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Lübeck „Wir können die 4000er-Marke bei den Studenten knacken“
Lokales Lübeck „Wir können die 4000er-Marke bei den Studenten knacken“
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21:16 21.09.2013
Professor Enno Hartmann fungiert im Uni-Präsidium als Baubeauftragter. Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen

Lübecker Nachrichten: In drei Wochen startet Ihre Hochschule mit einem weiteren neuen Studiengang, der Psychologie, ins Wintersemester — ist Ihre Hochschule bereit?

Prof. Enno Hartmann: Natürlich. Wir sind in der Psychologie dabei, die letzten Professuren, die noch fehlen, zu berufen. Für den Start des neuen Studienganges sind aber bereits alle notwendigen Lehrkräfte an Bord. Die Nachfrage nach Studienplätzen war hier sehr hoch — aber auch die anderen sieben Uni-Studiengänge haben keinen Grund zur Beschwerde.

LN: Auf dem Campus wird von möglichen weiteren Studiengängen gesprochen. Werden Sie bei der Studierendenzahl in den nächsten Jahren die 4000er-Marke knacken?

Hartmann: Ja, das ist wohl im Bereich des Machbaren. Der Campus muss dann aber auch über genügend Raumkapazität verfügen. Und es hängt davon ab, inwieweit die zukünftigen Abiturienten unser technisch-naturwissenschaftliches Fächerprofil auch weiter nachfragen. Der prognostizierte Fachkräfte-Bedarf auf dem Arbeitsmarkt im Bereich Natur-, Ingenieurwissenschaften sowie Medizin bleibt konstant hoch. Wir als Uni haben hier einen gesellschaftlichen Auftrag.

LN: In welche Richtung soll es denn bei neuen Lehrangeboten gehen?

Hartmann: Die Medieninformatik zum Beispiel soll als eigener Studiengang sichtbar werden. Zudem ist ein Studiengang mit Zielrichtung Gründung und Unternehmertum in den digitalen Wissenschaften geplant. Zwei weitere Entwicklungen, die wir angehen wollen, betreffen die Bereiche Pflegewissenschaften und Biophysik.

LN: Baulich tut sich zurzeit ja auch sehr viel vor Ihrer Haustür. Haben Sie nicht die Sorge, dass der Campus bald zugebaut ist und damit langsam zu klein sein wird?

Hartmann: Wir bauen sicher dichter, als es bisher hier gemacht worden ist. Aber das hat auch Vorteile: die Wege werden kürzer, es gibt Synergie-Effekte, weil man Großgeräte in gut erreichbaren Technik-Pools auf dem Campus zusammenlegen kann. Die gemeinsame Nutzung durch viele Wissenschaftler ist wirtschaftlicher. Außerdem kommen die Forscher leichter ins Gespräch, wenn sie in den Pausen die gleichen Aufenthaltsflächen nutzen.

LN: Gibt es noch großen Bedarf für weitere Bauten?

Hartmann: Auf jeden Fall. Wegen des Masterplanes für das Uniklinikum, der die Trennung von Forschung und Patientenversorgung zum Ziel hat, müssen wir nämlich mehrere Forschungsgebäude als Ersatz für zu räumende Gebäudeteile errichten. Mit dem im Bau befindlichen neuen Zwillingsbau der Zentren für Gehirn, Hormone und Verhalten und für Biomedizinische Forschung in der Marie-Curie-Straße ist jedoch schon einiges erreicht worden.

LN: Warum wollen Sie bei der Finanzierung nicht auch private Investoren gewinnen, um dann die Gebäude anmieten zu können, Beispiel UKSH-Modell?

Hartmann: Das ist bei Forschungsgebäuden immens schwierig, da diese über Jahrzehnte aufgrund neuer Raum-Anforderungen und geänderter Nutzungen häufig mal umgebaut werden müssen. So etwas mit einem privaten Investor vertraglich kostengünstig zu regeln, ist nicht möglich.

LN: Wann müssen die Forscher aus den UKSH-Gebäuden ausgezogen sein?

Hartmann: Ein genaues Jahr steht nicht fest. Ob es jetzt 2018 oder 2020 wird, ist schwer zu sagen. Die Finanzierung für alle notwendigen Ersatzgebäude muss ja auch erst gesichert werden.

LN: Sind die derzeit noch stehenden Klinik-Baracken eigentlich eine echte Alternativ-Fläche für neue Labore?

Hartmann: Definitiv nicht. Ich hoffe, dass diese bis 2025 abgerissen sind und auf den frei werdenden Flächen neue Gebäude für den BioMedtec-Campus entstehen werden.

Interview: Michael Hollinde

Zwölf Jahre an der Uni
Enno Hartmann ist Vizepräsident der Uni und Leiter des Instituts für Biologie. Nach dem Studium der Biologie arbeitete er von 1986 bis 1991 am Zentralinstitut für Molekularbiologie der Akademie der Wissenschaften der DDR auf dem Gebiet der Zellbiologie und promovierte dort. Nach sechsjähriger Tätigkeit am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin habilitierte er 1997 im Fach Biochemie an der HU Berlin. Von 1998 bis 2001 war er Professor für Biochemie an der Uni Göttingen und ist seit 2001 in Lübeck.

LN

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