fall nicht versteigert wird die Zahnprothese, die eine Passantin am 11. Januar nahe der Charlottenstraße gefunden hat. „Die Prothese wird ein halbes Jahr aufbewahrt und danach entsorgt.“

Rätsel gibt auch ein Feuerlöscher auf, den die Polizei am 26. Januar in St. Gertrud gefunden hat. „Er wird ein halbes Jahr aufbewahrt und — wenn ihn niemand abholt — versteigert“, sagt Wangerin und weist darauf hin, dass das Gerät den Schriftzug „Musikraum“ trägt. Bei den Versteigerungen bestimmt der Auktionator den Eingangserlös, der Meistbietende bekommt den Zuschlag.

Die nächsten Auktionen

2 Versteigerungen plant die Stadt im April. Eine Fahrradversteigerung findet zunächst am 19. April auf dem Koberg statt. Beginn ist um 14 Uhr, Besichtigung ab 12 Uhr. Die nächste Versteigerung weiterer Fundsachen ist am 20. April im Gemeinschaftshaus Karlshof, Hofweg 11a. Beginn ist um 14 Uhr, Besichtigung ab 12 Uhr.

Wer etwas verloren hat, kann sich im Fundbüro des Bereichs Meldestelle, in der Dr.-Julius-Leber-Straße 46-48, melden. Das zuständige Büro befindet sich in Zimmer 109. Gegenstände, die in Stadtverkehr-Bussen verloren wurden, werden allerdings im Fundbüro des Stadtverkehrs Lübeck, im Service-Center am Zob, gesammelt.

Cosima Künzel
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