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20:36 20.09.2016

Die Beteiligung war enorm: Mehr als 2200 Leserinnen und Leser haben seit Ende Juli bei der großen LN-Umfrage mitgemacht. Die Ergebnisse sind aufschlussreich:

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Die LN-Leser haben abgestimmt: 43 Prozent sind gegen eine autofreie Altstadt, 33 Prozent dafür. Einige Nutzer wollten die Umfrage manipulieren.

Eine wirklich autofreie Altstadt hat demnach in Lübeck keine Mehrheit. Gut jeder Dritte ist dafür, aber 43 Prozent sind dagegen. Knapp ein Viertel der Teilnehmer gibt an, gegen eine autofreie Altstadt zu sein, bevorzugt jedoch eine deutlich stärkere Verkehrsberuhigung. Im Umkehrschluss bedeutet das: 57 Prozent der Abstimmenden wollen weniger Autoverkehr auf der Altstadtinsel.

Klar ist das Votum beim Busverkehr: Die Frage „Sollen die Busse weiter direkt durch die Altstadt fahren?“ beantworten gut drei Viertel der Leser mit Ja. Für 24 Prozent wäre es ausreichend, wenn Busse an den Rändern der autofreien Zone halten. Interessant ist die Wahl der Verkehrsmittel, mit denen die Befragten in die City kommen. Die meisten gelangen mit dem Fahrrad in die Altstadt (42 Prozent), dann folgt das Auto (38) vor dem Bus (19).

Die meisten Teilnehmer der Umfrage wohnen und arbeiten nicht auf der Altstadtinsel. Drei Viertel gibt an, die Innenstadt zum Einkaufen zu nutzen. Bei der Frage, wo eine weitere Verkehrsberuhigung ansetzen könnte, wird differenziert geantwortet: 41 Prozent schlagen vor, den Verkehr in den Rippenstraßen (etwa Fleischhauerstraße) zu drosseln, gefolgt von der Königstraße (40), der Breiten Straße nördlich der Beckergrube (34), dem Koberg (31) und der Großen Burgstraße (27 Prozent). 42 Prozent geben an, dass sie in keiner der angegeben Straßen eine Verkehrsberuhigung wünschen. Trotz der großen Beteiligung handelt es sich bei der LN-Umfrage nicht um eine repräsentative Erhebung, sie kann also von den tatsächlichen Ansichten der Bevölkerung abweichen.

Die Umfrage ist so eingerichtet gewesen, dass jeder Teilnehmer eigentlich nur einmal antworten kann. Das Unternehmen Madsack Market Solutions (MaMaSo), das im Auftrag der LN die Befragung vornimmt, hat allerdings vor allem in den letzten Wochen erhebliche Unregelmäßigkeiten festgestellt.

„Da sind im Minutentakt identische Antworten offenbar vom selben Rechner eingegeben worden“, sagt Uwe Vocks, Kampagnenmanager bei MaMaSo. Überall dort, wo ohne zeitlichen Abstand auffällig viele gleiche Antwortmuster eingegeben wurden, „haben wir diese Ergebnisse aus der Wertung genommen, da es sich offensichtlich um einen Manipulationsversuch handelt“. Durch diese Mehrfachnutzung sei es zu erklären, dass Teilnehmer der Umfrage zwischenzeitlich einen anderen Zwischenstand auf ihrem Rechner angezeigt bekommen haben als die nunmehr bereinigten Ergebnisse.

Die Zahlen bieten so oder so Stoff für Diskussionen. Wie der Verkehr in der Altstadt künftig gestaltet werden soll, ist heute Abend Thema des ersten HanseTalks, den die Lübecker Nachrichten gemeinsam mit dem Europäischen Hansemuseum veranstalten (siehe Text rechts).

HanseTalk bei LN Online: Live-Ticker und Video

Autofreie Altstadt: Sackgasse oder Königsweg? – so lautet der Titel des ersten Lübecker HanseTalks. Heute Abend begrüßen die LN-Moderatoren im Europäischen Hansemuseum folgende Gesprächspartner: Lübecks Bausenator Franz-Peter Boden, Gerlinde Zielke vom Stadtverkehr Lübeck, Ingo Siegmund vom Architekturforum, Olivia Kempke vom Lübeck-Management, Frank Schwartze, Professor für Stadtplanung, Jan-Hendrik von Kuick von der Interessengemeinschaft Fleischhauerstraße. 200 Zuschauer haben sich angemeldet. Aber auch Sie bekommen alles mit: auf LN-Online.de

informieren wir ab 18.30 Uhr per Live-Ticker über die Veranstaltung, später folgen ausführliche Texte, ein Video und morgen die Berichte in Ihren LN.

Lars Fetköter

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