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Lübeck Wissens-Wettstreit im Wesloer Forst
Lokales Lübeck Wissens-Wettstreit im Wesloer Forst
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20:19 23.06.2016
Auch im Wald gibt es Seen: Bei Wojciech Nowak begutachten Erik (10, l.) und Koray (9) von der Pestalozzi-Schule einen Hecht. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen

Es kreucht und fleucht im Wesloer Forst; Große Wildtiere teilen sich ihren Lebensraum mit kleinsten Insekten. Für die etwa 300 Drittklässler, die gestern Vormittag an den alljährlichen Jugendwaldspielen teilnehmen, gibt es viel zu entdecken. An insgesamt acht Stationen nahe dem Holzhof Wesloe können sie ihre Kenntnisse über den Wald und seine Bewohner unter Beweis stellen – und mit viel Wissen Punkte für ihre Klasse sammeln Erster Halt auf dem Rundgang ist die Station von Ralph Stahlbaum. In einer kleinen Holzbude wartet er mit einer Auswahl spezieller Früchte und Fragen. „Die Kinder sollen Produkte erkennen, in denen diese Früchte enthalten sind, und sagen, welche hier im Wald wachsen“, erklärt der 48-Jährige. Da gibt es Kirschen, Haselnüsse, Johannisbeeren und mehr, außerdem Marmeladen und Nutella. Dass Nutella – zumindest gerüchteweise – aus Haselnüssen hergestellt wird und Haselnüsse im Wald wachsen, wissen fast alle Kinder der 3b aus der Schule an der Wakenitz. Aber dass auch Kirschbäume im Wald wachsen, weiß nur Janna (8). „Alle haben gedacht, die gibt es hier nicht, aber ich war mir sicher“, erzählt die Schülerin stolz.

Zum 38. Mal fanden gestern die Jugendwaldspiele statt – 300 Schüler testeten ihr Wissen über Fauna und Flora.

Dann geht es weiter auf dem trockenen Waldweg unter dicht bewachsenen Baumkronen. Wenige Gehminuten entfernt begrüßt Manfred Sielaff (69) die nacheinander eintreffenden Klassen. Er ist nicht allein:

Mit Bedacht hat der Ameisenexperte seinen Posten neben einem – wie er durch sorgsame Beobachtung festgestellt hat – recht jungen Ameisenhaufen bezogen. Mit allerlei umfassendem Ameisenwissen versucht Sielaff, seine Leidenschaft für die kleinen Krabbler auf die Schüler zu übertragen: Ameisen haben zwei Mägen, erfahren die Klassen. Und auch, dass das poetische Wort „Honigtau“ die Ausscheidungen von Blattläusen bezeichnet – die Hauptnahrung der roten Waldameise.

So geht es weiter auf dem Wesloer Wissensparcours, der schattige Wald schützt die Kinder vor der zunehmenden Hitze, nicht aber vor diffizilen Fragen: Fraßspuren an Hölzern sollen Borkenkäferarten zugeordnet, Kräuterarten erschnuppert und Vogelarten anhand ihres Geleges identifiziert werden.

Ein Höhepunkt ist für viele die Station von Stadtwald-Mitarbeiter Eckhard Kropola. Drei Hochsitze gibt es dort. Mit Ferngläsern soll erspäht werden, was sich zu Recht im Forst versteckt und was bei einer Waldinventur besser aus dem Sortiment entfernt wird. Stellvertretend für alle lebenden Waldkäuze sitzt ein ausgestopfter Kauz auf einem Ast. Er symbolisiert den rechtmäßigen Waldbewohner, weiß

Till (9) von der Schule an der Wakenitz. Den Plastik-Kleiderbügel daneben entlarvt er als ungebetenen Gast. Ebenfalls zu Gast – und im Gegensatz zum Kleiderbügel ausdrücklich eingeladen – ist Innensenator Ludger Hinsen (CDU). Bei den letzten Posten gibt es auch für ihn noch Wissen aufzufrischen. „Ein Tümpel ist nur ein Tümpel, wenn er im Sommer austrocknet“, erklärt Gewässerforscher Wojciech Nowak den Kindern hinter einem Sammelsurium von Aquarien mit Wassertieren. Oder: „Pro Jahr wachsen zwei neue Jahresringe“, so Stefan Graab (55) an der letzten Station. Es geht um „Dendrochronologie“, die Wissenschaft vom Baumalter – eine 160 Jahre zählende Baumscheibe hat Graab mitgebracht. Dieser Wald ist alt, seine Besucher noch sehr jung – doch es scheint, als könnten sie gut miteinander.

Die Waldjugendspiele

38 Mal haben die Waldjugendspiele mit dem diesjährigen Durchlauf bereits stattgefunden. Organisiert wird die Veranstaltung von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Kreisverband Lübeck, dem städtischen Bereich Stadtwald sowie dem Schulamt und den Volks- und Raiffeisenbanken. Traditionell werden die Schulklassen mit den höchsten Punktständen im Audienzsaal des Rathauses prämiert. Dieses Jahr findet die Preisverleihung mit Bürgermeister Bernd Saxe am 7. Juli statt.

Luisa Jacobsen

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