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Lübeck Zuwendung für zwei Lübecker Polizisten
Lokales Lübeck Zuwendung für zwei Lübecker Polizisten
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21:51 15.04.2016
Landtagspräsident Klaus Schlie übergibt den Polizeihauptmeistern Zuwendungen über Kuraufenthalte. Quelle: Tomma Petersen

 Seit Jahren greift der Hilfsfonds im Dienst schwer verletzten Beamten oder den Angehörigen getöteter Polizisten unter die Arme. Nun erhalten die 40-jährige Polizeihauptmeisterin und ihr 42-jähriger Kollege Kuraufenthalte für sich und ihre Familien.

„Diese Zuwendungen sind in keiner Form eine Entschädigung, aber eine gesellschaftliche Anerkennung für ihre Leistung“, sagt Schlie. Ein Einsatz im vergangenen Jahr hatte die Polizisten stark in Mitleidenschaft gezogen. Am 24. November hatten die Beamten des 3. Polizeireviers ihren Kollegen in Mecklenburg Amtshilfe geleistet. In Herrnburg hatte ein Autohändler eine Gruppe Jugendlicher gemeldet, die ihm ein offenbar gestohlenes Auto verkaufen wollten.

Beim Eintreffen der beiden Ermittler flohen die Heranwachsenden — zwei Jugendliche (15 und 17) konnten die Beamten stellen. Im Streifenwagen sei es dann zu massiver Gewalt gegenüber den Beamten gekommen. „Weitere Jugendliche kamen den Verdächtigen zu Hilfe“, heißt es vonseiten der Polizei. Die Polizeihauptmeister wurden so schwer verletzt, dass sie sich in ärztliche und stationäre Behandlung begeben mussten. Bis vor Kurzem seien sie nicht dienstfähig gewesen. Auch unter sehr konkreten Bedrohungen zu ihrem Privatleben hätten die Beamten leiden müssen. Ein Jugendlicher hätte den Angriff mit seinem Mobiltelefon gefilmt — die Aufnahmen waren später online zu finden.

„Wir nehmen zur Kenntnis, dass es zunehmend zu Angriffen gegen Beamte kommt“, erklärt Schlie. Die Angriffe häuften sich nicht nur, der Widerstand gegen die Polizei würde außerdem immer heftiger. „Das ist Widerstand gegen diejenigen, die ihren Auftrag erfüllen und das machen, wofür der Staat sie bezahlt — solche brutalen Angriffe müssen Konsequenzen haben und bestraft werden“, so Schlie.

Der Fall der beiden Lübecker Hauptmeister sei kein Regelfall, aber körperliche und psychische Gewalt gegenüber Polizisten würde intensiver werden. „Im letzten Jahr wurden 67 Beamte im Dienst durch Angriffe verletzt“, erklärt Norbert Trabs, der Leiter der Polizeidirektion Lübeck. 2014 seien es 27 gewesen. „Das ist nicht hinnehmbar“, sagt Trabs. „Die Beamten werden für Bürger tätig, solche Angriffe richten sich also gegen unsere Gesellschaft.“

Von tp

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