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Lübeck Wie sicher ist der Lindenplatz?
Lokales Lübeck Wie sicher ist der Lindenplatz?
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10:09 04.05.2016
Wer hat Vorfahrt? Besonders an den Ausfahrten zur Puppenbrücke und Moislinger Allee kommt es auf dem Lindenplatz immer wieder zu Unfällen. Dabei missachten Fahrer der inneren Spur häufig die Vorfahrt der Außenfahrenden. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat; Grafik: Jochen Wenzel
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2015 ereigneten sich die meisten Unfälle in Lübeck auf dem Verkehrsknotenpunkt vor dem Zob. Das geht aus dem neuen Verkehrssicherheitsbericht der Polizei Lübeck hervor. Laut Statistik kam es im vergangenen Jahr zu 38 sogenannten aufnahmepflichtigen Unfällen in dem Kreisverkehr. „Dazu kamen 76 kleinere Unfälle“, so Frank Jeschkowski von der Verkehrssicherheit der Polizei Lübeck.

114 Unfälle in einem Jahr — damit hebt sich der Lindenplatz deutlich von anderen Verkehrsverteilern der Stadt ab. So krachte es etwa auf dem Berliner Platz, der laut Statistik auf Platz zwei der häufigsten Unfallstellen Lübecks rangiert, insgesamt „nur“ 68 Mal. Auf dem Mühlentorteller und dem Gustav-Radbruch- Platz verzeichnete die Polizei 2015 jeweils 18 größere Verkehrsunfälle.

Und auch im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Unfälle auf dem Lindenteller an: „2014 kam es dort insgesamt zu 99 Unfällen“, sagt Frank Jeschkowski, „davon waren 61 nicht meldepflichtig.“

Redakteur Hanno Kabel hatte übrigens schon vor Jahren eine wegweisende Idee für die Lösung des Problems: Die LindenCard.

Erst 2012 wurden an dem Platz provisorische Umbaumaßnahmen durchgeführt, um die Verkehrslage zu entschärfen. So wurden die Fahrspuren auf dem Lindenplatz von zwei auf drei reduziert, die äußere Fahrspur wuchs auf 4,50 Meter, damit Autos und Fahrräder ausreichend Platz nebeneinander haben. Zusätzlich wurde der unfallträchtige Fußgängerübergang an der Fackenburger Allee mit einer Ampel bestückt. Etwa 100000 Euro kostete die damalige Testphase. Und die Zahlen gaben dem Umbau Recht: Bereits im selben Jahr gingen die Unfälle an dem Kreisverkehr um fast ein Drittel zurück.

Mittlerweile gibt es auch am Fußgängerübergang zur Moislinger Alle eine Ampel. Dass die Unfallzahlen am Lindenteller dennoch wieder ansteigen, dafür gibt es laut Frank Jeschkowski keine eindeutige Erklärung. Womöglich sei das Verkehrsaufkommen gestiegen, zudem könne es natürlich immer wieder statistische Schwankungen geben. Klar seien jedoch die Unfallursachen. Größtes Problem seien die immer noch provisorischen Fahrbahnmarkierungen: „Besonders die Ausfahrten zur Puppenbrücke und in die Moislinger Allee sind kritische Stellen.“ Autofahrer, die auf der inneren Fahrspur in Richtung Puppenbrücke abbiegen wollen, würden oftmals die Vorfahrt der äußeren Spur missachten. Auch würde es immer wieder zu Unfällen beim eigentlich verbotenen Abbiegen von der Innenspur in die Moislinger Allee kommen. „Im Straßenverkehrsraum muss es an diesen Stellen noch deutlichere Beschilderungen geben“, sagt Jeschkowski, „die Markierungen müssen einheitlich werden.“

Ein Problem, das offenbar auch die Stadt erkannt hat: Noch in diesem Jahr plant die Verwaltung, die provisorischen Markierungen dauerhaft auszubauen. „Die Testphase lief erfolgreich, der feste Ausbau soll voraussichtlich noch 2016 erfolgen“, sagt Helmut Schünemann, Abteilungsleiter der Verkehrsplanung. So sollen unter anderem die bisher ebenerdigen Markierungen der Radwege mit Bordsteinen und Straßenerhebungen überarbeitet werden. Die Einmündung zur Moislinger Allee soll mit einer erhabenen Fußgängerfläche begrenzt werden. „Damit würden dort weniger Autofahrer von der Innenspur auf die Straße abbiegen“, sagt Schünemann. Der Haushalt für die Baumaßnahmen sei bereits bewilligt. Schünemann: „Jetzt erfolgt die Vergabe der baulichen Umsetzung an ein Bauunternehmen.“

Andere Plätze

Berliner Platz: Hier kam es im vergangenen Jahr zu 24 größeren Verkehrsunfällen. Besonders an den fünf Ausfahrten kommt es öfter zu kleineren Kollisionen. Der Platz rangiert als Unfallhäufungsstelle in Lübeck zurzeit auf Platz 2. Aufgrund der Sperrung der Possehlbrücke fahren hier zurzeit weniger Autofahrer als in den Vorjahren.

Gustav-Radbruch-Platz: Hier zählte die Polizei im vergangenen Jahr — wie auch am Mühlentorteller — 18 meldepflichtige Verkehrsunfälle. Knackpunkt ist laut Polizei vor allem der Radweg in beiden Richtungen. Autofahrer, die auf den Platz einbiegen, müssen so nicht nur auf den Autoverkehr von links, sondern auch auf Radfahrer aus beiden Richtungen achten. „Damit haben viele Verkehrsteilnehmer offenbar Probleme“, sagt Frank Jeschkowski. Als weiteren Unfallgrund gibt die Polizei Probleme beim Kreuzen der Fahrspuren an.

Von Katrin Diederichs

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