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Lübeck Wieder nur Note „Vier“: Stillstand in der Fahrradstadt
Lokales Lübeck Wieder nur Note „Vier“: Stillstand in der Fahrradstadt
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22:00 19.05.2017
Einmal sorgenfrei über den Lindenteller: 30 Fahrradfahrer nahmen Ende April an einer Radtour der Grünen und des Fahrrad-Clubs ADFC durch die Innenstadt teil. Quelle: OLAF MALZAHN
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Lübeck

Im bundesweiten Ranking konnte sich die Hansestadt leicht verbessern (siehe auch Wirtschaft). „Wir sind auf Platz 20 von 39 Großstädten“, erklärt der Fahrradbeauftragte Nils Weiland, „aber nicht, weil wir besser geworden sind, sondern andere Städte schlechter.“ Auch der Lübecker ADFC-Vorsitzende Rolf Hagen hat keine bessere Note erwartet: „In den letzten zwei Jahren hat sich wenig getan.“

Die lübschen Radfahrer monieren wie in den Vorjahren vor allem die holprigen und oft zu schmalen Radwege. Schlechte Noten bekommt auch die Mitnahme von Rädern im öffentlichen Nahverkehr, beklagt werden zudem die vielen Fahrrad-Diebstähle. Die haben allerdings laut Kriminalitätsstatistik der Polizei im vergangenen Jahr um 20 Prozent abgenommen. Auch ein Internet-Vergleichsportal sieht Lübeck nicht als Hochburg der Fahrrad-Diebstähle. Die Hansestadt landet danach im Mittelfeld.

Kritik üben die Teilnehmer der ADFC-Umfrage an den Ampelschaltungen, der Baustellenführung, dem Parken von Autos auf Radwegen und daran, dass in den Medien zumeist über Unfälle und Fehlverhalten von Radfahrern berichtet wird. Gute und befriedigende Noten verteilen die Befragten für die Erreichbarkeit der Altstadt, die Wegeführung, die Freigabe von Einbahnstraßen und die Beschilderung. Bei der Radwegbeschilderung habe Lübeck die größten Fortschritte gemacht, sagt der Fahrradbeauftragte: „Die ist abgeschlossen.“ Ansonsten steckten viele Projekte in der Planung, nicht in der Umsetzung.

Weiland: „Ich hoffe, in zwei Jahren kommen wir weiter nach oben.“ Dieses Ziel gibt auch Innensenator Ludger Hinsen (CDU) aus, der die Kampagne „Lübeck fährt Rad“ gestartet hat. „Es gibt viel Verbesserungsbedarf“, sagt Hinsen, „das fängt bei einem Parkhaus am Hauptbahnhof an.“

Ideen, wie Lübeck als Fahrradstadt vorankommen kann, gibt es zuhauf. Gleich vier Fraktionen haben in der Bürgerschaft umfangreiche Anträge gestellt. SPD und GAL wollten die Radler in der Roeckstraße stadtauswärts auf die Fahrbahn lassen und die „fahrradfreundliche Umgestaltung der Ratzeburger Allee zwischen St.-Jürgen-Ring und UKSH in die Wege leiten“. Die Grünen fordern zwei Millionen Euro jedes Jahr fest im Haushalt für den Radverkehr, eine weitere Planstelle in der Bauverwaltung für Radverkehr, eigene Ampelschaltungen für Radler, einen roten Belag am Lindenteller, um die Radfahrer zu schützen, die Planung der Stadtgrabenbrücke und die Befreiung der Fahrradstraße in der Altstadt von Autos. CDU, SPD und Grünen wollen eine Machbarkeitsstudie für einen Radschnellweg von Bad Schwartau über die Innenstadt zu den Hochschulen. Zumindest die Machbarkeitsstudie soll kommen, das wurde beschlossen. „Wir gehen damit konsequent einen Schritt für die Stärkung des Radverkehrs in der Hansestadt“, sagt CDU-Fraktionschef Christopher Lötsch. Alle anderen Forderungen wurden in den Bauausschuss überwiesen. Michelle Akyurt (Grüne): „Dort wird geschaut, was umgesetzt werden kann. Alle Fraktionen gehen das Thema ernsthaft an.“

Auch die Bürgermeister-Kandidaten wollen etwas für Radfahrer tun. SPD-Bewerber Jan Lindenau hat versprochen, mehr Maßnahmen umzusetzen. Seine Mitbewerberin Kathrin Weiher (parteilos) sagt, „dass Lübeck den Titel Fahrradstadt bisher nicht verdient hat.“ Sie werde sich für den Schnellweg einsetzen, für eine verlässliche Ausstattung mit Geld, für mehr Abstellplätze und für eine Prüfung, ob der Lindenteller durch farbige Markierungen sicherer werden kann.

Kai Dordowsky

Die Fahrradkarte vom Open Street Map-Projekt:


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