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Lübeck Werft lässt die Sonne arbeiten
Lokales Lübeck Werft lässt die Sonne arbeiten
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20:31 22.10.2013
Beba-Geschäftsführer Andreas Höchst (r.) zeigt Heinrich Böbs die Photovoltaik-Module auf dem Dach. Quelle: hp

Andreas Höchst ist Heinrich Böbs aufs Dach gestiegen — mit Erlaubnis. Auf der Travemünder Traditionswerft sorgt jetzt eine Photovoltaik-Anlage für saubere Energie. Auf dem Dach der südlichen Bootshalle hat die Firma Beba Energie aus Reinfeld auf einer Fläche von 700 Quadratmetern 550 Photovoltaik-Module installiert, die jetzt die Hälfte des Strombedarfs auf der Böbs-Werft produzieren.

Der liegt nach Angaben von Heinrich Böbs derzeit bei rund 180 000 Kilowattstunden im Jahr. „Wir haben uns bei der Entscheidung vom grünen Gedanken leiten lassen. Die Idee, unseren Strom selber zu erzeugen, hat mich schon immer interessiert“, sagt der Werft-Chef. Steigende Energiekosten und ein wachsender Verbrauch hätten ihn dazu bewogen, diesen Schritt zu gehen.

Für den hanseatischen Kaufmann Heinrich Böbs geht die Rechnung auf. 150 000 Euro beträgt die Investitionssumme für die Photovoltaik-Anlage. „Selbst bei gleichbleibenden Strompreisen aus der Steckdose von derzeit etwa 19 Cent pro Kilowattstunde hat sich die Solaranlage in etwa acht Jahren amortisiert“, so Beba-Geschäftsführer Höchst.

Neben dem Eigenverbrauch kann der zu viel produzierte Strom in das öffentliche Netz eingespeist werden. Das wird aktuell mit zwölf Cent pro Kilowattstunde vergütet.

Zurück zum grünen Gedanken. „Die Anlage spart während einer Gesamtlaufzeit von 20 Jahren rund 895 Tonnen CO2 ein“, hat Andreas Höchst ausgerechnet. Der Standort für die Photovoltaik-Anlage sei optimal. Travemünde biete ausreichend Sonnenstunden und Wind, der für die Kühlung sorgt und so die Anlage effizienter arbeiten lasse.

Im nächsten Schritt ist die Errichtung eines eigenen Blockheizkraftwerks auf der Böbs-Werft geplant, um Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung zu erzeugen. „So sind wir am Ende in der Lage, komplett unseren eigenen Strom zu erzeugen und uns vom öffentlichen Netz unabhängig zu machen“, schaut Heinrich Böbs in die Zukunft.

Photovoltaik ist die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie mittels Solarzellen. Damit Solarstrom erzeugt werden kann, werden Module auf einer Dachfläche installiert. Diese „Glasplatten“ bestehen aus zwei Siliziumschichten. Der Halbleiter ist das zweithäufigste Element in der Erdschicht. Eine Schicht ist negativ, die andere positiv leitend. Wenn Licht auf die Module trifft, entsteht ein Spannungsunterschied. Wird der Stromkreis durch einen Verbraucher geschlossen, fließt Gleichstrom, der in einem Wechselrichter auf der Werft in die benötigte Wechselspannung umgewandelt wird.

Die Böbs-Werft wurde 1912 von Hans Herrmann August Böbs auf dem Priwall gegründet. 1931 begann der Umzug auf das heutige Werftgelände an der Siechenbucht. Die Böbs-Werft ist ein traditioneller Familienbetrieb. Nach Heinrich A. Böbs, steht heute Heinrich R. Böbs zusammen mit seiner Frau Andrea in dritter Generation an der Spitze des Betriebs, der im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern konnte.

„Jetzt können wir unseren eigenen Strom erzeugen.“
Heinrich R. Böbs

Heiko Pump

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