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Lübeck Wissenschaft soll Firmen, Jobs und Großaufträge an Land ziehen
Lokales Lübeck Wissenschaft soll Firmen, Jobs und Großaufträge an Land ziehen
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22:21 19.10.2013

Die „Stadt der Wissenschaft“ war gestern — jetzt will Lübeck den Titel aus dem Jahr 2012 nutzen, um Wissenschaftsstadt zu werden. Und sie setzt sich ehrgeizige Ziele. Die Stadt soll führender Standort für Medizintechnik in Deutschland werden und Großaufträge der Industrie an Land ziehen. Das steht im Konzept „Von der Stadt der Wissenschaft zur Wissenschaftsstadt“. Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen: „Wir haben den Schwung, aber wir dürfen uns auf den Lorbeeren nicht ausruhen.“

Durch das Zusammenspiel von Uni, Fachhochschule, Fraunhofer- Institut, Forschungszentrum Borstel, Technikzentrum Lübeck, Euroimmun sowie Industrie- und Handelskammer sei Lübeck bestens für den Wettbewerb gerüstet, ist Klaßen überzeugt. „Lübeck gehört auf jeden Fall zu den ,Hotspots‘ in der Medizintechnik bundesweit“, sagt Prof. Thorsten Buzug, Projektleiter der Gründerhochschule. „Wir sind auf Augenhöhe mit Standorten wie München, Berlin, Aachen und Tuttlingen.“ Dass die Hansestadt ganz vorn mitspiele, zeige sich daran, „dass hier 2015 die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Biomedizintechnik mit 800 Teilnehmern stattfindet“.

Hehre Anforderungen formulierte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) schon beim Wissenschaftstag 2012. Der Titel dürfe kein Strohfeuer sein, sondern müsse die dauerhafte Neuorientierung der Hansestadt einleiten. Konkret: Der Wissenschaftsstandort soll neue Unternehmen gewinnen, Arbeitsplätze schaffen, Wertschöpfung erzielen. Eine Studie dazu liegt vor, die Ergebnisse werden im Januar veröffentlicht. Wissenschaftsmanagerin Klaßen: „Die Studie liefert beeindruckende Zahlen, es findet eine enorme Wertschöpfung durch Wissenschaft statt.“ Konkrete Zielvorstellungen gibt es für die Gründung neuer Unternehmen durch junge Akademiker. In den kommenden fünf Jahren soll der BioMedTec-Wissenschaftscampus 30 junge Firmen ausgründen. „In der Vergangenheit lagen die Zahlen bei drei bis fünf Unternehmen pro Jahr“, erklärt Prof. Buzug, „jetzt kalkulieren wir mit sechs Ausgründungen pro Jahr.“

Im Wettkampf um „schlaue Köpfe“ sieht Klaßen die Hansestadt gut aufgestellt. „Unsere Hochschulen lehren die Zukunftsdisziplinen, unsere Bevölkerung ist aufgeschlossen für Wissenschaft, und die Stadt bietet eine hohe Lebensqualität.“ Mit dem Titel 2012 und dem erfolgreichen Kampf um die Uni sei die „Aufmerksamkeit der deutschen Wissenschaftsszene auf Lübeck gelenkt worden“, erklärt Saxe. Schon jetzt gebe es eine große Dynamik. Saxe: „Der Hochschulstadtteil ist ausverkauft, wir müssen neue Flächen in der näheren Umgebung von Uni, Fachhochschule und Uniklinikum ausweisen.“

Mit Wissenschaft die Zukunft gewinnen — damit steht Lübeck nicht allein. Die sieben „Städte der Wissenschaft“ — neben Lübeck waren das Bremen, Dresden, Braunschweig, Jena, Oldenburg und Mainz — haben einen Katalog erarbeitet, wie man Wissenschaftsstadt wird. Bremen, Braunschweig und Oldenburg haben Häuser der Wissenschaft eingerichtet, in Lübeck fehlt ein solcher symbolischer Ort. Iris Klaßen:

„Wir werden eine Diskussion in Gang setzen, wo eine solche Anlaufstelle für Bürger und Unternehmer entstehen kann.“ Mit Wissenschaft sollte eine Stadt auch nach außen werben, rät der Katalog. In Lübeck Fehlanzeige. Die für das Stadtmarketing zuständige LTM hat über 300 Unternehmen nach Gründen für Ansiedlung und Investition befragt. Nur sieben Prozent nannten die Hochschulen. Folge: Die LTM setzt auf andere Markenbausteine.

Kai Dordowsky und Michael Hollinde

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