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Lübeck Zukunft der LHG ungewiss: Tarifgespräche erneut gescheitert
Lokales Lübeck Zukunft der LHG ungewiss: Tarifgespräche erneut gescheitert
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20:17 11.11.2017
Jetzt müssen Lösungen her: Sebastian Jürgens, Chef der Lübecker Hafen-Gesellschaft. Quelle: Foto: Roessler
Lübeck

Es geht um das Rettungspaket für die LHG. Das mehrheitlich städtische Unternehmen ist extrem angeschlagen und muss saniert werden. Vor drei Wochen haben die Hafenarbeiter Nein gesagt und das Rettungspaket für die LHG abgelehnt, obwohl die Gewerkschaft ihnen die Zustimmung empfohlen hatte. Damit drohte die Sanierung zu scheitern.

Daraufhin haben LHG und Verdi noch einmal verhandelt – bis Freitag. Ohne Ergebnis. Das Problem: LHG und Verdi streiten über Flexibilisierung der Arbeitszeit. Die Hafenarbeiter lehnen es ab, dauerhaft flexibel zu arbeiten – und nicht nur für die Zeit der Sanierung von drei Jahren.

„Es gibt offene Punkte, über die wir uns nicht einigen konnten“, bestätigt Karl-Heinz Pliete, Verdi- Landesfachbereichsleiter Verkehr. Die wolle er nächste Woche mit der Belegschaft besprechen und ein Stimmungsbild einholen. „Wir sind ergebnislos auseinandergegangen“, sagt LHG-Chef Sebastian Jürgens auf LN-Anfrage. Er habe sich im Vorfeld bemüht, den Hafenarbeitern die Situation der Gesellschaft zu verdeutlichen.

An den flexiblen Arbeitszeiten hängt das ganze Rettungspaket. Der Deal: Die Hafenarbeiter verzichten auf 17 Millionen Euro Lohn bis 2021. Dabei geht es um den Wegfall von Weihnachts- und Urlaubsgeld – und vor allem um Überstunden. Wird flexibler gearbeitet, fallen nicht so viele an. Im Gegenzug verzichtet die Stadt auf 17 Millionen Euro Pacht bis Ende 2021. Das alles steht im Eckpunktepapier, das im April zwischen LHG und Verdi ausgehandelt und auch von den Hafenarbeitern abgesegnet wurde. Die Bürgerschaft hat im Juni ihr Okay gegeben. So weit so gut. LHG und Verdi haben die Details des Sanierungstarifvertrags ausgehandelt und sich geeinigt. Die Hafenarbeiter aber lehnten das Vertragswerk am 20. Oktober ab. Nun sind auch die Nachverhandlungen zwischen LHG und Verdi Freitagnacht gescheitert.

Und jetzt drängt die Zeit. Bis Ende November muss eine Lösung her. Aus zwei Gründen. Nummer eins: Das Unternehmen schreibt seit Jahren Defizite. In diesem Jahr ist ein Minus von 7,9 Millionen Euro prognostiziert. Das kann die LHG noch ausgleichen. Defizite aus 2018 auch noch. Aber dann wird es finanziell eng. Nummer zwei: Die LHG droht ihren letzten wichtigen Großkunden zu verlieren. Aktuell will dieser Papierkunde sein Geschäft vom Nordlandkai an den Skandinavienkai verlegen. Dazu müssen 16 Millionen Euro investiert werden. Die beiden Gesellschafter – Stadt (62,5 Prozent der Anteile) und Rreef – haben zugestimmt. Die Bürgerschaft will das Investment in ihrer Haushaltssitzung Ende November absegnen. Der Kunde hat seine Frist für eine Entscheidung bereits zwei Mal verlängert – jetzt bis Ende November. Doch sollte die LHG ihre Probleme nicht in den Griff bekommen, gibt es die Befürchtung, dass auch dieser Kunde den Lübecker Hafen verlässt. Rostock hat ihm schon ein Angebot gemacht. Außerdem führt die LHG dem Vernehmen nach noch mit zwei weiteren Kunden Gespräche über Vertragsverlängerungen. Doch verlieren die Kunden das Vertrauen in die LHG, ist unklar, ob das Unternehmen eine Zukunft hat. Das würde die angeschlagene LHG kaum verkraften.

Pikant: Scheitert das Rettungspaket der LHG, sieht es auch schlecht aus für die 130 Hafenarbeiter des insolventen Hafenbetriebsvereins (HBV). Die waren jahrelang als Leiharbeiter bei der LHG tätig und haben sich jetzt bei der LHG eingeklagt. Einen Teil der Arbeiter will die LHG übernehmen, die anderen HBV-Leute sollen Abfindungen erhalten. Die Stadt ist bereit, 800 000 Euro dafür auszugeben.

Doch gibt es keine Einigung über den Sanierungstarifvertrag zwischen LHG und Verdi, gibt es auch kein Geld für die HBV-Leute. Der insolvente HBV wird spätestens Ende September 2018 aufgelöst.

Von Josephine von Zastrow

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