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Lübeck Zerstörte Vielfalt
Lokales Lübeck Zerstörte Vielfalt
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20:23 20.01.2017
Viele Aktionen sind geplant: Felice Langenberg (l., Haus der Kulturen) mit Christian Rathmer und Heidemarie Kugler-Weiemann. Quelle: Foto: Elisabeth Riedel
Innenstadt

Das Verbrechen ist nicht vergessen: Seit zehn Jahren setzt sich die Initiative Stolpersteine für Lübeck für die Erinnerung an die durch die Nationalsozialisten ermordeten und verschleppten Opfer ein. Unter dem Titel „Zerstörte Vielfalt“ stellte sie gestern ihr Jahresprogramm mit vielen Aktionen, Vorträgen und Gedenkfeiern vor.

Für die kommenden Monate haben sich Heidemarie Kugler-Weiemann und Christian Rathmer von der Initiative einiges vorgenommen. In den vergangenen zehn Jahren haben die Ehrenamtler 193 Stolpersteine in Lübeck verlegt, 2017 sollen es 200 werden, sagt Kugler- Weiemann. „200 Steine bedeuten 200 Schicksale. Und genau an diese wollen wir damit erinnern.“

Am 27. Januar beginnt das Programm mit einem Vortrag zum Thema „In Lübeck zu Hause – in Auschwitz ermordet“. Fotos und Dokumente stellen die Schicksale einzelner Familien der Hansestadt vor.

Gleichzeitig will die Initiative damit zu einer weiteren Spurensuche anregen. „Über sehr viele Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus nach Auschwitz verschleppt wurden, ist außer Sterbedokumenten wenig bekannt. Mit einer Veröffentlichung dieser Papiere wollen wir versuchen, mehr über sie in Erfahrung zu bringen.“

Im Februar werde mit dem Workshop „Gedenkort Gestapozellen“ Geschichte auch direkt erlebbar gemacht, sagt Rathmer. „Im Keller des Lübecker Zeughauses, wo die Gestapo ihren Sitz hatte, sind heute noch unverändert die Verhörzellen der Nazis. Sie können besichtigt werden. Ich hoffe, dass der Ort in Zukunft öfter für Veranstaltungen oder Führungen dienen kann.“

Auch an die durch die Nazis deportierten Sinti und Roma soll erinnert werden. „Auch heute sind sie teilweise Ressentiments in der Gesellschaft ausgesetzt“, sagt Rathmer. Gemeinsam mit dem Verband der Roma und Sinti aus Schleswig- Holstein wird es eine Gedenkfeier geben.

In der zweiten Jahreshälfte sollen dann weitere Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig in Lübecks Straßen verlegt werden. Für die Initiatoren sei dieses Sichtbarmachen der Ermordeten auch für die kommenden Jahre wichtig, sagt Kugler-Weiemann. „Wir wollen den Menschen ihre Namen, die von den Nazis durch eine Nummer ersetzt wurden, zurückgeben und sie wieder ins Stadtbild integrieren.“

er Das komplette Programm ist online unter www.stolpersteine-luebeck.de zu finden. Anmeldungen für die Veranstaltungen sind nicht notwendig.

LN

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