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Lübeck Zeitreise in Kücknitz
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20:40 21.08.2017
Hier wird Hand angelegt: Thea Weber und Meryem Sürücüoglu fertigen die Backsteine an, welche in der geplanten Klosteranlage des Bauspielplatzes eingebaut werden sollen. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen

Es war, als wäre der Besucher in eine Zeitmaschine gestiegen und 500 Jahre in die Vergangenheit gereist. Denn auf dem Bauspielplatz Roter Hahn fand am vergangenen Wochenende das Mittelalterfest statt. Es war mittlerweile das 18. Mal, dass in Kücknitz die Zeit zurückgedreht wurde. Über zwei Tage besuchten rund 400 Menschen den mittelalterlichen Spielplatz.

Rund 400 Menschen besuchten das Mittelalterfest auf dem Bauspielplatz Roter Hahn.

Der Geschichtserlebnisraum Lübeck

Der gemeinnützige Verein Bauspielplatz Roter Hahn unterstützt seit 1999 die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Jugendhilfe.

Auf dem Gelände des Bauspielplatzes, auf dem Nachbauten von Häusern aus dem Mittelalter stehen, werden Kinder mit pädagogischen Fachhilfen aktiv.

Für Schulen und Kindergärten bietet der Bauspielplatz zahlreiche Programme an.

„Wir haben unseren Backsteinofen in Betrieb genommen, in dem wir jetzt drei Tage und drei Nächte unsere Steine brennen“, erzählt Frank Thomas, ein Mitarbeiter der Einrichtung, am Sonntag. Diese 700 Steine, die in mühsamer Handarbeit hergestellt werden, sollen Teil der mittelalterlichen Klosteranlage werden, die der Geschichtserlebnisraum Lübeck auf dem Bauspielplatz bauen möchte.

Rund 150 Helfer stellten sicher, dass beim Mittelalterfest alles rund läuft. So auch Rieke Künsemöller. Sie ist dabei, die Ziegelmasse zu stampfen. Dies geschieht wie im Mittelalter, in reiner Handarbeit. „Am Ende des Tages merkt man in den Beinen schon, was man gemacht hat“, sagt sie. Nach einem freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege ist sie beim Bauspielplatz gelandet. „Ich finde es cool etwas zu machen, was man normalerweise nicht tun würde oder könnte.“

Gleich neben Künsemöller fertigen Hannah Olschewski, Stacy Schröder und Thea Weber die Backsteine an. Mit viel Kraft werfen die drei Mädchen die Backsteinmasse in die Formen. „Wir werfen das so doll, damit keine Luftblasen entstehen“, erklärt Thea. Danach werden die Backsteine getrocknet und dann gebrannt. „Wenn im Stein Luft eingeschlossen ist, dann platzt oder springt er beim Brennen“, erklärt Künsemöller. Jedoch hat dieser nur Dekozwecke, denn der Bauspielplatz darf keine tragenden Elemente für seine Klosteranlage selbst herstellen. „Wir verwenden die Steine, um das Fachwerk auszufüllen“, erklärt Frank Thomas. „Wir hoffen, im Jahr 2026 unsere Klosteranlage zu eröffnen.“ Dabei will er die Kinder aus dem Stadtteil einbinden: „Wir wollen versuchen, interessierte Kinder aus dem Stadtteil im Rahmen ihrer Fähigkeiten bei den Bauarbeiten einzusetzen.

Hoch hinaus geht es bei Alexander Wilms. Er hat den Befehl über den mittelalterlichen Tretkran, mit dem man sich in luftige Höhen heben lassen kann.

Vier Personen sorgen für die nötige Kraft, um einen Gast rund drei Meter in die Luft zu heben. Lina Kostrewa hat sichtlich Spaß. „Die Aussicht ist super“, ruft die Sechjährige. „Ich finde es bemerkenswert wie weit wir mit dem Mittelalterfest gekommen sind“, sagt Frank Thomas. „Wir haben vor achtzehn Jahren mit rund 100 Besuchern angefangen und jetzt ist das Sommerfest ein fester Bestandteil des Kücknitzer Terminkalenders.“

Max von Schwartz

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