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Lokales Lübeck Stadt Lübeck will Bundesbank am Holstentor kaufen
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11:53 13.02.2019
Besser geht’s nicht: Das Gebäude der Bundesbank liegt direkt am Holstentor vor der Altstadtinsel – mit St. Marien und St. Petri als Kulisse. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Top-Lage, Top-Gebäude – und eine Top-Lösung? Die Stadt will die Bundesbank am Holstentor kaufen. Die Bank will 2021 ausziehen. Aktuell verhandelt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) über den Preis. Denn die Stadt braucht dringend ein Magazin für die Akten des Archivs, die Bücher der Stadtbibliothek und die Gemälde der Museen. Allerdings: Für alles würde der Platz in der Bundesbank nicht reichen.

Die Bundesbank: Das Gebäude nahe dem Holstentor hat einen großen Anbau, der nur von der Willy-Brandt-Allee aus sichtbar wird. Quelle: Lutz Roeßler

Die Zeit drängt: Archiv, Stadtbibliothek und Museen haben keinen Platz mehr. Ihre Magazine sind voll. Alles soll in einem Wissensspeicher untergebracht werden. Die Stadt liebäugelt seit Jahren mit dem Gebäude der Bundesbank nahe dem Holstentor. „Die Bundesbank würde an uns verkaufen“, sagt Lindenau. 2021 räumt die Bank das Gebäude in Top-Lage direkt vor der Altstadtinsel. Bereits zwei Mal hat die Stadt das Bauwerk besichtigt. Aktuell würden Gebäudepläne begutachtet.

Bundesbank zu klein für alles

Allerdings: Der Wissensspeicher muss 8600 Quadratmeter groß sein. So viel Platz bietet die Bundesbank nicht. „Die Gebäude sind zu klein“, sagt Lindenau. Dennoch verhandelt er aktuell über den Standort. Denn es gibt die Idee, die Völkerkundesammlung dort ebenfalls auszustellen oder den Wissensspeicher für jedermann zu öffnen – zumindest in Teilen. Im Sommer will die Stadt ein Konzept in Sachen Wissensspeicher vorlegen. Untersucht werden sollen zwei Varianten. Erstens: Ein Neubau für alle drei Institutionen. Der kostet zwölf Millionen Euro, so die letzte Berechnung. Dafür wird aber ein Grundstück gebraucht. Zweitens: Eine kleine Lösung. Dann würde jede Einrichtung ein eigenes Magazin erhalten.

Blick in die Zukunft: So könnte der Neubau des Lübecker Wissensspeichers aussehen. Diese Skizze wurde bereits vor Jahren erstellt. Quelle: Konzeptstudie Wissenspeicher HL I agn Niederberghaus u. Partner GmbH, Halle/Saale

Fachleute skeptisch

Und was sagen die Fachleute zum Kauf der Bundesbank? „Die Lage ist gut“, sagt Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos). Allerdings würde der Platz eben nicht für alles reichen. Aber: „Man könnte Platz im Museumsquartier St. Annen schaffen. „Das hört sich an, als wäre die Bundesbank das Ei des Columbus“, meint Wolfgang Neskovic (Unabhängige), Vorsitzender des Kulturausschusses. Doch Archiv-Chef Jan Lokers betont: „Die Bundesbank wird als Generallösung für alles nicht reichen.“ Stadtbibliotheks-Chef Bernd Hatscher ist ebenfalls skeptisch, „ob die Fläche in der Bundesbank ausreichend ist“. Und Hans Wißkirchen, Chef der Lübecker Museen, meint: „Man muss sich die Pläne genau ansehen.“ Bisher waren sie unter Verschluss, weil die Bundesbank ein Hochsicherheitstrakt ist. Außerdem: Die Betriebskosten in der Bundesbank sind hoch, denn die historischen Bücher, die alten Akten und wertvolle Gemälde brauchen ein bestimmtes Klima.

Politiker wollen weitere Vorschläge

Zurückhaltend reagiert die CDU. „Vor zwei Jahren wurde die Bundesbank skeptisch bewertet“, erinnert sich Hauke Wegner. Damals notierte die Stadt in einem Bericht: „Die Besichtigungen der Bundesbank haben deutlich gemacht, dass die notwendige Herrichtung der Räume mit Kosten in Millionenhöhe verbunden wäre und folglich keine Option darstellt.“ Parteikollege Hermann Junghans meint: „Vielleicht ist es doch sinnvoller, einen Standort außerhalb der Altstadt zu finden.“ „Wie viele Jahre trägt denn diese Lösung?“ Er fürchtet, dass der Platz im Wissensspeicher in 50 Jahren nicht mehr ausreicht. „Auf der Grünen Wiese könnte angebaut werden.“ Das sei in der Nähe des Holstentors nicht machbar. Skeptisch ist auch Monika Schedel (Grüne): „Es ist eine ziemliche Unbekannte, die da baulich und kostenmäßig auf die Stadt zukommt.“

Josephine von Zastrow

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