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Lübeck Zeitsprung: Auf ins Mittelalter!
Lokales Lübeck Zeitsprung: Auf ins Mittelalter!
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20:20 30.07.2016
Ausgestattet mit Hellebarden ziehen Leander, Leon, Luca, Dennis, Christin und Luca durch das Dorf.

Ob ein Stück selbst gebackener Apfelkuchen oder ein Becher eigens zubereitetes Limettenwasser – bezahlt wird im Wirtshaus mit sogenannten Witten. „Das ist hier bei uns im Dorf die Währung“, erklärt Bürgermeister Pito Bernet, „mit diesen zweiseitig geprägten Münzen wurde in Lübeck Anfang des 14. Jahrhunderts bezahlt, und unsere eigene Prägung ist an das Original angelehnt.“

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110 Kinder machten in den vergangenen vier Tagen beim Projekt Kinder-Hanse-Stadt mit.

„Hier wird das Smartphone ganz unwichtig.“Jörn Puhle vom Geschichtserlebnisraum

Im wahren Leben ist Bernet natürlich nicht Bürgermeister, sondern Geschäftsführer des Jugendringes. Und dieser organisiert gerade im Geschichtserlebnisraum Lübeck die „Kinder-Hanse-Stadt“. Das heißt:

Vier Tage lang können Neun- bis 14-Jährige in die Rollen von mittelalterlichen Handwerkern schlüpfen und Berufe der damaligen Zeit ausüben.

15 Arbeitsstationen stehen auf dem Bauspielplatz Roter Hahn bereit – von der Stadtwache über die Drechslerei und Schreibstube bis zur Seilerei und dem Back- wie auch dem Wirtshaus. Und in den vier Tagen hat jedes Kind die Chance, acht verschiedene Tätigkeitsfelder kennenzulernen, da jeweils morgens und mittags rotiert wird.

„Mir macht es einfach Spaß, ein bisschen ins Mittelalter zurückreisen zu können, um die Berufe, wie sie früher so waren, erleben zu können“, sagt die zehnjährige Nia. Gerade ist sie dabei, mit ihren Mitstreitern einen Apfelkuchen vorzubereiten. Dabei kommen die Eier von den Hühnern, die auf dem 12,5 Hektar großen Gelände im Pommernring zu Hause sind; und die Früchte stammen von den Bäumen, die hier gepflanzt worden sind. „Dass wir die Sachen selber machen, finde ich toll“, merkt der zehnjährige Markus an und wird in seiner Meinung von seinem „Kollegen“ Jannik bestätigt. „Das macht einfach Spaß“, so der Zwölfjährige.

Assistenz – insgesamt stellen 30 Erwachsene das Helferteam – kommt dabei von Benne Kuppe und Sandra Krüger. „Wir sind von der Grundschule Roter Hahn und bieten durch dieses Projekt auch eine Ferienbetreuung für unsere Kinder an“, sagen beide. Und: „Ich kenne ja auch einige aus der Schule, und ich beobachte, wie sie bei dieser Gelegenheit richtig aufblühen. Da zeigen sich ganz andere Qualitäten“, so Kuppe. Zudem sei das Miteinander bei der Vielfalt der Kinder sicherlich für jeden Einzelnen eine sehr wertvolle Erfahrung. Jörn Puhle vom Geschichtserlebnisraum bringt den Aspekt der Entschleunigung ins Spiel – „hier wird das im Alltag doch für viele so bedeutsame Smartphone auf einmal ganz unwichtig.“

Damit alles seine Ordnung hat in dem Dorf, gibt es selbstverständlich auch eine lübsche Stadtwache. Ausgestattet mit Spielzeug-Hellebarden zieht der sechsköpfige Trupp über die Hauptstraße. „Wir gucken, ob alles gut ist“, erklärt der elfjährige Luca, „und treiben Steuern ein.“ Mit drei Witten sei man dabei, sagt Leander, zehn Jahre alt. „Die Kinder machen auf diese Art eine Wirtschaftssimulation – sie produzieren Dinge, die sie nicht mitnehmen, sondern andere Kinder kaufen können, sie bekommen auch Lohn und müssen je nach Gewerk Steuern zahlen“, so Bernet, der die nächste „Kinder-Hanse- Stadt“ für die erste Sommerferienwoche 2018 als Termin ankündigt.

Am Sonnabend, 20. August, von 12 bis 18 Uhr, sowie am Sonntag, 21. August, von 11 bis 17 Uhr wird wieder zum mittelalterlichen Sommerfest auf den Bauspielplatz Roter Hahn eingeladen.

Michael Hollinde

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