Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Zeugen gesucht: 33-Jähriger auf Heimweg brutal verprügelt
Lokales Lübeck Zeugen gesucht: 33-Jähriger auf Heimweg brutal verprügelt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 24.10.2012
Anzeige
Lübeck

Die Mutter ist immer noch aufgewühlt. In der Nacht zu gestern hat sie kein Auge zugetan, zu tief sitzt der Schock. Die Lübeckerin weiß gar nicht, wo sie mit dem Erzählen anfangen soll. „Ich kann diese Brutalität einfach nicht verstehen“, sagt die Mutter. Alles sei aus völlig unersichtlichen Gründen geschehen. „Er ist doch so ein liebevoller Mensch.“ Sie traut sich bisher nicht ins Krankenzimmer ihres Sohnes. Auch die eigene Tochter möchte die Mutter schützen, damit diese die Verletzungen nicht sieht.

Die gesamte Familie hatte am Sonnabend ein großes Fest gefeiert, die Stimmung sei wunderbar gewesen. „Dann sind mein Bruder, unser Vater und ein Freund weiter in die Moislinger Allee gefahren“, sagt die Schwester. Das Trio brach gegen 2 Uhr auf, die „Pinkpirates Party“ im Drägerforum war das Ziel. Vater und Kumpel haben dort nicht lange mitgefeiert und gingen, der 33-Jährige aber blieb.

Dann geriet der zweifache Vater mit einer Partygängerin aneinander. „Sie hat aus Versehen seine Bierflasche umgetreten“, gibt die Schwester die Worte ihres Bruders wieder. Er habe daraufhin nur gefragt, was das soll. „Da hat sie ihn auf einmal geschlagen.“ Auch der Freund der jungen Frau kam dazu. Die Security ging dazwischen.

Die Polizei wurde um 4.40 Uhr alarmiert. „Zeugen hatten beobachtet, dass drei Männer auf einen Mann eintraten“, sagt Sprecherin Carola Aßmann. Außerdem war wohl eine Frau dabei. Der 33-Jährige hatte sich laut seiner Mutter nach dem Streit aufgemacht, um am Lindenplatz ein Taxi zu bekommen. Das Opfer lag nun jedoch wehrlos auf dem Gehweg gegenüber der Stadtwerke-Zentrale in der Moislinger Allee. Immer wieder traten die Täter auf den Mann ein. Die drei Zeugen hatten Mühe, die Meute von ihrem Opfer wegzuzerren. „Die hätten sonst nicht aufgehört“, sagt die Mutter. Detlef Hardt vom Weißen Ring ist erschüttert: „Durch sein Weggehen hatte der junge Mann zuvor sogar noch Mut bewiesen.“ Er wollte es offenbar gar nicht erst auf einen Konflikt ankommen lassen. Der Familie sichert Hardt umfangreiche Hilfe zu. „Sie braucht sich nur bei uns zu melden.“

Noch vor dem Eintreffen der Polizei flüchteten die Angreifer. In der Uniklinik wurde der Schwerverletzte notoperiert und muss wohl noch längere Zeit behandelt werden. „Das Sprechen fällt ihm schwer“, berichtet die Mutter. Außerdem seien die Augen zugeschwollen. Der 33-Jährige will während des brutalen Angriffs noch gesehen haben, dass unter den Unbekannten auch das Pärchen von der „Pinkpirates Party“ war. Die Polizei geht dieser Spur nach. Die Familie des 33-Jährigen hat sogar eine Belohnung von 2000 Euro für den entscheidenden Hinweis ausgelobt.

Nach Angaben der Zeugen hatten die drei Angreifer ein südländisches Aussehen, waren schlank und sportlich. Einer ist etwa 1,85 Meter groß und die anderen deutlich kleiner, „von denen einer ein weißes T-Shirt trug“, so Ermittlerin Aßmann. Alle sollen um die 20 Jahre alt sein. Die mit einem Mantel bekleidete Frau sei rund 1,65 Meter groß, habe lange dunkle Haare. Aßmann: „Wenn es sich um die Frau von der Party handelt, dann sprach sie akzentfreies Deutsch.“ Zeugen des Streits am Drägerforum sowie am späteren Tatort werden gebeten, sich unter Telefon 04 51/ 13 10 bei der Polizei zu melden.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Düstere Aussichten: Acht Stellen sind unbesetzt. Bis 2018 drohen weitere 40 verloren zu gehen.

24.10.2012

Der Projektentwickler Imetas, der als einziger Bieter nach einer EU-weiten Ausschreibung übrig blieb, stellte seine neuen Pläne gestern Politik und Verwaltung vor.

24.10.2012

Einen Schwan versuchten gestern Beamte der Wasserschutzpolizei zu fangen. Ein Angelhaken hatte sich am Kopf des Tieres verhakt.

24.10.2012
Anzeige