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Lübeck Zahl der Einbrüche steigt: Die Täter nutzen die Dunkelheit
Lokales Lübeck Zahl der Einbrüche steigt: Die Täter nutzen die Dunkelheit
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00:00 23.10.2012
Lübeck

Lübeck wird bei Einbrechern beliebter: Allein im vergangenen Jahr registrierte die Polizei laut Kriminalitätsstatistik insgesamt 919 Taten, ein Plus von 14,4 Prozent. 2010 gab es lediglich 803 Fälle. Auch dieses Jahr sieht es nicht gut aus: Bis Ende August mussten die Ermittler bereits wegen 548 Einbrüchen tätig werden. 215 davon waren Versuche, „bei denen die Täter nicht hineinkamen oder gestört wurden“, so Polizeisprecherin Anett Dittmer. Nur 74 Fälle konnten aufgeklärt werden. Insgesamt am stärksten betroffen ist St. Lorenz Nord, bei den Tageseinbrüchen liegt die Innenstadt an der Spitze. Eine Gesamtschadenshöhe oder nähere Informationen zu den Tätern weist die Polizeistatistik nicht aus.

Das Problem nimmt vor allem jetzt wieder zu, da die Tage kürzer werden. „Zusammen mit der Zeitumstellung am Wochenende werden die Dämmerungseinbrüche wieder ein großes Thema“, sagt Hauptkommissar Jürgen Niemann von der Polizei-Präventionsstelle. Mit der Opferhilfe Weißer Ring und der Verbraucherzentrale wollen die Ermittler nun das Bewusstsein schärfen und so im Vorfeld die steigenden Einbruchszahlen bekämpfen. Sie veranstalten deshalb an diesem Donnerstag von 10 bis 18 Uhr eine Info-Veranstaltung auf dem Markt am Rathaus. Hintergrund ist der erstmals bundesweit ausgerufene Tag des Einbruchsschutzes am 28. Oktober. Die Hansestädter ziehen den Termin vor, da am Donnerstag auch der Wochenmarkt stattfindet – sie wollen möglichst viele Menschen erreichen.

Oft sind es bereits kleine Maßnahmen, die Diebe abschrecken. „Je länger die Täter brauchen, desto schneller lassen sie von ihrem Plan ab“, sagt der 48-jährige Niemann. „Sie wollen schnell und mit wenig Aufwand ins Objekt.“ Kleine, aber durchaus bereits effektive Mittel sind abschließbare Fenstergriffe oder Folien, die das Einschlagen von Scheiben erschweren. Auch der gute alte Türspion oder eine Vorhängekette seien laut Präventionsexperte Niemann nicht verkehrt.

Häufig machen es die Bewohner den Tätern nämlich zu einfach: Sie lassen Fenster gekippt, wenn sie in die Stadt fahren. Oder sie ziehen die Haustür nur zu, wenn der Hund Gassi gehen muss. Immer problematischer wird auch das Internet. „Gerade bei jungen Leuten, die viel in neuen Medien unterwegs sind“, sagt Niemann. Dann wird schon einmal bei Facebook geschrieben, dass man jetzt zwei Wochen im Urlaub sei.

Detlef Hardt vom Weißen Ring freut sich auf Donnerstag. „Das ist eine gute Gelegenheit, das Thema wieder etwas mehr in den Blickpunkt zu rücken.“ Seine Opferhilfe wird Rat geben, an wen man sich wenden kann. Hardt: „Wir wollen vermitteln, dass niemand Scham oder eine Hemmschwelle haben muss, wenn es zu einem Einbruch kam.“ Die Verbraucherzentrale wiederum hilft mit Kurzberatungen bei Fragen zum Beispiel rund um Hausratversicherungen.

Polizei und Weißer Ring wollen ihr Augenmerk nicht nur auf die Zeit nach einem Einbruch richten. Es gehe auch um das korrekte Verhalten, wenn die Diebe noch im Haus sind. „Nie reingehen“, rät Niemann. „Keiner weiß, wie die Täter reagieren.“ Stattdessen sollte die Polizei über die 110 gerufen werden. Detlef Hardt vom Weißen Ring warnt ebenfalls vor zu viel Mut. „Es lässt sich alles ersetzen, nur die eigene Gesundheit nicht.“

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