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Lübeck Wohnungseinbrüche: Polizei gründet neue Ermittlungsgruppe
Lokales Lübeck Wohnungseinbrüche: Polizei gründet neue Ermittlungsgruppe
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11:40 22.10.2016
„Lübeck setzt damit einen Akzent, auch wenn wir keinen Brennpunkt darstellen.“ Polizeidirektor Bernd Olbrich

Die steigenden Fallzahlen der Einbrüche in der Hansestadt sollen so eingedämmt werden, während die Aufklärungsquote steigen soll. Die Lübecker Polizei hat zur kommenden, dunklen Jahreszeit auf die höheren Einbruchszahlen reagiert und nun ihr Einsatzkonzept veröffentlicht.

„Seit Anfang dieses Monats besteht die Ermittlungsgruppe“, erklärt Polizeidirektor Bernd Olbrich. Kräfte der Kriminal- und Schutzpolizei seien aus ihren Bereichen zu der Gruppe zusammengezogen worden. „Lübeck setzt damit einen besonderen Akzent, auch wenn wir keinen Brennpunkt darstellen“, sagt der Polizeidirektor. „So hohe Fallzahlen wie andere Kreise haben wir nicht“, stimmt der stellvertretende Leiter der Bezirkskriminalinspektion Detlev Zawadzki zu. In Lübeck stiegen die Zahlen der Wohnungseinbruchsdiebstähle in den letzten Jahren trotzdem stetig an. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote kontinuierlich – 2015 lag sie bei nur 10,6 Prozent. „Deshalb gibt es ein großes Dunkelfeld und keine bestimmten Tätergruppen“, so Zawadzki. In Ostholstein gab es sogar nur eine Quote von 5,8 Prozent, wie aus der aktuellen Kriminalstatistik der Polizeidirektion Lübeck hervorgeht. „Zu den Daten kommt dann noch die persönliche Geschichte jedes Geschädigten, in dessen Privatsphäre bei einem Einbruch eingegriffen wurde“, so Zawadzki. Die Bekämpfung der Einbruchsdiebstähle sei schon immer ein Schwerpunkt in der Polizeidirektion gewesen, auch wenn nun erstmals die Ermittlungsgruppe im Einsatz sei. Eingebettet seien die Maßnahmen in das Landeskonzept Wohnungseinbruchsdiebstahl. Bereits im Herbst 2012 startete das Konzept, das Landespolizei- und Landeskriminalamt gemeinsam entwickelten.

Die Umsetzungen der Polizeidirektion Lübeck für die Hansestadt und Ostholstein sind deshalb ähnlich. Die Spurensuche soll verbessert werden. Schwerpunkte setzt man auch auf Opferschutzberatung und Prävention „Die Konzentration der Sachbearbeitung und Spurensicherung hat auch personelle Auswirkungen“, sagt Kriminaldirektor Zawadzki. Nicht nur, dass verstärkt zivile Einheiten im Einsatz wären und man die Brennpunkte kontrolliere. „Im Bereich der Spurensicherung werden nun neue Kräfte eingesetzt“, so Zawadzki.

Auch die Bürger spielen in den Plänen der Polizeidirektion eine große Rolle. „Wir sind auf die Meldungen der Bevölkerung angewiesen“, sagt Olbrich. Ohne Hemmschwelle sollte deshalb bei Einbrüchen oder dem Verdacht über den Notruf die Polizei gerufen werden. Im Behördenhaus der Hansestadt finden außerdem einmal monatlich Informationsveranstaltungen statt. „Wir zeigen dort, dass ein Fenster innerhalb von einer Sekunde geöffnet werden kann, auch wenn es verriegelt ist, und erklären außerdem Schutzmaßnahmen“, erklärt Jürgen Niemann, Leiter der Präventionsstelle der Polizeidirektion Lübeck.

Prävention in Lübeck

Ab dem 3. November findet jeden ersten Donnerstag im Monat von 18 bis 20 Uhr eine Info-Veranstaltung der Präventionsstelle der Polizeidirektion Lübeck im Behördenhochhaus statt.

Anmelden kann man sich unter der Woche von 8 bis 17 Uhr unter Telefon 04 51/13 10.

Die Präventionsstelle ist für weitere Informationen per E-Mail an sg14.luebeck.pd@polizei.landsh.de zu erreichen.

 Tomma Petersen

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