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Lübeck Zu abstrakt, zu unverständlich: Kritik an „Pinocchio“ hält an
Lokales Lübeck Zu abstrakt, zu unverständlich: Kritik an „Pinocchio“ hält an
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09:31 19.12.2015
Die Kritik am Weihnachtsmärchen des Lübecker Theater, "Pinocchio" hält weiter an. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Die Diskussion um das Weihnachtsmärchen des Theaters Lübeck reißt nicht ab. Einige Eltern hatten die „Pinocchio“-Inszenierung des Schauspieldirektors Pit Holzwarth wegen ihrer Gewaltdarstellung kritisiert (LN berichteten). In der Kritik steht die Inszenierung aber auch, weil sie nach Auffassung vieler Lehrer und Eltern die Bedürfnisse der Kinder missachtet.

„Mit der Gewalt in dem Stück habe ich nicht so ein Problem“, sagt die Grundschullehrerin Anna-Lena Christophersen (33) von der Kalandschule. Kinder seien heute ständig mit Gewaltdarstellung konfrontiert. Sie kritisiert an der Inszenierung vor allem, dass sie für Kinder zu abstrakt sei, dass der rote Faden fehle. Das habe sie an den Schülern ihrer Schule gesehen. „Kinder können das nicht so ausdrücken. Die sagen dann: ,Das war komisch‘ oder ,Ich hab‘ das nicht verstanden‘.“

Man könnte Kindern durchaus etwas zumuten, sagt Christophersen. „Man kann ihnen Kunst zugänglich machen.“ Wichtig seien aber für die Kinder Struktur und Orientierung. „Wenn man das berücksichtigt, dann kann man auch mal etwas wagen. Für Kinder ist die Welt zauberhaft und magisch. Sie sind total leicht einzunehmen.“

Auch auf der Facebook-Seite von LN-Online gibt es viel Kritik, die sich nicht in erster Linie gegen die Gewaltdarstellung richtet: „Ich war als Begleitung mit und wurde im Stück oft gefragt, wer das auf der Bühne sein soll, da es nicht deutlich war“, schreibt Brynchen Stdóttir. Ein „sehr tristes und einfaches Bühnenbild“ moniert Nicole Weißkirchen. Über „abstraktes, martialisches und skurriles Theater, was für Sechsjährige absolut ungeeignet ist“, beschwert sich Stefanie Märzenbecher.

„Wir sind auf der Suche nach Alternativen für das Weihnachtsmärchen“, sagt Anna-Lena Christophersen über sich und ihre Kollegen an der Kalandschule. Dabei ist sie selbst Theaterfan. Das Theater Lübeck hat sie zuletzt mit „Riders on the Storm“ begeistert. Die Regie führte Pit Holzwarth.

kab

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