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Lübeck Wissenschaftsaktionen sollen im neuen Jahr nahtlos weitergehen
Lokales Lübeck Wissenschaftsaktionen sollen im neuen Jahr nahtlos weitergehen
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11:15 30.10.2012
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Lübeck

Das Lübecker Wissenschaftsjahr ist auf der Zielgeraden – und es läuft auf einen beeindruckenden Erfolg hinaus. Rund 250 000 Bürger haben nach einer ersten Hochrechnung die diversen Veranstaltungen, Feste, Aktionen und Ausstellungen besucht, erklärte Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen gestern am Rande des Wissenschafts-Tags in der Petri-Kirche. „80 Prozent der Projekte aus der Bewerbung für die ,Stadt der Wissenschaft’ haben wir umgesetzt.“

Die Stadtteilfeste, der Wissenschaftssommer sowie mehrere Ausstellungen seien Publikumsrenner gewesen, bilanzierte Klaßen. „Wir haben zusätzlich in jedem Stadtteil zehn bis 15 Veranstaltungen angeboten.“ Auch der gestrige „Tag der Wissenschaft“, den es bereits zum fünften Mal gab, lockte wieder zwischen 800 und 1000 Besucher an. „Wissenschaft ist ein Stück Zukunftshoffnung für Lübeck“, erklärte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Die Werften würden nicht wiederkommen, und der Hafen funktioniere mehr und mehr ohne Beschäftigte. „Das Jahr der Wissenschaft darf kein Strohfeuer gewesen sein, sondern muss die dauerhafte Neuorientierung der Hansestadt eingeleitet haben“, erklärte Saxe.

„Wir machen 2013 nahtlos weiter und richten zusätzlich den Blick in die Region“, erklärte Wissenschaftsmanagerin Klaßen. Das Umland Lübecks solle eingebunden werden. Beispielsweise mit dem Projekt „Schlaue Strandpartie“, das nicht nur in Travemünde, sondern auch in Timmendorfer Strand spielen werde. Die Projekte Mini-Master, Schülerforschungsgemeinschaft und der FameLab-Wettbewerb junger Forscher sind bereits finanziert. Klaßen und ihr Team planen zudem eine „Zukunftswerkstatt Demografie“ im nächsten Jahr. Alle Projekte würden aus Drittmitteln bezahlt. Klaßen: „Wir brauchen keine neuen Gelder der Hansestadt.“

Die Lübecker sind durchaus zugänglich für Forschung und Wissenschaft. Bei der vor wenigen Monaten gestarteten Zukunftswerkstatt Klimaschutz und Lärmreduzierung sind bereits 90 000 Handy-Messungen für eine Lärmkarte eingegangen. 3000 Fragen von Bürgern zwischen zwei und 100 Jahren hat Michaela Berning-Tournier auf der Straße, in Kitas, Altenheim und Schulen gesammelt. Eine Auswahl hing gestern in der Petri-Kirche. „Warum trinken Erwachsene gerne Wein?“, wollte ein Kind wissen. „Wer bleibt übrig, der einen besuchen kann?“, lautete die traurige Frage eines 90-Jährigen. Besucher konnten beim „Tag der Wissenschaft“ Antworten und Kommentare schreiben. Die Künstlerin kam kaum mit dem Verteilen von Zetteln hinterher.

10 000 Bürger wurden von der Uni angeschrieben, um in einem Fragebogen Auskunft über ihre Lebensqualität zu geben. „Es haben sehr viele mitgemacht“, berichtete Prof. Alexander Katalinic, „Lübeck ist eine beteiligungsfreudige Stadt.“ 40 bis 50 Prozent Rücklaufquoten seien bei Fragebogenaktionen üblich. Katalinic: „Im Vergleich zu anderen Städten ist das ein ausgezeichnetes Ergebnis.“ Auch das aktuelle Projekt zum Lärmschutz stoße auf gute Resonanz. Die Uni misst per Umfragen, ob Blitzer den Straßenlärm signifikant absenken können. „Das wäre ein wichtiges Ergebnis“, sagte der Professor, „die Politiker müssten dann nachdenken, ob sie Geschwindigkeitsmessanlagen oder Blitzer gezielt zur Lärmreduzierung einsetzen.“

Klima- und Umweltschutz waren Schwerpunkt beim „Tag der Wissenschaft“. Auch die Wirtschaft entdeckt die ökologischen Herausforderungen. Sparkasse, Handelskammer, Stadtwerke, MuK und Fachhochschule haben sich zu einem Klimabündnis zusammengeschlossen. In wenigen Tagen sollen erste Projekte vorgestellt werden, sagte Sparkassen-Chef Wolfgang Pötschke.

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