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Lübeck Zauberhafte Zeit für Wunder
Lokales Lübeck Zauberhafte Zeit für Wunder
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20:19 26.11.2016

Innenstadt. Spielkarten verschwinden aus Hosentaschen, Hühnereier lösen sich in Luft auf – und zerrissene Tageszeitungen sind plötzlich wieder komplett. Der Magische Zirkel Lübeck ist wieder da. „Nach Jahren der Enthaltsamkeit“, scherzt Christian Brandes im ausverkauften Volkstheater Geisler. Der 41-jährige Lübecker ist nicht nur Vorsitzender der Gruppe und Moderator der Show. Er ist auch ein preisgekrönter Künstler, der mit seinen magischen Kollegen des Zirkels die 160 kleinen und großen Zuschauer verzaubert.

„Zeit für Wunder“ heißt das zweistündige Programm und passt damit gut zu Brandes Verständnis von der Kunst. Magie, Zauberei und Comedy sind für ihn eine Form von wunderbarem Spiel, und er sagt: „Wer aufhört zu spielen, hört auf zu leben.“ Bei all der Komik und dem Humor meint er das durchaus sehr ernst. Denn das Spielen hat für ihn etwas von Loslassen, von Leichtigkeit, von Freude und Glück. Es ist aber keine Flucht aus dem Alltag. Im Gegenteil. „Die Idee, dass man aussteigt, ist zum Teil richtig. Aber viel wichtiger ist, dass man dieses Spielerische danach in den Alltag zurücknimmt.“

Wie das gelingen kann, dürfen die Zuschauer selbst ausprobieren. Im Saal springt das Gefühl von Leichtigkeit und Freude auf jeden Fall schnell über. Es wird viel gelacht, applaudiert und mitgemacht – auch auf der Bühne. „Marktschreier“ Johannes Leverkus lässt seine Hände von einem Paar aus dem Publikum verknoten und fesselt so wiederum das Publikum. Und immer ist nicht nur eine Prise Zauberersalz dabei, sondern auch eine große Portion Humor und Sprachwitz. Ob nun die „Mutter“ verschwindet, ein Knoten im Seil oder 100-Mark-Scheine. Das gilt für alle Künstler des Nachmittags.

Um sie zu sehen, sind auch Renate Ahrens (72) und Enkel Jona gekommen, der 13-Jährige sogar aus Berlin. „Ich zaubere selbst und habe schon kleine Shows auf Kindergeburtstagen gegeben“, erzählt er und zieht sein Kartenspiel aus der Tasche. Zum Vormachen ist aber keine Zeit, schließlich will er die Magier auf der Bühne studieren. Für seine Großmutter jedenfalls steht schon nach der Halbzeit fest: „Die Show ist sehr nett, liebevoll gemacht und spannend.“

Letzteres ist auch für Brandes wichtig. „Ich mag diesen Nervenkitzel, den nicht nur die Zuschauer erleben, sondern auch ich als Zauberer“, erklärt er am Rand der Show und will dieses Gefühl mit so wenig Requisiten wie möglich erzeugen. „Man fordert sich so mehr heraus, und wenn ich auf Tour gehe, habe ich nur eine Tasche dabei.“ Das Minimum an Ausstattung und das Maximum an Gestik, Mimik und frechem Charme gefällt auch den Zuschauern. So wie bei dem Spiel mit den Karten, für das er ein Paar aus dem Publikum auf die Bühne holt. „Haltet den Dieb“ sollten sie rufen, aber irgendwie sind am Ende doch drei Spielkarten von Hosentasche zu Rocktasche gewandert.

Auf eine Requisite will Brandes dann aber doch nicht verzichten. „Fast hätte ich sie vergessen“, sagt er und trägt eine Figur auf die Bühne. Die entpuppt sich als Tänzerin Pinu’u

und verbindet eine Mischung aus Breakdance, Pantomime und Bauchtanz technisch perfekt mit einem Hauch Poesie.

Zum Zirkel gehören nicht nur Zauberer wie Bert Engel, Jahrgang 1941, der der Erfahrenste unter den Kollegen ist. Auch Marvin Jürgens ist dabei, der „Vorhersagen“

machen kann und Zaubereranwärter ist. Denn wer zum Magischen Zirkel gehören möchte, der muss vorher eine Prüfung ablegen. Sogar der Hausmeister Willi Crause. Denn der heißt im wahren Leben Thomas Wrütz, ist auch ein Unterhaltungskünstler und sorgt schon lange bevor sich der rote Vorhang schließt für zauberhafte Ordnung.

Cosima Künzel

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