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Lübeck Zeugen angefahren und mit Handtasche geschlagen
Lokales Lübeck Zeugen angefahren und mit Handtasche geschlagen
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20:10 09.06.2017
Lübeck

Ganz schön viel auf einmal: Das Lübecker Schöffengericht hat gestern den kuriosen Fall einer 57-jährigen Autofahrerin verhandelt, die am 4. Oktober in erheblich alkoholisiertem Zustand in Lübeck einen Pkw gelenkt, ein anderes Fahrzeug beim Einparken beschädigt und einen Zeugen des Unfalls beschimpft, angefahren sowie mit ihrer Handtasche geschlagen haben soll. Eine Blutprobe hatte einen Wert von 2,07 Promille ergeben.

Das mit dem Vorsitzenden Richter Jobst-Rüdiger Puchert und drei Schöffen besetzte Gericht hatte einen Verhandlungstag und die Vernehmung dreier Zeugen angesetzt. Gerda H. (Name geändert), die mit ihrem Verteidiger Ulrich Pfeifle erschienen war, brach während der etwa eineinhalbstündigen Verhandlung mehrfach in Tränen aus. Die in Stuttgart wohnende Frau gab an, sich nicht mehr an alle Details der ihr zur Last gelegten Tat erinnern zu können: „Das tut mir alles so leid, wenn es alles so gewesen sein sollte“, bekräftigte die Angeklagte unter Tränen. Einen Tag vor dem Vorfall sei sie für einen Arztbesuch von Stuttgart nach Lübeck gefahren, wo sie früher ein Haus bewohnt habe. Bei einem Treffen mit Bekannten in einem Garten habe die 57-Jährige dann Wein getrunken.

Zunächst sei vorgesehen gewesen, dass sie dort übernachten sollte. Jedoch habe sich die Frau, nachdem das Treffen eine unangenehme Entwicklung genommen habe, in das Auto gesetzt und sei in die Kolberger Straße gefahren, um bei einem Bekannten ihren Rausch auszuschlafen.

„Haben Sie sich keine Gedanken gemacht?“, wollte Richter Puchert wissen. Auf die Frage, warum die Angeklagte sich kein Taxi genommen habe oder zu Fuß gegangen sei, kam die leise, verweinte Antwort:

„Ich weiß es nicht.“ Ja, zweifelsfrei werde sie für ein Schmerzensgeld, dass die Nebenklage in Höhe von 1500 Euro einfordert, aufkommen. Den materiellen Schaden in Höhe von etwa 900 Euro habe sie bereits beglichen.

Im Lauf der Verhandlung gab die Angeklagte an, sich zum Zeitpunkt der Tatvorwürfe in sehr schlechter seelischer Verfassung befunden zu haben. So habe ein früherer Lübecker Hausnachbar ihr übel zugesetzt, habe sie unter anderem so stark bedroht, dass sich die aus Serbien stammende, kinderlose Frau mit deutschem Pass wegen Suizidgedanken selbst in eine Klinik eingewiesen habe. Nach einer Verhandlungspause wurde der Strafprozess zunächst ausgesetzt. Mit Einwilligung von Gerda H. soll jetzt ein psychiatrisches Gutachten eingeholt werden. jac

LN

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