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Lübeck Zweite Gesamtschule der Stadt feiert Jubiläum
Lokales Lübeck Zweite Gesamtschule der Stadt feiert Jubiläum
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22:11 14.07.2017
Oberstufenschüler, die in einer AG darstellendes Spiel lernen, empfingen gestern die Gäste zum Jubiläum der Baltic-Schule. Anna-Lena Peters: „Wir sind ein Blickfänger.“ Quelle: Foto: Kai Dordowsky

Seit drei Jahren leitet Maik Abshagen die Baltic-Schule. 1180 Schüler besuchen die Grund- und die Gemeinschaftsschule. Sie werden von 85 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Als Hartmut Welzel 1992 die neu gegründete Gesamtschule Buntekuh leitete, gab es 96 Schüler und acht Lehrkräfte. Die Einrichtung in der Karavellenstraße hat sich zu Lübecks größter Schule entwickelt. Am Freitag feierten mehrere Hundert Schüler, Lehrer, Eltern, Politiker und Vertreter anderer Schulen das 25-jährige Bestehen der heutigen Baltic-Gemeinschaftsschule.

Im September 1991 hatte die Bürgerschaft mit den Stimmen von SPD und Grünen für die Umwandlung der Ernst-Moritz-Arndt- Realschule und der Grundschule Buntekuh in eine Integrierte Gesamtschule gestimmt. Vorangegangen waren heftige Debatten. Die Schulkonferenz der Realschule, Elternbeiräte sowie CDU und FDP wehrten sich gegen die Umwandlung. An die Ernst-Moritz-Arndt-Realschule erinnern heute nur noch ein paar Overhead-Projektoren, berichtete Oberstufenschüler Florian Lotties. „Aus einem politisch umstrittenen Start-up wurde eine Erfolgsgeschichte“, sagte Gundula Beuster, Lehrerin für Deutsch, Politik und Wirtschaft, die 1993 an die Schule kam. Das zeigen auch die Anmeldezahlen: Die Baltic-Schule muss seit Jahren Schülern absagen, weil sie nicht genug Platz hat.

Wie schwer die Anfänge waren, schilderten die Gründungslehrer Hartmut Welzel, Heidrun Kempe und Katrin Schneider bei der Jubiläumsfeier. Die Lehrer der ersten Stunde bauten Ikea-Möbel auf, unterrichteten Fächer, für die sie nicht ausgebildet waren und schrieben sich an Entwicklungsberichten die Finger wund, während viele Eltern weiterhin nach Noten fragten. An Morgenkreis und Klassenrat mussten sich Lehrkräfte und Schüler erst gewöhnen. „Aber wir konnten uns pädagogisch wunderbar entfalten“, waren sich die Gründungslehrer einig.

„Seit dem Bestehen der Schule gab es ständig Bauarbeiten“, erinnerte sich Andreas Bielke, einst stellvertretender Schulleiter, heute Rektor der Ida-Ehre-Schule in Bad Oldesloe. Im Herbst 2000 wurde bekannt, dass das aus den 1960er Jahren stammende Schulgebäude ein Sanierungsfall war – Schimmelpilz breitete sich aus. Für 3,7 Millionen Euro wurde das Gebäude mit einer neuen Außenhaut, neuen Oberlichtern und Fenstern und einer neuen Heizung ausgestattet. Friedrich Thorn, Bereichsleiter Schule und Sport: „Seit 1999 hat die Stadt für den Erweiterungsbau, Fachräume und Gebäudesanierung neun Millionen Euro in die Baltic-Schule investiert.“

Und es hört nicht auf. Die nächste Großbaumaßnahme steht vor der Tür. Für 6,8 Millionen Euro wird der Grundschulstandort in der Briggstraße saniert und umgebaut. Dabei beschreitet die Gemeinschaftsschule neue Wege in der Inklusion. Schulleiter Abshagen: „Wir kooperieren seit längerem mit der Schule Wilhelmshöhe. Eine Klasse der Schule für geistig Behinderte wird künftig in unserem Gebäude unterrichtet.“

 dor

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