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Nordwestmecklenburg 1,8 Promille: FC 95 nimmt Hahnel aus der Schusslinie
Lokales Nordwestmecklenburg 1,8 Promille: FC 95 nimmt Hahnel aus der Schusslinie
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20:21 08.01.2016
Torwart Jörg Hahnel wurde betrunken am Steuer erwischt. Quelle: Söllner

Er ist der älteste und erfahrenste Spieler im Kader des Fußball-Regionalligisten FC Schönberg 95. Und dennoch hat der FC-Keeper und ehemalige Hansa-Profi Jörg Hahnel ein Eigentor geschossen. Der 33-Jährige hat am Dienstag nicht nur deutlich zu viel Alkohol getrunken — er hat sich anschließend auch noch ins Auto gesetzt und ist betrunken gefahren.

Die Polizei hatte Hahnel am Rostocker Stadtrand gestoppt. Gegenüber den LN erklärte Polizeisprecherin Ivonne Hanske, Hahnel sei „immer wieder über den Bordstein gefahren. Beim Wenden in einer Gartenanlage verwechselte der Fahrer mehrfach Gas und Bremse. Auch das Rückwärtsfahren klappte nicht.“ Hahnel, der einen Anwalt eingeschaltet hat, widerspricht dieser Darstellung.

Bei einer Atemalkohol-Kontrolle zeigte das Gerät der Polizei einen Wert von 1,83 Promille an. Hahnel musste zur Blutprobe mit aufs Revier. Der Führerschein und Schlüssel seines Mercedes wurden eingezogen. Hahnel gab sich gegenüber den LN selbstkritisch: „An der Geschichte gibt es nichts zu beschönigen: Ich habe einen Riesenfehler gemacht. Es tut mir leid“, sagte der FC-Torwart.

Schwierigkeiten, künftig zum Training seiner Mannschaft in Nordwestmecklenburg zu kommen, erwartet Hahnel trotz des drohenden Fahrverbots nicht. „Sieben Schönberger Spieler wohnen in Rostock. Mich nimmt bestimmt jemand mit.“

Mit einem Rauswurf beim Fußball-Regionalligisten muss der Ex-Profi jedoch nicht rechnen. „Vereinsinterne Konsequenzen sind aktuell kein Thema“, sagte FC-Chef Wilfried Rohloff. Klar sei aber, dass Hahnels Verhalten nicht toleriert werden könne. Schließlich werde dadurch auch der Ruf des Vereins beschädigt. „Jörg Hahnel ist bei vielen unserer Nachwuchskicker ein ganz besonderes Vorbild. Umso verwerflicher ist sein Fehlverhalten, für das wir absolut kein Verständnis haben.“

So sieht es auch Schönbergs sportlicher Leiter Sven Wittfot: „Jockel (Anm. d. Red.: Hahnels Spitzname) hat einen großen Fehler gemacht, der auch in keiner Weise gutzuheißen ist. Aber er selbst wird die Konsequenzen dafür tragen.“ Welche das genau sind, ließ Wittfot offen. Seinen Angaben zufolge hat Hahnel den FC Schönberg direkt nach der Trunkenheitsfahrt am Dienstag informiert. „Wir gehen jetzt nicht davon aus, dass dieser Vorfall Auswirkungen auf seine sportlichen Leistungen haben wird. Alles Weitere ist seine Privatangelegenheit, zu der wir uns von Vereinsseite nicht weiter äußern werden.“

Eigentlich wollte sich auch Schönbergs Trainer Axel Rietentiet nicht weiter zu dem Fauxpas von Hahnel äußern. Auf Nachfrage deutete er aber an, wie sehr er sich darüber ärgert. „Ich habe da meine Meinung zu. Jörg weiß, dass er Scheiße gebaut hat. Und na klar ist auch der Verein davon betroffen, aber den größten Schaden hat er selbst.“ Laut Rietentiet will der FC Schönberg Hahnel jetzt erst einmal aus der Schusslinie nehmen. Eigentlich sollte der 33-Jährige heute beim Hallen-Fußballturnier des FC Mecklenburg-Schwerin für die Grün-Weißen im Tor stehen. Das wird nicht der Fall sein.

Hahnel spielt seit gut einem Jahr beim FC Schönberg 95, ist nicht nur ältester und erfahrenster Spieler der Mannschaft von Axel Rietentiet, sondern auch im Mannschaftsrat. Vor der Saison stand der 33-Jährige auf der Liste zur Wahl als Mannschaftskapitän.

Jörg weiß, dass er Scheiße gebaut hat.“ Axel Rietentiet, Trainer

Steffen Oldörp

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