Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Zwei neue Bahnhöfe für Lübeck
Lokales Lübeck Zwei neue Bahnhöfe für Lübeck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:27 13.03.2013
Dänischburg: In der Nähe des künftigen Ikea-Möbelhauses soll ab Sommer der neue Bahnhaltepunkt gebaut werden. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler
Lübeck

Eine S-Bahn für Lübeck — dieser Traum rückt näher. Die Idee: Durchgehende Züge rollen vom Süden in den Norden, von Blankensee über den Hauptbahnhof bis nach Travemünde zum Strand. Die Gleise dafür gibt es ohnehin, fast alle Bahnhöfe sind in den vergangenen Jahren saniert oder neu errichtet worden. Und jetzt werden zwei weitere Haltepunkte gebaut: Start ist diesen Sommer. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember können die Menschen dann im Stundentakt an den neuen Mini-Bahnhöfen ein- und aussteigen: im Hochschulstadtteil und in Dänischburg. Das bestätigen die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft (LVS) und der Ikea-Konzern, der den Haltpunkt Dänischburg errichtet. Damit hätte Lübeck insgesamt neun Stationen im Stadtgebiet. „Das ist extrem viel“, gibt Verkehrsplaner Helmut Schünemann zu. Aber das komme daher, dass „die Gleise einfach so fantastisch liegen“. Sie erstrecken sich quasi über das gesamte Stadtgebiet.

„Lübeck dehnt sich in der Fläche sehr aus — deshalb sind so viele Stationen auf jeden Fall zu begrüßen“, freut sich Julian Gäbler von Pro Bahn. Ulrich Pluschkell, Verkehrsexperte der SPD, sagt es kurz und knackig: „Bahnhaltepunkte kann man nie genug haben.“ Ab Ende des Jahres können die Lübecker vom Flughafen im Süden über den Hochschulstadtteil zum Hauptbahnhof per Zug fahren. Dort müssen sie umsteigen, und es geht weiter nach Dänischburg, Kücknitz und Travemünde mit den drei Stationen Skandinavienkai, Hafen und dem Strandbahnhof. Der neunte Haltepunkt in Lübeck liegt in der Nähe der Uni: St. Jürgen. Er befindet sich auf der Strecke nach Bad Kleinen. Und es ist bereits ein weiterer Halt in Lübeck vorgesehen: Moisling. Der Stadtteil liegt an den Bahngleisen nach Hamburg — und ist mittlerweile in den landesweiten Verkehrsplan aufgenommen. Bis er gebaut wird, dauert es. Schünemann: „Aber er wird geprüft.“

Dass es von der Idee bis zum Halt eines Zuges an der neuen Station Jahre dauern kann, darüber weiß Sabine Haenitsch von der Hochschulstadtteilentwicklungsgesellschaft (HEG) Bescheid. Schon vor zehn Jahren wurde der Mini-Bahnhof für den Hochschulstadtteil angekündigt, für den einen oder anderen war er auch Anreiz, in den neuen Stadtteil im Süden der Stadt zu ziehen. Doch häufige Personalwechsel bei der Bahn und auch Geldmangel der Stadt verzögerten das Projekt. Doch in diesem Sommer wird gebaut. Die Kosten belaufen sich auf eine Million Euro. Die Stadt zahlt 300 000 bis 350 000 Euro, den Rest das Land. „Es ist toll, dass der Bahnhof kommt — jetzt, da das letzte Grundstück im Hochschulstadtteil verkauft ist“, sagt Haenitsch. Sie glaubt, dass der Haltepunkt auch dringend von Nöten ist. „Es leben dort viele Menschen.“ 5500 bis 6000 Lübecker wohnen im Hochschulstadtteil und im Bornkamp — 1500 mehr als prognostiziert. Auch die Arbeitsplätze sind wesentlich mehr geworden: 2000 Menschen verdienen im Hochschulstadtteil ihr Geld, erwartet hatte man lediglich 300 bis 400 Arbeitsplätze. Deshalb plant der Stadtverkehr keine Streichung von Buslinien. Die Linien 1 und 2 fahren weiterhin wie auch der Schnellbus 32, der mittlerweile 350 Fahrgäste am Tag transportiert. An dem neuen Bahnhaltepunkt Hochschulstadtteil werden laut LVS 300 Ein- und Aussteiger erwartet.

In Dänischburg werden wesentlich mehr Fahrgäste ankommen, obwohl in dem Stadtbezirk nur gut 4000 Lübecker wohnen. Ende des Jahres eröffnet dort das Ikea-Einrichtungshaus, im Frühjahr sind das Einkaufszentrum und der Baumarkt an der Reihe. Ikea rechnet damit, dass zehn Prozent der drei Millionen Besucher mit Bus und Bahn kommen. Das sind pro Tag 800 Menschen. So wird auch die Buslinie 33 direkt aufs Ikea-Areal fahren, die Haltestelle Dänischburger Landstraße fällt dafür weg.

Den insgesamt drei Millionen Euro teueren Bahnhaltepunkt bezahlt Ikea. Zur Freude der Dänischburger. „Hervorragend“, sagt Oliver Prieur (CDU). „Das ist unbedingt eine Aufwertung des Stadtteils“, stimmt Thomas Wiese (SPD) zu. 1986 war die Station Dänischburg von der Bahn eingestellt worden — weil es zu wenig Fahrgäste gab. Jetzt wird ein Stück weiter der neue Mini-Bahnhof eröffnet. Prieur:

„Der Stadtteil macht sich.“

Bis Lübeck aber über eine durchgängige S-Bahn-Linie mit einem Halbstunden-Takt verfügt, wird es noch etwas dauern. Frühstens 2020 steht das auf dem Plan der Bahn.

Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die größte Rathausfraktion fordert ein neues Konzept vom Investor. Bei einer Podiumsdiskussion erhoben Genossen Verschwörungstheorien gegen FDP-Mitglieder.

Kai Dordowsky 13.03.2013

Im vergangenen Jahr feierte Lübeck, dass die Altstadt seit 25 Jahren Unesco-Welterbe ist. Oberstufenschüler waren aufgefordert worden, einen Welterbekoffer zusammenzustellen.

13.03.2013

Mitglieder von vier norddeutschen Anschwung-Initiativen waren zu Gast im evangelischen Familienzentrum Dreifaltigkeit Kücknitz. Das Interesse der Besucher galt der Arbeit und dem Aufbau eines Familienzentrums in sozial benachteiligten Quartieren.

13.03.2013