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Lübeck Zehn Monate geplant: Jetzt wird die MuK saniert
Lokales Lübeck Zehn Monate geplant: Jetzt wird die MuK saniert
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21:14 27.07.2016

Zehn Monate nach der überraschenden Schließung des Konzertsaals der Musik- und Kongresshalle (MuK) haben jetzt die Sanierungsarbeiten begonnen. Handwerker einer Lübecker Metallbaufirma sind dabei, die gesamte Holzvertäfelung des Saales mit 1800 Quadratmetern Folie zu verhüllen. „Das ist unser kleines Christo-Projekt“, scherzt Stadtsprecherin Nicole Dorel. Außerdem wurden gestern auf dem Hallenboden Hartfaserplatten verlegt. Ab nächster Woche rücken die Gerüstbauer mit 20 Lastwagen an, um den gesamten Konzertsaal mit einem riesigen Gerüst auszustatten. Danach beginnen die Sanierungsarbeiten an der Trockenbaudecke. Die ist in Teilen einsturzgefährdet. Deswegen musste der Saal Ende September 2015 geschlossen werden.

Offiziell startet die MuK-Sanierung am kommenden Montag. Die vorbereitenden Arbeiten haben jetzt begonnen. Die Verhüllung der gesamten Holzvertäfelung sei wichtig für die Akustik, erklärt Heike Brons-Schnell, Projektleiterin des städtischen Gebäudemanagements (GMHL). Die Folie soll verhindern, dass sich Staub in den Fugen festsetzt. Zudem schützt sie vor Beschädigungen. Brons-Schnell: „Wir haben zuvor eine Beweissicherung vorgenommen, also den Zustand des Saales dokumentiert.“ Die labile Akustikdecke wird nicht erneuert, wie zunächst geplant, sondern die Aufhängung wird von oben ertüchtigt. Details dieser Technik präsentieren Stadt und Gebäudemanagement Ende August bei einem Pressetermin.

Die Bauarbeiter müssen dabei die Aufhängungen auf 67 unterschiedlich großen Feldern erneuern. Alle Schritte werden von Statikern geprüft und dokumentiert. Allerdings erfolgt keine offizielle Abnahme der dann ertüchtigten Decke. Projektleiterin Brons-Schnell: „Trockenbaukonstruktionen sind selbst in dieser Größenordnung nicht prüfpflichtig.“ Im Gegensatz zum Bau der MuK vor 22 Jahren würden die GMHL-Fachleute dieses Mal beim eingebauten Material genau hinschauen. Ein vereidigter Sachverständiger hatte bei der Aufarbeitung der Schäden festgestellt, dass die Akustikdecke im Großen Saal schon beim Bau „nicht den anerkannten Regeln der Technik“ entsprach. Zulässige Lasten seien überschritten worden. „Ob die unzureichende Decke von jemandem in Auftrag gegeben worden ist oder ob das ausführende Handwerksunternehmen auf eigene Faust ungeeignete und preiswertere Materialien eingebaut hat, ist heute nicht mehr festzustellen“, sagte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) im Januar, „klar sei, „dass preiswertere Materialien verwandt wurden als laut Ausschreibung gefordert“. Für das damalige städtische Hochbauamt als Auftraggeber seien die Mängel an der Akustikdecke nicht erkennbar gewesen, sagen die Juristen.

Bis April nächsten Jahres haben die Bauarbeiter Zeit, die Aufhängungen der Decke zu erneuern. „Wir stehen unter enormem Zeitdruck“, sagt Projektleiterin Brons-Schnell. Zumal die Metallbauer, Tischler und Techniker immer wieder Pausen einlegen müssen, um den parallel laufenden Spielbetrieb nicht zu stören. Und das GMHL hat in den Zeitplan einen Puffer für unvorhersehbare Probleme beim Bau eingeplant. Am 22. April 2017 soll die erste Veranstaltung im sanierten großen Konzertsaal über die Bühne gehen – mit dem Stand-up-Comedian Paul Panzer. „Ich bin zuversichtlich, dass wir den Zeitplan einhalten“, erklärt MuK-Chefin Ilona Jarabek. Die Geschäftsführerin ist froh, dass die lange Planungszeit vorüber ist und endlich die Umsetzung begonnen hat.

Parallel zur Sanierung des Saales werden Flure und das Foyer saniert, wo ebenfalls Decken und Brandschutz erneuert werden müssen. „Vorbereitende Maßnahmen wie die Verlegung von neuen Leitungen oder das Öffnen von Decken, bei dem das Publikum nicht gestört wird, werden jetzt vorgenommen“, sagt die Projektleiterin. Dieser erste Bauabschnitt kostet knapp 8,3 Millionen Euro. Das Land beteiligt sich mit zwei Millionen Euro. Das Geld wurde vom Kieler Kabinett zu Jahresbeginn zugesagt und soll im nächsten Jahr fließen. Eine Million Euro kommen von der Possehl-Stiftung. Diese Spende hat die Bürgerschaft Ende September angenommen.

Kai Dordowsky

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