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Lübeck Wieder Knöllchen: Neuer Ärger um Busparkplätze an der MuK
Lokales Lübeck Wieder Knöllchen: Neuer Ärger um Busparkplätze an der MuK
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21:22 17.11.2017
Tagsüber ist der Busparkplatz – gerade in der touristenstarken Zeit – rappelvoll. Abends, wenn die Touristen wieder abgefahren sind, sieht es hier vollkommen anders aus. Dann ist genug Platz auch für Pkw. Quelle: Fotos: Kröger, Roessler

Es ist ein gutes Vierteljahr her, dass sich gleich mehrere erboste Autofahrer bei der Musik- und Kongresshalle meldeten, weil ihnen nach Benutzung der Busparkplätze Ordnungswidrigkeiten-Zettel ans Auto geheftet worden waren. Nicht im Auftrag der Stadt, sondern entweder im Zuge normaler abendlicher Streifenfahrten oder aufgrund von Beschwerden einzelner Busfahrer. Bürgermeister Bernd Saxe hatte das Thema zur Chefsache gemacht und wollte sich für eine vernünftige Regelung einsetzen. Doch beim Konzert des NDR-Elbphilharmonie-Orchesters am vorigen Sonnabend wurden erneut viele Knöllchen verteilt.

Im Sommer liefen Konzertbesucher Sturm, weil sie in Ermangelung anderer Stellplätze die abends leeren Busparkplätze an der MuK nutzten und Knöllchen bekamen. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) wollte sich für eine Regelung einsetzen. Jetzt schlugen die Ordnungshüter erneut zu.

Schlicht und einfach „Abzocke“ nennt Dietrich Schröter das, was am 11. November geschah. Wieder einmal hatten etliche Konzertbesucher in Ermangelung eines Pkw- Stellplatzes den abends fast leeren Busparkplatz genutzt. Weder vor dem Konzert noch hinterher seien Ordnungshüter zu sehen gewesen. Doch als er zu seinem Auto zurückkam, fand er besagten Zettel an der Windschutzscheibe. Der Travemünder Konzertbesucher Rüdiger Wenzel ärgert sich ebenfalls über das Vorgehen. Zwischen 50 und 100 dort geparkte Pkw hätten nach Ende des Konzertes einen Zettel an der Scheibe gehabt, mit dem mitgeteilt wurde, dass „im Rahmen der polizeilichen Verkehrsüberwachung eine Ordnungswidrigkeit festgestellt“ worden sei. Bereits 30 Minuten vor Beginn des Konzertes seien aber im weiteren Umkreis der MuK keine regulären Pkw- Parkplätze mehr frei gewesen, weshalb viele keine andere Möglichkeit gesehen hätten, als den zu 90 Prozent freien Bus-Parkplatz zu nutzen. Wenzel: „Kein Bus wurde dadurch behindert.“

Dass das Schreiben der Zettel rein rechtlich in Ordnung ist, ist den Konzertbesuchern durchaus bewusst, denn der Parkplatz ist eindeutig als Busparkplatz ausgeschildert. Doch was die Betroffenen maßlos ärgert: Bei vielen entsteht der Eindruck, dass die Landespolizei ganz gezielt dann ausrückt, wenn Abendveranstaltungen in der MuK sind. „Es ist schon erstaunlich, dass die Ordnunghüter erst während des Konzertes aktiv werden und nicht im Vorwege Autofahrer daran hindern, die Freifläche zu befahren“, sagt Dietrich Schröter.

Wobei es ihm nicht um kostenloses Parken gehe, sondern darum, sein Auto in der Nähe des Veranstaltungsortes abstellen zu können. „Ich zahle gern, wenn sie dort Parkuhren aufstellen.“

Anfang August hatte Bürgermeister Bernd Saxe – sehr zur Freude von MuK-Chefin Ilona Jarabek – die Angelegenheit zur Chefsache gemacht. Er wolle sich für eine Lösung starkmachen, die das legale Abstellen von Autos auf dem Busparkplatz ab 19 oder 20 Uhr ermögliche. Schon damals hatte er jedoch betont, dass sich das wegen der Beteiligung diverser Behörden eine Weile hinziehen könne. Gestern teilte er mit: „Die Verkehrsbehörde arbeitet daran.“ Es müsse aber noch einiges abgeklärt werden. Warum die Polizei anscheinend immer bei Konzerten kontrolliere, erschließe sich ihm auch nicht.

 Von Sabine Risch

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