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Lübeck „Wie bei Muttern“? Bloß nicht!
Lokales Lübeck „Wie bei Muttern“? Bloß nicht!
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13:33 12.10.2017
Von Hanno Kabel
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Der überaus beliebte Mittagstisch, heißt es in der Werbung eines Lübecker Restaurants, sei abwechslungsreich und schmecke „wie bei Muttern“.

Na und?

Überall will man mich glauben machen, eine Erbsensuppe „wie bei Muttern“ oder einen Kuchen „wie aus Omas Backofen“ könne ich unbesehen essen und würde unfehlbar in Verzückung geraten. Aber mir fallen nicht wenige Mütter und Großmütter ein, die matschige Suppen kochen, in denen das originellste Gewürz gemahlener Pfeffer ist, und sandige Kekse backen, die so langweilig schmecken, dass ich mich beim Essen nur mit Mühe wach halten kann.

Schon als unsere Omas jung waren, wollte die Reklame ihnen einreden, das Essen ihrer Mütter oder Omas sei unvergleichlich köstlich gewesen. Dann wäre also das Essen seit 150 Jahren immer nur schlechter geworden? Das stimmt offensichtlich nicht. Für Deutschland nicht und für Norddeutschland schon gleich gar nicht. Aber wer könnte gegen Gefühle argumentieren? Wem der Geruch von gekochtem Hammelfett oder das Gefühl, in Weihnachtskekse aus Granit zu beißen, erinnerungsselige Tränen in die Augen treibt – der soll ruhig futtern wie bei Muttern.

Es mag übrigens vor Jahrzehnten einen vorübergehenden Qualitätsabfall gegeben haben, als die ersten Männer in Privathaushalten anfingen zu kochen. Inzwischen aber bekommen auch männliche Hobbyköche eine Minestrone hin, die Omas verkochtes Suppengrün weit hinter sich lässt. Wenn meine Kinder groß sind, wird es heißen: „Happa wie bei Papa“.

LN

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