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Lübeck Zug legt Bahnübergang in der Ratzeburger Allee lahm
Lokales Lübeck Zug legt Bahnübergang in der Ratzeburger Allee lahm
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19:00 19.10.2017
Ein Zug blockiert zur Zeit den Bahnübergang an der Ratzburger Allee.  Quelle: Holger Kröger
Lübeck

„Gegen 9.50 Uhr haben wir Kenntnis davon erhalten, dass der Zug direkt auf dem Bahnübergang stehen geblieben ist. Die Lokomotive war für den sehr schwer beladenen Transport nicht geeignet“, sagt Michael Hiebert, stellvertretender Sprecher der Bundespolizei. Der Zug musste in Höhe des Bahnübergangs anhalten. „An der betroffenen Stelle befindet sich eine kleine Anhöhe, dort sind die Räder der Lok beim Anfahren durchgedreht“, so Hiebert. Die Bundespolizei hat daraufhin einen Hilfszug angefordert, der den Transport von hinten angeschoben hat. Gegen 10.30 Uhr konnte der Zug seine Fahrt fortsetzen.

Ein mit Holz beladener Zug, blockierte am Donnerstagvormittag die Ratzeburger Allee. Die Wagons waren direkt auf dem Bahnübergang zum Stehen gekommen. 

Die Firma Waldkontor aus Kastorf, die die Beladung übernommen hat, bestreitet, dass die Lok zu viel Gewicht ziehen musste. Insgesamt bestand der Transport aus 20 Waggons, das Gesamtgewicht lag laut der Firma bei rund 1000 Tonnen. Jeder Waggon war mit zwei Lkw-Ladungen beladen. „Der Zug war damit nicht überladen. Der Lokführer bekam ein Haltesignal, beim Anfahren kam es aufgrund der Witterung zu Schwierigkeiten“, sagt Annett Schulte. „Generell kommt es im Herbst wegen des nassen Wetters und der fallenden Blätter häufiger zu Problemen auf den Bahnschienen als im Sommer“, so die Prokuristin von Waldkontor. Der Zug wurde am Konstinkai für die Fahrt beladen. Die Fichten waren für eine Papierfabrik in Arneburg<NO>bestimmt. Für den Transport vom Kai aus war die Firma aus Sachsen-Anhalt selbst verantwortlich.

In der Ratzeburger Allee kam es während der Sperrung des Bahnübergangs zu langen Staus. Viele Autofahrer drehten um und nutzen die Ausweichstrecke über den Mönkhofer Weg. Doch auch hier war schon bald kaum noch ein Durchkommen. Auch Fußgänger und Radfahrer musste warten, bis der Hilfszug anrückte. Schlimmer war der Vorfall für das UKSH. Denn während der Sperrung wollten auch Rettungswagen den Bahnübergang mit Blaulicht passieren. Sie mussten ebenfalls den Umweg über den Mönkhofer Weg in Kauf nehmen. Für die Klinik ein ernsthaftes Problem. Denn schon in der Vergangenheit hatte der Bahnübergang immer wieder Probleme bereitet, weil die Schranken nicht öffneten. „Es wird höchste Zeit, dass eine Lösung gefunden wird“, appelliert Sprecher Oliver Grieve. „Der Vorfall ist nur ein weiteres Beispiel, wie lange soll das noch so gehen? Es sollte ein Tunnel projektiert werden, damit die Krankenwagen ungehindert das UKSH anfahren können“, findet Grieve.

Immer wieder gab es am Bahnübergang in der Ratzeburger Allee technische Probleme. 2015 war der Übergang über eine Stunde lang nicht passierbar, weil ein bahntechnischer Fehler die Schranken außer Betrieb setzte. 2014 kam es fast monatlich zu Störungen, auch der Bahnübergang am Mönkhofer Weg war betroffen. „Der Bau eines Tunnels wäre Sache der Bahn“, sagt die stellvertretende Stadtsprecherin Valessa Glisovic klar.

Die Bahn äußerte sich jedoch nicht konkret zu dem Vorschlag des UKSH-Sprechers. Sie teilte nur mit, dass Bahnübergänge grundsätzlich eine Gemeinschaftsaufgabe seien und dass es aufgrund des liegengebliebenen Zuges nur zu geringen Einschränkungen gekommen sei. „Die Züge konnten auf dem Gegengleis fahren“, sagte Sprecherin Angelika Theidig.

Auf der betroffenen Strecke fahren die Züge zwischen dem Lübecker Hauptbahnhof und Bad Kleinen. Mindestens zwei Mal rauschen sie pro Stunde durch St. Jürgen.

Von Maike Wegner

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