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Lübeck Zu wenige Fahrrad-Plätze für Pendler
Lokales Lübeck Zu wenige Fahrrad-Plätze für Pendler
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17:26 10.08.2016
Die Fahrrad-Abstellanlagen am Hauptbahnhof sind völlig überbelegt. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

 Der Verkehrsverbund Nah SH hat eine Liste aller schleswig-holsteinischen Bahnhöfe und der Nutzung der Fahrrad-Stellplätze erstellt. Die Piraten fordern – gerade auch für Lübeck – einen „schnellstmöglichen Ausbau“ der Anlagen. „Das, was zahlreiche Radler jeden Tag am eigenen Leib erfahren, ist jetzt durch die Landesregierung bestätigt worden“, sagt Arne Wulf, Sprecher der Lübecker Piraten.

Acht Bahnhöfe listet Nah SH für die Hansestadt auf – vom Hauptbahnhof über den Skandinavienkai bis zum Flughafen. Hauptbahnhof und Travemünde-Hafen sind 2014 und auch im Vorjahr zu über 100 Prozent belegt gewesen, also völlig überlastet. Am Bahnhof Hochschulstadtteil liegt die Auslastung bei 100 Prozent, in Kücknitz und St. Jürgen sind die Werte geringer. „Land und Stadt sind jetzt in der Pflicht, endlich etwas zu unternehmen“, sagt der Lübecker Piraten-Sprecher.

Der Bedarf vor allem am Hauptbahnhof sei groß, bestätigt Nah SH. Der Ausbau der Fahrrad-Stellanlagen könnte zu 75 Prozent vom Land gefördert werden. „Wir würden es sehr begrüßen, wenn dort bald etwas geschieht“, sagt eine Sprecherin. Ungelöst seien bisher aber die Grundstücksfragen. Die Nah-SH-Sprecherin: „Entweder die Deutsche Bahn möchte die Flächen für ein Fahrrad-Parkhaus nicht zur Verfügung stellen – oder die Flächen müssen umfassend und teuer saniert werden.“

Um neuen Schwung in das alte Thema zu bringen, hat die Bauverwaltung das Parkhaus beim Förderprogramm „Klimaschutz im Radverkehr“ des Bundesumweltministeriums angemeldet. 90 Prozent der zwei Millionen Euro teuren Investition für 688 Stellplätze hätte Lübeck vom Bund bekommen können. „Das ist leider abgelehnt worden“, berichtet der Fahrradbeauftragte Nils Weiland. Auch die seit Jahren von Radfahrern gewünschte Stadtgrabenbrücke wurde für den Wettbewerb angemeldet – und ebenfalls abgelehnt. Weiland: „Für die Abstellanlagen suchen wir jetzt nach einer anderen Lösung.“

Immerhin: Für den Ausbau von Abstellanlagen am Bahnhof Hochschulstadtteil liegt der Stadt ein Zuwendungsbescheid vor. Die Umsetzung habe sich erheblich verzögert, da Abstimmungen mit der Deutschen Bahn erforderlich gewesen seien, erklärt die Stadtverwaltung. Weiland: „Die Ausschreibung ist erfolgt, der Baubeginn ist demnächst und die Fertigstellung noch in diesem Jahr geplant.“ Und die beiden Bahnhöfe Travemünde-Hafen und Skandinavienkai wurden in das 2015 gestartete „Bike & Ride“-Programm des Landes aufgenommen. Für 13 Stationen wurden Standard-Anlagen entworfen. Laut Nah SH soll bis Mitte Oktober der Rahmenvertrag mit einem „Bike & Ride“-Hersteller abgeschlossen werden. Anfang 2017 würden die ersten Standorte gebaut, so der Verkehrsverbund.

Zu wenig Geld, zu wenig Personal, um beschlossene Planungen auch umzusetzen: In diesem Jahr kann der Fahrradbeauftragte nur kleinere Maßnahmen umsetzen. Die Radfahrer, die bislang in der Meierstraße auf dem Gehweg fahren müssen, werden auf die Straße gelenkt. Parkende Fahrzeuge erhalten Platz auf dem Fußweg (50 Zentimeter). Dadurch gibt es mehr Platz auf der Straße, so dass Radfahrer und Busse aneinander vorbeikommen. Markierung und Beschilderung sollen noch in diesem Jahr erfolgen, sagt der Fahrradbeauftragte. Ebenfalls 2016 werden in der Luisenstraße zwei jeweils 2,50 Meter breite Schutzstreifen auf der Fahrbahn markiert.

Die Pflicht, in der Geniner Straße zwischen Berliner Kreisel und Kronsforder Allee die schmalen und teilweise kaputten Radwege zu benutzen, wird aufgehoben. Und an der Bundesstraße 104 zwischen Schlutup und Israelsdorf baut der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr einen 1,50 Meter schmalen Radweg auf 2,50 bis drei Meter aus.

Noch bis Anfang Oktober müssen Radfahrer auf dem Gneversdorfer Weg in Travemünde schieben. Die umstrittene Regelung gilt, bis ein Radfahrstreifen auf der Fahrbahn markiert ist. Das sollte schon Ende Juli der Fall sein, verschiebt sich aber wegen Abstimmungen mit der Bahn. Für die seit Langem diskutierte Kommunalspur (Räder, Busse, Taxen) auf der Ratzeburger Allee wird noch an den Details der Verkehrsführung gebastelt.

Pläne für 2017

Im Frühjahr soll der rund 100000 Euro teure Umbau des Knotenpunktes Moltkestraße, Hüxtertorallee, Rehderbrücke starten. Für 257000 Euro wird der Radweg Moislinger Baum/Moislinger Berg verbreitert. Die Erneuerung des Radweges zwischen Kücknitz und Travemünde geht weiter, auf knapp einem Kilometer wird saniert und auf 2,50 Meter verbreitert. Für 258 000 Euro erneuert die Stadt den 556 Meter langen Radweg an der Schwartauer Allee zwischen Marienstraße und dem früheren Schlachthof.

Schutzstreifen werden markiert in der Fregattenstraße, in der Ziegelstraße stadteinwärts von Buntekuhweg bis Karavellenstraße, in der Außenallee Travemünde, im Schlutuper Ortskern und im Teutendorfer Weg.

 Kai Dordowsky

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