Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Zum Ausbildungsstart gibt’s noch 642 freie Lehrstellen
Lokales Lübeck Zum Ausbildungsstart gibt’s noch 642 freie Lehrstellen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:58 15.08.2017
Radeln fürs Smartphone: Wenn Sören Schaal (20, r.) zwei Minuten in die Pedale tritt, dann steigt der Batteriebalken von Finnja Martins (21) Handy um einen Prozentpunkt. Eine auffällige Aktion, mit dem die Elektroniker um Nachwuchs werben. Quelle: Fotos: Felix König
Anzeige
Lübeck

 Das ist immerhin ein knappes Drittel. Dabei haben die meisten Ausbildungen am 1. August begonnen. Einige Lehrlinge steigen auch erst Anfang September ein. „Wer sich jetzt erst entschlossen hat, eine Ausbildung zu machen, sollte sich unbedingt bei uns melden“, wirbt Markus Dusch, Chef der Arbeitsagentur.

Zur Galerie
Kaufmann, Verkäufer und Bankkaufleute werden gesucht – Im Handwerk bieten die Elektroniker die meisten Plätze.

Denn es gibt auch noch Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen – und bislang keine gefunden haben. 1700 junge Leute hatten sich bei der Arbeitsagentur gemeldet, davon haben bis jetzt 559 noch keinen Ausbildungsvertrag unterzeichnet. Rechnerisch gleichen sich Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt fast aus: Es gibt 1,2 freie Stellen für einen Jugendlichen, der eine Lehrstelle sucht.

Die meisten freien Plätze gibt es im Einzelhandel. Dort werden noch 71 Jugendliche gesucht, die Kaufmann lernen wollen. Zudem gibt es 50 freie Plätze für Verkäufer und 44 für Bankkaufleute. Dann folgen die Elektroniker mit 42 freien Lehrstellen. Sie bieten die meisten Ausbildungsplätze im Handwerk. „Gerade das Elektro-Handwerk sucht mehr Azubis, als es finden kann“, sagt Anna-Lena Schomburg von der Handwerkskammer.

Das Problem: Häufig haben Jugendliche kaum Kenntnis von dem, was den Beruf ausmacht. Eine Schwierigkeit mit der insbesondere die Elektroniker zu kämpfen haben. In Lübeck gibt es 70 Betriebe. Sie bieten etwa 100 Lehrstellen an. Davon sind noch gut 40 unbesetzt. „Viele denken, es geht nur um Steckdosen und Lichtschalter“, sagt Obermeister Meik Barra von der Elektroinnung. „Dabei bietet der Beruf viel mehr.“ Er wirbt vor allem im Netz um Nachwuchs – auf Instagram, Facebook und mit einer extra Website. „Wir versuchen, die jungen Leute für unser Handwerk zu begeistern“, sagt Barra.

Denn ohne Elektronik läuft heute gar nichts. Barra selbst hat eine Firma für Sicherheitstechnik. Dabei geht es um Netzwerktechnik. Mit dem Handy das Licht bedienen, die Heizung steuern, den Kühlschrank runterfahren, die Alarmanlage anschalten. Das Stichwort ist Smart Home – Geräte zentral steuern, auch von unterwegs. Es geht um komplexe Telefonanlagen, Zugangskontrollen, Videoüberwachung. Andere Betriebe haben sich auf Starkstrom spezialisiert wie Überlandleitungen, die Windenergie aus dem Norden in den Süden transportieren. Außerdem sorgen Elektroautos für neue Jobs.

„Es gibt gute Aufstiegschancen“, wirbt Barra. Wer Elektroniker werden will, kann sich spezialisieren – es werden sieben Fachrichtungen angeboten. Von der Telekommunikation über Maschinen- und Antriebstechnik bis zur Energie- und Gebäudetechnik. Aktuell boomt die Branche. Es gibt keine Zinsen bei den Banken, Menschen investieren in Beton, es wird gebaut, da sind Elektroniker gefragt. Denn Häuser werden heute anders gedacht: Es geht um stromsparende und elektronisch gesteuerte Gebäude, eben Smart Homes. Barra: „Azubis haben gute Chancen, vom Betrieb übernommen zu werden.“

Die Lehre

Die Elektroinnung sucht junge Leute zwischen 15 und 19 Jahren. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung. In der Woche wird vier Tage im Betrieb gelernt, einen Tag in der Berufsschule Emil-Possehl.

Der Verdienst in der Ausbildung liegt je nach Lehrjahr zwischen 500 und 800 Euro. Berufsanfänger verdienen 2200 Euro brutto. Mehr Informationen unter www.diegabe-e.de.

 Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige