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Lübeck Wizz Air steigt aus: Ist der Flughafen am Ende?
Lokales Lübeck Wizz Air steigt aus: Ist der Flughafen am Ende?
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11:27 18.03.2016
Quelle: Roeßler
Lübeck

Ab dem 17. April startet der ungarische Billigflieger von Hamburg aus nach Danzig, Kiew und Skopje. „Der Wechsel in die zweitgrößte Stadt Deutschlands bringt uns mehr Vorteile“, begründet Sprecher Gyorgy Abran den Weggang. Denn mehr Passagiere würden Ziele ansteuern, die näher an Hamburg liegen als an Lübeck. Damit hat auch die letzte Fluggesellschaft den Lübecker Flughafen verlassen. Und einen Käufer für den insolventen Airport gibt es noch nicht.

Damit ist völlig offen, ob jemals wieder Linienflieger ab Blankensee abheben. „Der Entschluss von Wizz Air zeigt eindeutig: Der Flughafen Lübeck hat fertig“, ist sich der Landtagsabgeordnete Andreas Tietze (Grüne) sicher. „Das ist das Signal, dass es mit dem Airport zu Ende geht“, erklärt auch Lübecks Grünen-Fraktionschef Thorsten Fürter. „Der Flughafen hat keine Zukunft“, sagt Bürgerschaftsmitglied Ragnar Lüttke (Linke). Die habe er seit dem Weggang des irischen Billigfliegers Ryan air im August 2014 nicht mehr gehabt. „Ryanair ist weg, Wizz Air ist weg, die letzte Hoffnung ist weg.“ Lübecks SPD-Fraktionschef Jan Lindenau stimmt zu: „Touristenflüge wird es nicht mehr geben.“ Sein Pendant von der FDP, Thomas Rathcke, sagt: „Mit dem Linienflug ab Blankensee ist es nun vorbei.“

Dagegen verbreitet Insolvenzverwalter Klaus Pannen weiter Optimismus: „Das ist nicht der Schlussakkord für den Airport“, sagt er. Er verhandelt derzeit mit zwei potenziellen Käufern des Airports. „Dabei hat das Engagement von Wizz Air keine Rolle gespielt“, so Pannen. Er will die Politiker in einer Sondersitzung am Donnerstag darüber informieren – ohne Öffentlichkeit. Dennoch läuft ihm die Zeit davon. Der Flughafen musste am 30. September beim Amtsgericht Insolvenz anmelden. Pannen hat seither die Verkaufsfrist schon vier Mal verlängert. Nun fallen durch den Weggang von Wizz Air Einnahmen weg, die den Flughafen am Leben halten. Die Anzahl der Mitarbeiter hat Pannen bereits von 75 auf 50 reduziert. Heute soll es eine Versammlung geben.

Trotz der schlechten Nachrichten, geben die Unterstützer des Flughafens nicht auf. „Ich sehe noch keinen Grund, die Flinte ins Korn zu werfen“, so Kiels Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele (SPD). Er betont aber, dass das Land den Airport nicht fördern wird. „Als geborener Optimist habe ich noch immer ein Fünkchen Hoffnung, dass der Flughafen eine Zukunft hat“, so Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). „Die Entscheidung von Wizz Air bedeutet noch lange nicht das Ende des Flugplatzes“, sagt CDU-Landtagsabgeordneter Hans-Jörn Arp. Er geht davon aus, dass Pannen einen soliden Eigentümer findet.„Die Landesregierung auf muss mit unseren Nachbarbundesländern endlich ein zeitgemäßes norddeutsches Luftverkehrskonzept zu entwickeln“, fordert FDP-Landtagsabgeordneter Christopher Vogt.<NO> IHK-Sprecher Can Özren sieht noch eine Chance: „Mit einem tragfähigen Konzept wird ein Investor bald nach der Übernahme neue Angebote schaffen.“ Lübecks CDU-Fraktionschef Andreas Zander meint: „Das Ende der Tourismusflüge kann ich nicht sehen.“ BfL-Vormann Marcel Niewöhner: „Es gibt unterschriftsreife Verträge.“ Fluggesellschaften stünden in den Startlöchern.

Von Josephine von Zastrow und Wolfram Hammer

Alle Hintergründe zum Flughafen sowie zum Insolvenzverfahren finden Sie auf unserer Themenseite.

Wizz-Air begründete diesen Schritt auf seiner Internetseite mit anhaltenden finanziellen Problemen des Flughafens.

 
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