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Lübeck Wie studiert man Physiotherapie?
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09:27 01.11.2016
Kristin Alheit (2. v. r.) verfolgt eine Übung von Studiengangskoordinatorin Kirsten Großmann. Quelle: W. Maxwitat

Ihre neuen Lehrräume liegen nur einen Katzensprung entfernt vom Uni-Campus, in der Osterweide neben einem Fitness- Club. „Wir haben die Räume hier für einige Zeit angemietet“, erklärt Uni-Vizepräsident Prof. Enno Hartmann, zuständig für den Bereich Lehre, „bis die neue Frauenklinik fertig ist und uns dann in dem alten Gebäude nach Umbau neue Kapazitäten zur Verfügung stehen.“

„Ich sehe die Uni als tollen Motor in der Sache.“ Gesundheitsministerin Kristin Alheit

Doch unwohl werden sich die 41 neuen Studierenden der Physiotherapie an diesem Ort bestimmt nicht fühlen – denn wie ein Provisorium wirkt das Ersatzquartier für wahrscheinlich fünf bis sechs Jahre nicht. Meint auch Kristin Alheit. Die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung ist aus Kiel gekommen, um sich zum Semesterstart selbst ein Bild zu machen.

„Als 2014 der Pflege-Studiengang in Lübeck Premiere feierte, war ich ebenfalls dabei“, kommentiert sie. Für den Gast von der Förde ist das neue Angebot „ein weiterer Beleg für die Kreativität der Universität zu Lübeck“. Und mit der „Physiotherapie“ leiste die Hochschule einen wertvollen Beitrag zur angestrebten Akademisierung von Gesundheitsberufen.

Auf diesem Weg soll es an der Uni konsequent weitergehen. „So planen wir im Bereich der Gesundheitsfachberufe noch Studiengänge für Hebammenkunde, Ergotherapie und Logopädie“, kündigt Hartmann an, „denn wir sind fest davon überzeugt, dass wir in Lübeck durch das Profil Life Science ein besonders geeignetes Umfeld dafür haben.“ Ob das Vorhaben jedoch schon bis zum nächsten Wintersemester 2017/18 umgesetzt werden könne, lässt er offen.

Dass die Angebote in dem Bereich nachgefragt werden, zeigt exemplarisch die Bewerberzahl von 233 auf die 40 Studienplätze in der Physiotherapie. „Wir mussten nach Abiturnote auswählen, möchten aber im nächsten Jahr zum Teil Auswahlgespräche führen“, sagt Studiengangsleiter Prof. Arndt-Peter Schulz. Nach drei Jahren Vorplanung und 380 Seiten Akkreditierungsunterlagen ist er zusammen mit den beiden Studiengangskoordinatorinnen Annette Sitzer und Kirsten Großmann froh, dass es endlich losgeht.

Sieben Semester haben die jungen Leute nun Zeit, um die zwei formalen Abschlüsse zu erwerben – den Berufsabschluss zum staatlich geprüften Physiotherapeuten sowie dem Hochschulgrad „Bachelor of Science“. Einer von ihnen ist Daniel Bauer aus Kiel. Der 18-Jährige ist gespannt auf die nächsten Jahre – „ich freue mich auf das berufsnahe duale Studium mit einem hohen Praxisanteil.“

 Michael Hollinde

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