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Lübeck Zuhälter-Prozess: Vater des Opfers hatte keinen Verdacht
Lokales Lübeck Zuhälter-Prozess: Vater des Opfers hatte keinen Verdacht
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20:10 10.01.2018
St. Lorenz Nord

Es ist ein Abend Anfang April des vergangenen Jahres. Der Vater von Jana S. (Name geändert) bekommt einen alarmierenden Anruf seines Neffen. Der Freund seiner Tochter sei mit einem Schlagring bewaffnet in ihre Wohnung gestürmt. Der 45-Jährige ruft die Polizei und setzt sich sofort ins Auto. Als er in ihrer Wohnung ankommt, sieht er Jana S. zusammengekrümmt auf dem Sofa sitzen. An der Stirn hat sie eine starke Schwellung. Später finden die Polizisten den Schlagring unter dem Sofa. Der Vater ist fassungslos. „Ich habe nicht mitbekommen, dass meine Tochter so bedroht wurde“, sagte er jetzt im Gerichtssaal.

Zwar habe sie sich immer mehr zurückgezogen und verängstigt gewirkt. Wenn er sie darauf ansprach, habe sie gesagt: „Das kann ich dir nicht erzählen.“ Er habe diese Entscheidung respektiert.

Dass ihr Freund Jana S. zu Sexparties und Straßenstrich, Pornofilmdrehs und Hausbesuchen von Freiern in der eigenen Wohnung gezwungen haben soll, erfuhr er erst einige Zeit nach dem Vorfall in ihrer Wohnung – stückchenweise durch die Ermittlungen der Polizei. Jana S. begann während der Vernehmungen immer mehr zu erzählen.

Der Angeklagte Johannes G. äußerte sich nach den Schilderungen des Vaters selbst. Er gab zu, einen Schlagring in die Wohnung mitgenommen und drohend in der rechten Hand gehalten zu haben. „Aber ich habe ihn nicht benutzt“, beteuerte der 26-Jährige.

Die Misshandlungen hätten seine Tochter stark geprägt, sagte der Vater. „Sie geht zwar arbeiten, hat ihre Ausbildung beendet, und trifft sich wieder mit Freunden“, erzählte der 45-Jährige. „Doch die ständige Angst bleibt.“

Der Angeklagte sitzt seit August in Untersuchungshaft. Am letzten Verhandlungstag hatte er zwar einen Antrag auf Aussetzung seines Haftbefehls gestellt. Die Vorsitzende Richterin Helga von Lukowicz lehnte das jedoch ab. Häufig wechselnde Arbeitsstätten, eine lange Zeit ohne festen Wohnsitz, sein Drogenkonsum sowie Kontakte ins Rotlichtmilieu und zu den Hells Angels ließen bestärkten sie darin, dass eine Fluchtgefahr und Bedrohung künftig nicht ausgeschlossen werden können.

sbu

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