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Lübeck Zahl der Erstklässler steigt auch in Lübeck
Lokales Lübeck Zahl der Erstklässler steigt auch in Lübeck
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16:54 07.09.2016
Schulrat Helge Daugs hat immer die Zahlen parat.

Seit 2013 steigt die Zahl der Erstklässler in der Hansestadt kontinuierlich an. 1833 sitzen ab nächster Woche in den ersten Klassen der 24 Grundschulen sowie elf Grund- und Gemeinschaftsschulen. Die Zuwanderung von Flüchtlingen wirkt sich hier wie im ganzen Land aus. Schulrat Helge Daugs: „DaZ-Schüler wechseln aus ihren Basisklassen in die regulären ersten Klassen.“ In DaZ-Klassen werden kleine Zuwanderer in Deutsch fit gemacht.

Seit einigen Jahren haben Eltern auch bei Grundschulen die freie Wahl. Die Einschulungszahlen der letzten Jahre belegen für die meisten Einrichtungen eine stabile Entwicklung. Kaland-, Kahlhorst- und die Paul-Klee-Schule sind die drei größten Grundschulen in der Stadt und erfreuen sich stets großer Beliebtheit. „An der Paul-Klee-Schule musste die Aufnahme begrenzt werden“, sagt Daugs, „die hat einfach keine Räume mehr.“ Die Kaland-Schule wird auch von vielen Kindern besucht, die nicht in unmittelbarer Nähe leben. Der Schulrat: „Kaland ist Vorreiter in Sachen offener Ganztag.“ Auch die Schule Lauerholz zieht Familien von weiter weg an. „Die inklusive Bildung ist hervorragend, das Ganztagsangebot ausgefeilt“, erklärt Daugs.

Zu den großen Überraschungen zählt die Schule Utkiek, die ebenfalls wesentlich mehr Schüler aufnimmt, als in der Nähe wohnen. Im aktuellen Schulentwicklungsgutachten eines Bonner Beratungsbüros wird die Existenz der kleinen Einrichtung hinterfragt. „Eltern neigen offensichtlich zu überschaubaren Einheiten, in denen ihre Kinder behutsam aufwachsen können“, sagt Daugs. Die benachbarte Grundschule in der Trave-Gemeinschaftsschule nimmt dadurch deutlich weniger Kinder auf, als es möglich wäre. In Groß Steinrade, wo die Verwaltung die Grundschule schließen wollte, werden 26 Kinder eingeschult – acht mehr als im Vorjahr. „Das Neubaugebiet wirkt sich aus“, sagt Daugs.

Baumaßnahmen, der Ruf einer Schule oder das soziale Umfeld können zu starken Schwankungen bei den Aufnahmezahlen führen. Die Schulräte schauen deshalb auf den Vergleich von Abc-Schützen im unmittelbaren Einzugsbereich der Einrichtungen und den Anmeldungen. In Moisling zeichnet sich danach eine Entwicklung ab, die die Schulräte beunruhigt. „Wir haben dort einen Schülerschwund“, sagt Daugs – drei Grundschulen teilen sich 90 Erstklässler. Die Schulen reagieren zum Teil mit jahrgangsübergreifendem Unterricht – erste und zweite Klassen werden gemeinsam unterrichtet.

In der Schule Grönauer Baum wurden 13 Kinder weniger als im Vorjahr angemeldet – und 23 weniger, als in der Umgebung wohnen. Die starke Konkurrenz durch die Waldschule Groß Grönau nennt der Schulrat als einen Grund. Aber es gab auch viel Unruhe an der Schule (die LN berichteten). Die umstrittene Leiterin Sylvia Langnau hat die Schule verlassen. Die Schule werde jetzt kommissarisch geleitet, erklärt der Schulrat – von einer Lehrerin und dem früheren Rektor Wolfgang Piest.

 dor

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