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Lübeck Wer will Pate für ein Stück MuK werden?
Lokales Lübeck Wer will Pate für ein Stück MuK werden?
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17:57 13.10.2016
Suchen Stuhlpaten für die Konzertplätze: Rüdiger Peters (v. l.), Walter Trautsch (MOF), Ilona Jarabek und Jörg Linowitzki. Quelle: Fotos: Maxwitat (2), Malzahn
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Mittlerweile sind sie 22 Jahre alt und haben schon einiges ertragen – die Stühle aus dem Konzertsaal der Musik- und Kongresshalle (MuK). Die Möbelstücke aus Birnbaumholz suchen Paten. 400 Euro kostet die Stuhlpatenschaft und verleiht den Sitzen, an denen die Tausenden Konzerte nicht spurlos vorbeigegangen sind, einen neuen Look. Und man hofft auf rege Beteiligung der Lübecker und Gewerbebetriebe, um ein Stück Kultur aufzuhübschen.

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Musik- und Orchesterfreunde wollen Stühle mit Spenden sanieren – Neupolsterung kostet 400 Euro.

Jeder kann mitmachen

400 Euro beträgt der Spendenbeitrag für eine Stuhlpatenschaft und kann unter Telefon 04 51/ 583180 angemeldet werden.

Der Stuhlpate bekommt eine Urkunde und wird auf Wunsch auf der Homepage der MuK namentlich genannt.

Im Internet gibt es unter www.muk.de/stuhlpaten weitere Informationen.

„Ich würde mich grämen, wenn der Konzertsaal wiedereröffnet wird und sicher und schön ist und man auf alten Stühlen sitzt“, sagt MuK-Chefin Ilona Jarabek. Während in der MuK die Sanierungsarbeiten in vollem Gange sind, stapeln sich die fast 2000 Sitzgelegenheiten unter der Bühne. „Das ist eine gute Möglichkeit sie endlich neu aufzuarbeiten“, so Jarabek. Denn grundsätzlich seien die Stühle noch in Schuss. „Es sind nicht irgendwelche Modelle von der Stange, sondern besondere Sitzplätze. „Sie haben eine bestimmte Neigung und Löcher in der Unterseite, für den Klang im Saal“, erklärt Jarabek.

„Diese Stühle gibt man nicht einfach zum Polsterer“, stimmt Jörg Linowitzki, stellvertretender Vorsitzender des Vereins der Musik- und Orchesterfreunde (MOF) zu. Mit der Aktion „Auf die Plätze.

fertig. MuK“ will der Verein nun genügend Stuhlpaten für die Birnbaumholz-Sitze finden.

Zu den drei Bürgerinitiativen, die heute der Verein der Musik- und Konzertfreunde Lübeck bilden, gehört auch der 1980 gegründete Verein Konzertsaal für Lübeck. „Deshalb liegt es in unserer Schlagkraft, Dinge wie die Sanierung der Stühle in Angriff zu nehmen“, erklärt Rüdiger Peters, Vorsitzender der MOF. Man habe sich dazu entschieden, die Substanz der alten Bestuhlung zu erhalten, da es weitaus günstiger sei, als neue Sonderanfertigungen zu kaufen. Einige abmontierte Stühle seien in ein Münchner Akustikbüro geschickt worden. „Dort wurde ein Gutachten erstellt und geklärt, wie saniert werden muss – und die Akustik wurde sogar noch verbessert“, so Jarabek. Die neue Aufpolsterung koste 400 Euro. „Ein neuer Stuhl mit den gleichen Anforderungen ungefähr 1000 Euro“, so Peters.

Deshalb sei der Betrag für die Patenschaft auch so festgesetzt worden. „Das Projekt ist ähnlich wie das der Elbphilharmonie, außer dass wir besser, schneller und günstiger sind“, sagt Linowitzki.

Innerhalb von sechs Wochen habe man das Projekt der Stuhlpatenschaft auf die Beine gestellt. „Und das war eine sportliche Leistung.“

Das Projekt kommt schon jetzt an. „Die erste Resonanz war überwältigend“, sagt Ilona Jarabek. Auch Botschafter waren schnell gefunden. „Lübeck hat viele schöne Plätze. Mit meiner Stuhlpatenschaft möchte ich dafür sorgen, dass einer der schönsten Plätze im Konzertsaal der MuK ist“, erklärt Max Schön, Vorstandsvorsitzender der Possehl-Stiftung. Und auch Ursula Wind-Olßon, umweltpolitische Sprecherin der CDU, hofft auf weitere Paten: „Es ist die MuK für alle – deswegen bin ich gerne Pate.“

 Tomma Petersen

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