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Lübeck Zu kantig, zu beliebig: Hotel-Entwürfe in der Kritik
Lokales Lübeck Zu kantig, zu beliebig: Hotel-Entwürfe in der Kritik
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20:31 05.11.2013
Knut Förster (70) mit dem Entwurf des Hamburger Architekten Leusmann (rechts) und des Lübecker Architekten Riemann (links): „Mir gefallen beide Entwürfe. Toll, dass die Architekten auch Geschäfte und Restaurants einbeziehen.“ Quelle: Fotos: Marieke Stender (4), Michael Hollinde (1)
Travemünde

Leer und verlassen stand das ehemalige Schwimmbad Aqua Top in Travemünde knapp sieben Jahre lang da, 2011 wurde es schließlich abgerissen. Passiert ist mit dem Grundstück in Toplage seither trotzdem nichts. Nun möchte die Deutsche Immobilien AG, die auch schon das Arosa-Resort in der Außenallee errichten ließ, auf dem brach liegenden Gelände vor dem Maritim ein sogenanntes Volkshotel mit 250 Zimmern, 100 Hotelappartements, Läden, Restaurants und einem öffentlichen Schwimmbad bauen lassen. Pläne, die eigentlich gut bei den Travemündern ankommen müssten. Doch die beiden Architektenentwürfe, die die Fachjury am 25. Oktober mit einem gemeinschaftlichen zweiten Platz auszeichnete, stoßen bei den Travemündern auf Gegenwind.

Im Kreuzfahrt-Terminal bot sich den Bewohnern des Seebads drei Tage lang die Gelegenheit, die Entwürfe für das geplante Aja-Hotel zu begutachten. Ein Angebot, das die Travemünder, die zahlreich im gläsernen Bau an der Trave erschienen, gern annahmen. Und alle waren sich einig: Die Entwürfe, die für die Bebauung des alten Aqua- Top-Geländes in die engere Wahl gekommen waren, ernten keinen Beifall. „Die sehen doch viel zu stur, zu kantig aus“, meint der 76-jährige Hans-Joachim Buske. Trotzdem findet der Rentner, dass auf dem Areal rund um das Maritim schnell gebaut werden sollte. „Die Travemünder sind eh immer gegen alles.“ Margot Bartels und Peter Stöckling fallen bei der Betrachtung der Architekten-Entwürfe nur Begriffe wie „Plattenbau“ und „Bettenburg“ ein. Der einzige Befürworter, der sich dort finden lässt, ist Knut Förster. Der 70-Jährige ist zu Besuch in seinem Geburtsort Travemünde und mag beide Architekten-Entwürfe. „Da haben die Gäste später einen tollen Blick auf die Trave, und ich finde auch schön, dass bei beiden Ideen Geschäfte in den Anlagen eingeplant werden.“ Ähnlich wie Förster beurteilt das Hotel-Projekt und die dafür vorliegenden Entwürfe auch die Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft (TWG). „Uns ist es wichtig, dass auf dem Areal zeitnah ein Projekt entsteht, das den Wirtschaftsstandort Travemünde belebt“, meint Christian Gomlich, erster Vorsitzender der TWG. „Beide Entwürfe würden dies umsetzen, daher sehe ich sowohl den Riemann- als auch den Leusmann-Entwurf als vernünftige Vorschläge.“

Auch Rudolf Lichtenhagen, erster Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins zu Travemünde, steht den Entwürfen positiv gegenüber: „Travemünde braucht Betten und ein Schwimmbad. Ich finde den Entwurf des Lübecker Architekten etwas besser, weil er eine gute Ergänzung zum Maritim ist.“ Warum die Entwürfe für das Aja-Hotel bei den Travemündern so schlecht ankommen, versteht auch Uwe Hildebrandt, Vorsitzender des zur Zeit ruhenden Ortsrates Travemünde, nicht: „Es den Travemündern recht zu machen, ist immer schwierig, vielleicht sogar unmöglich.“ Am 25. Oktober entschied Hildebrandt als Jurymitglied mit über die Architektenentwürfe. Seine Wahl fiel auf den Entwurf des Lübecker Architekten Riemann: „Die dezentrale Bauweise finde ich ansprechend und eine gute Ergänzung zum Maritim. Aber bis zur endgültigen Entscheidung muss der Entwurf noch funktionstüchtiger werden.“

Bis Dezember haben die beiden Zweitplatzierten nun noch Zeit, ihre Entwürfe zu überarbeiten. Einigen sich Investor und Stadt dann auf einen Entwurf, könnte 2015 der Bau des Aja-Hotels starten.

Marieke Stender

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