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Lübeck Wo Pflanzen das Abwasser reinigen
Lokales Lübeck Wo Pflanzen das Abwasser reinigen
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22:15 17.09.2013
Reinhard Polte, Nikolaus Stoppel vom Tierheim Lübeck und Frank Westphal (v. l.) mit einer Wasserprobe. Quelle: Foto: Gerke

Auf einer 170 Quadratmeter großen, eingezäunten Fläche hinter dem Mehrzweckbau des Lübecker Tierheims wiegt sich neuerdings ein sattgrünes Schilffeld im Wind. Unter dem Schilf verbirgt sich der Bodenfilter der neuen Pflanzenkläranlage des Tierschutzvereins in Dummersdorf.

Reinhard Polte hockt vor dem Kontrollschacht der Anlage und hält eine frisch gezogene Wasserprobe ins Licht. „Es ist natürlich immer noch kein Trinkwasser. Aber wir liegen weit unter dem Grenzwert, den wir einhalten müssen“, sagt der Diplom-Ingenieur, der die Anlage geplant hat, voller Stolz.

Nachdem die alte Kläranlage des Tierschutzvereins und der angrenzenden Kleintierpraxis nicht mehr funktionstüchtig war, musste etwas Neues her. „Da das Tierheim im Landschaftsschutzgebiet Dummersdorfer Ufer liegt und damit weit abgelegen von der normalen Entwässerung, war ein Anschluss an das städtische Netz nicht so einfach möglich“, sagt Polte.

Im Oktober 2012 begannen die Arbeiten an der neuen Kläranlage. Nach nur drei Wochen Bauzeit konnte sie in Betrieb gehen. Jetzt läuft das Abwasser zunächst durch zwei Vorklärgruben, in denen sich die ersten Schmutzpartikel absetzen. Dann geht es weiter in den Bodenfilter. Dort fließt das Schmutzwasser durch ein Drainagesystem und versickert in einer Sandschicht des Bodenfilters. Auf dem Sand haben Polte und der ausführende Garten- und Landschaftsbauer Frank Westphal das Schilf gepflanzt.

„Der Filter ist von unten mit Folie zum Grundwasser abgedichtet. Das Schmutzwasser muss also erst durch den Sand rieseln, in dem Bakterien die eigentliche Reinigungsarbeit verrichten“, erklärt Polte das Prinzip. Das gereinigte Abwasser fließt dann ins angrenzende Landschaftsschutzgebiet. „Früher musste die Vorklärung alle paar Wochen geleert werden. Jetzt muss das nur noch zweimal im Jahr passieren“, sagt Polte. Knapp 26 000 Euro hat die neue Anlage gekostet. „Für uns war es der erste Bau einer solchen Kläranlage“, sagt Frank Westphal. „Das machte die Arbeiten sehr interessant.“

mg

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