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Lübeck Zwei Jahre auf Bewährung für den Messerstecher
Lokales Lübeck Zwei Jahre auf Bewährung für den Messerstecher
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21:10 07.07.2017
St. Lorenz Nord

Der Angeklagte Thorsten L. (alle Namen geändert) ist glimpflich davongekommen: zwei Jahre auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung dafür, dass er einen Menschen fast getötet hätte. Wenn es denn bei dem Urteil bleibt, das gestern das Landgericht fällte. Am 23. April hatte L. dem 28-jährigen Ben H. in einer Kneipe in der Beckergrube ein Messer in den Leib gestoßen und ihn schwer verletzt.

Thorsten L. ist 39 Jahre alt, hatte noch nie eine feste Freundin und lebt bei seiner Mutter. Als er Narumol B. kennengelernt und ein paar Mal mit ihr telefoniert hatte, glaubte er, sie seien ein Paar. Das sah Narumol B. (43), die gestern als Zeugin befragt wurde, allerdings ganz anders. „Es war nur ein Anfang. Wir hatten noch gar kein Verhältnis miteinander“, übersetzte eine Dolmetscherin ihre Aussage aus dem Thailändischen.

In der Nacht auf den 23. April beobachtete Thorsten L. wie Narumol B. mit Ben H. flirtete, den weder er noch sie kannten. Das brachte Thorsten L. so in Rage, dass er dem vermeintlichen Nebenbuhler vor der Toilette auflauerte und ihm die zehn Zentimeter lange Klinge seines Einhandmessers in den Oberbauch stieß. Ben H. verlor viel Blut und erlitt eine Leberverletzung. Das ist der Tatverlauf in der Schilderung des Opfers.

Staatsanwältin Magdalena Salska hatte an dieser Schilderung keine Zweifel. Thorsten L. hatte vor Gericht gesagt, das Opfer habe ihm eine Kopfnuss geben wollen und sei dabei in das Messer gelaufen.

Beim Eintreffen der Polizei in der Kneipe hatte er sogar noch behauptet, er habe H. einen Autoschlüssel in den Bauch gedrückt – bis die Beamten das Messer fanden, das er in einem Papiertuchspender versteckt hatte. Als „völlig unplausibel“ bezeichnete die Staatsanwältin die Version des Angeklagten. Sie forderte drei Jahre Haft. „Für mich taktiert der Angeklagte hier genauso wie unmittelbar nach der Tat“, sagte sie.

Thorsten L. gab die Tat im Nachhinein auf sanftes Drängen seines Verteidigers Oliver Dedow am Ende der Verhandlung doch noch zu. Das schlug zu seinen Gunsten aus. Richter Christian Singelmann verurteilte den nicht vorbestraften Thorsten L. zu zwei Jahren auf Bewährung. Zu den Bewährungsauflagen gehört, dass L. die 3000 Euro Schmerzensgeld zahlt, auf die er sich mit dem Opfer außergerichtlich geeinigt hat – mit Unterschrift und Handschlag. Die Staatsanwalt prüft eine Revision.

Hanno Kabel

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