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Lübeck Zu wenig Personal: Juze Burgtor muss immer wieder schließen
Lokales Lübeck Zu wenig Personal: Juze Burgtor muss immer wieder schließen
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19:15 06.06.2016
„Wir sind gescheitert, wir haben am Bedarf der Jugendlichen vorbei geplant.“Pito Bernet (Lübecker Jugendring)

Das vor vier Jahren aufwendig sanierte Jugendzentrum Burgtor muss immer wieder schließen. Von vier Stellen für hauptamtliche Mitarbeiter sind derzeit nur zwei besetzt. Fällt einer der beiden Mitarbeiter aus, darf der andere das über 1000 Quadratmeter große Jugendzentrum nicht mehr allein öffnen. „Wir mussten seit März zwei Mal schließen“, berichtete Karl-Heinz Georg, Bereichsleiter Jugendarbeit, jetzt den zuständigen Politikern. In den nächsten zwei Wochen ist das Haus erneut dicht. Erst, weil ein internationales Jugendparlament dort tagt, anschließend, weil einer der beiden Mitarbeiter in den Urlaub geht. Ein Gruppe von Jugendlichen forderte jetzt von den Politikern, dass sie die zwei Stellen wieder besetzen sollen.

„Die Wiederbesetzungsanträge liegen beim Bürgermeister“, sagte Georg, „frei werdende Stellen müssen neun Monate lang unbesetzt bleiben.“ Versuche, die freien Arbeitsplätze mit Bewerbern aus der Verwaltung zu besetzen, würden regelmäßig scheitern. Georg: „Im Jugendzentrum Moisling versuche ich seit drei Jahren, eine Stelle intern zu besetzen.“ Der Jugendhilfeausschuss, bei dem die Jugendlichen ihren Frust, aber auch die Bedeutung der Einrichtungen für Lübecker nachdrücklich schilderten, sieht sich außerstande zu helfen. Die Jugendpolitiker verwiesen auf den Hauptausschuss und seine nächste Tagung im Rathaus. Dort sollten die Jugendlichen auftreten. CDU-Politikerin Dagmar Hildebrand riet, eine Demo zu der Sitzung anzumelden.

Heftige Kritik übte die GAL-Politikerin Katja Mentz an der Verwaltung. Vor zwei Jahren sprachen Jugendliche aus Buntekuh im Ausschuss vor, weil sie keinen Treffpunkt im Stadtteil haben. Sie müssen sich in der Schule einen Pavillon mit der Schulsozialarbeit teilen. Der Raum muss stets aufgeräumt verlassen werden, die Jugendlichen können ihn nicht nach ihrem Geschmack einrichten. „Keine Schule in Lübeck hat Räume übrig“, erklärte Karl-Heinz Georg vom Bereich Jugendarbeit. Er sei auch nicht Chef der Schulsozialarbeiter. Da platzte Mentz der Kragen. „Es kann doch nicht sein, dass wir zwei Jahre lang keinen Raum für Jugendliche in Buntekuh finden.“ Jörn Puhle (SPD) schlug vor, dass Georg mit den Schulsozialarbeitern spricht. Außerdem will der Jugendhilfeausschuss seine nächste Sitzung in Buntekuh abhalten.

Aber nicht nur die Jugendlichen schieben Frust über fehlende Räume und geschlossene Jugendzentren. Auch der Lübecker Jugendring ist verärgert. In einem langwierigen Verfahren erarbeitete die Dachorganisation der Jugendverbände ein Konzept für die bessere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Ambitionierte Projekte sprangen dabei heraus. Auf dem Markt sollte am 17. Juni ein Kinder- und Jugendforum stattfinden, Jugendliche wollten eine App und eine Online-Zeitung entwickeln. Das werde es alles nicht geben, sagte Bernet jetzt im Jugendhilfeausschuss. „Wir haben am Bedarf der Jugendlichen vorbei geplant“, räumte der Geschäftsführer des Jugendrings ein. Viele Jugendliche hätten kein Interesse an Beteiligung. Bernet: „Schülerdemokratie funktioniert nicht, viele Schulen sind demokratiefreie Zonen.“

Politiker und Verwaltung dagegen sind überzeugt, dass Jugendliche schon mitreden wollen. „Wichtiger als spektakuläre Aktionen auf dem Markt ist allerdings die alltägliche Arbeit in Schulen und Jugendzentren“, sagte Bereichleiter Georg. „Wir müssen zu den Jugendlichen gehen und nicht warten, bis sie zu uns kommen“, erklärte GAL-Politikerin Mentz. „Wir müssen Beteiligung dort organisieren, wo Interessen der Jugendlichen direkt berührt sind“, sagte Ausschussvorsitzender Tim Klüssendorf (SPD).

Kai Dordowsky

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