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Lübeck Umwandlung von Sky zu Rewe schreitet voran
Lokales Lübeck Umwandlung von Sky zu Rewe schreitet voran
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17:04 12.10.2018
Hektische Betriebsamkeit, noch während die letzten Kunden im Laden sind: Der Sky-Markt in der Moislinger Allee wird umgebaut. Quelle: 54° / Felix Koenig
St. Lorenz Süd/St. Lorenz Nord

Seit Tagen schon steht ein großes Zelt auf dem Parkplatz von Sky an der Moislinger Allee, ein großer Teil ist abgesperrt, überall Wagen von Fachfirmen für Kühltechnik und Ladenbau. Es ist Donnerstag, 17.30 Uhr, und vor dem Café des Marktes sitzen – wie so oft – ältere Stammkunden und klönen bei einer Tasse Kaffee. „Rewe ist teurer als Sky“, sagt Elke Hager (77), warum sie nicht begeistert von der Umfirmierung ist, zudem „kommt vieles weg, was man gewohnt ist. Aber wir müssen uns damit abfinden!“

Die LN haben am letzten Sky-Tag in der Moislinger Allee vorbeigeschaut. Der Laden war kaum wiederzuerkennen . . .

Während Bäcker und Café bleiben, wie sie sind, sieht es drinnen im 1800 Quadratmeter großen Supermarkt dramatisch verändert aus: Alles, was frisch und verderblich war, ist bereits weggeräumt, leere Regale wechseln sich mit abgebauten ab. Und überall hetzen Menschen mit riesigen Rollwagen und Kunststoff-Paletten durch die Gegend. Die restlichen Regale müssen ausgeräumt werden.

Demo und Neueröffnung

Gegen die ersatzlose Schließung des Sky-Marktes in Schlutup Ende Oktober demonstrieren betroffene Bürger am Donnerstag, 18. Oktober, um 15 Uhr vor dem Markt an der Mecklenburger Straße 37. Der Sky-Markt am Andersenring in Moisling ist bereits geschlossen – hier soll am 25. Oktober Penny eröffnet werden.

Die neuen Rewe-Märkte an der Moislinger Allee 56 (1800 Quadratmeter) und Schwartauer Allee 50 (1200 Quadratmeter) eröffnen am Donnerstag, 18. Oktober, jeweils um 7 Uhr. Beide sind künftig montags bis sonnabends von 7 bis 22 Uhr geöffnet. Beide bieten eine große Obst- und Gemüseabteilung, der Markt an der Moislinger Allee zudem eine Salatbar. In beiden Filialen wird es künftig auch Produkte aus eigener Zubereitung geben.

Mehr als 40 Leute sind im Einsatz – 20 Sky-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, 20 externe Kräfte plus ein Umbau-Team, wie Marktleiter Sven Rocksien (52) erzählt, der seit fünf Jahren den Markt an der Moislinger Allee leitet und seit 36 Jahren bei Coop beschäftigt ist. „Heute bis 22 Uhr muss alles raus sein“, sagt er, während er Regale ausräumt. Alle machen Überstunden, „aber wir freuen uns aufs Neue.“

Die letzten Kunden haben den Sky-Markt an der Schwartauer Allee verlassen, bis nächsten Donnerstag wird er zu Rewe umgebaut. Quelle: Lutz Roeßler

Ähnlich sieht es im Markt an der Schwartauer Allee aus: Mit mehr als 30 Leuten um Marktleiter Daniel Plewinski (30) wird alles ausgeräumt, damit bereits am Freitag die neue Ware eingeräumt werden kann. „Wir hatten ein Jahr Vorlaufzeit, einige ältere Mitarbeiter waren zwar ein bisschen traurig, aber inzwischen sehen es alle positiv.“

Überraschte Stammkunden

Zurück in die Moislinger Allee: Bevor der Supermarkt um 18 Uhr schließt, verirren sich noch einige Kunden in den Sky, der an dieser Stelle vor genau zehn Jahren eröffnete, zuvor im Töpferweg und am Hansering ansässig war. Stammkundin Manja Köhn (43) und ihr Mann Dirk (50) kommen gerade aus dem Urlaub, wollten eigentlich einen größeren Einkauf tätigen und sind nun überrascht. Jetzt geben sie nur Pfandflaschen ab, einkaufen werden sie an diesem Tag woanders. Dass aus Sky nun Rewe wird, findet die Kundin nicht gut: „Es wird immer mehr Einheitsbrei, die Vielfalt geht verloren.“

Hektische Betriebsamkeit

In der hektischen Betriebsamkeit gehen die Kunden fast ein bisschen unter, stehen mehr oder minder im Weg. Während Jörg Wohlers (56) von der Firma Clausen Systemkühlung die Kühltheken für Milchprodukte mit einem Kärcher unter Hochdruck reinigt, räumen Ibrahim Özden (18) und Jessica Sporns (32) so schnell wie möglich die Regale mit Salz und Backzutaten aus. Den Wechsel zu Rewe sieht Sporns positiv: „Es ist die beste Option, die Arbeitsplätze zu sichern, außerdem habe ich früher schon bei Rewe gearbeitet. Ich freu mich!“

Jasmin Behnke (24) ist eine der letzten Kundinnen bei Sky-Kassierer Denzel Egbon. Quelle: 54° / Felix Koenig

Denzel Egbon (30) sitzt an der einzigen noch geöffneten Kasse. Schon als Schüler hat er bei Sky gejobbt, den Laden an der Moislinger Allee mit aufgemacht. Für ihn ist die Schließung am Donnerstagabend in doppelter Hinsicht ein Abschied und Neuanfang: Er war als Werkstudent bei Sky beschäftigt, „mein Vertrag läuft jetzt ohnehin aus.“ Er hofft auf einen Neuanfang in Berlin – in seinem eigentlichen Beruf.

Die Sky-“Urgesteine“ Sonja Lange (l.) und Rosita Perwo (r.) nehmen mit ihrem Chef Sven Rocksien Abschied von Sky. Quelle: 54° / Felix Koenig

Das ist bei Sonja Lange (48) und Rosita Perwo (58), die an diesem letzten Sky-Tag kräftig mithelfen, anders: „Wir haben den Laden am ersten Tag mit aufgeschlossen“, sagt Lange, und ihre Kollegin Perwo räumt ein: „Man hängt schon an dem Laden. Es tut ein bisschen weh, nach 30 Jahren zuzumachen!“

Sabine Risch

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