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Lübeck Wo die Apfelernte zum Saft wird
Lokales Lübeck Wo die Apfelernte zum Saft wird
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23:01 22.09.2016
Reiche Ernte: Benjamin Peter füllt die frisch gepflückten Äpfel seiner Kunden in die mobile Mosterei. Quelle: Majka Gerke
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St. Lorenz Nord

Mit Schwung nimmt Benjamin Peters die Kiste Äpfel und kippt den Inhalt auf das kurze Förderband vor ihm. Rumpelnd verschwinden die Früchte im Inneren der Maschine, die auf einem Hänger steht. Peters ist Besitzer der mobilen Mosterei der Satower Mosterei und steht jetzt mit seiner Anlage jeden Mittwoch auf dem Parkplatz des Hagebaumarkts an der Lohmühle. Ab Oktober kann man ihn auch am Freitag dort finden.  

Hinter ihm warten an diesem sonnigen Herbsttag schon rund 30 Lübecker mit Einkaufswagen voller Kisten, Taschen und Säcke mit Äpfeln. Es ist Erntezeit, und sie alle wollen ihre Früchte in leckeren Apfelsaft verwandeln lassen. 3,50 Euro zahlen sie für einen drei Liter-Behälter mit dem eigenen Saft. In der rund 150000 Euro teuren Anlage werden die Äpfel gewaschen, sortiert, gehäckselt und gepresst. Rund fünf Tonnen des Obstes werden an diesem Tag wohl verarbeitet.

„Ab 50 Kilogramm Mindestmenge bekommt man Saft aus den eigenen Äpfeln“, erklärt Bastian Mittendorf, Mitarbeiter von Benjamin Peters. Er füllt gerade den bei 80 Grad pasteurisierten Saft ab. „Der hält so rund ein Jahr“, erklärt Mittendorf Kundin Karen Weiß. Sie ist schon früh gekommen, um die Ernte ihrer drei Bäume zur mobilen Mosterei zu bringen. „Ich habe ein bisschen anstehen müssen, aber wenn man bedenkt, wie viel Zeit ich sonst in der Küche verbringen würde, ist das egal“, sagt Karen Weiß. Früher hat sie die Äpfel selbst zu Saft verarbeitet. „Mühevoll, in einem alten Entsafter auf dem Herd“, sagt sie lachend und packt die frisch abgefüllten Pakete in den Einkaufswagen. „Davon haben wir das ganze Jahr etwas“, freut sich die Lübeckerin.

Auch Gustav Ahrens aus Ahrensbök hat seine Äpfel gebracht. „Das ist eine alte Sorte, die halten nicht lange“, sagt er. Schon seit Jahren bringt er seine Ernte zur Mosterei. Früher musste er dafür immer weite Wege zurücklegen. Jetzt freut er sich, dass Benjamin Peters an der Lohmühle steht. Erst seit dem Vorjahr besteht die Kooperation zwischen ihm und dem Hagebaumarkt. „Wenn die Quitten reif sind“, sagt Ahrens, „dann komme ich wieder.“

 mg

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