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Nordwestmecklenburg 100 000 Euro für neue Beratungsstelle
Lokales Nordwestmecklenburg 100 000 Euro für neue Beratungsstelle
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20:32 31.05.2018
Grevesmühlen

Gute Nachrichten für den Behindertenverband Grevesmühlen: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert Beratungsangebote für Menschen mit Behinderung und von Behinderung bedrohter Menschen. Im Rahmen dieser Förderung erhält der Behindertenverband 98705 Euro bei einem Eigenanteil von etwa 5435 Euro. Die Förderung läuft bis Ende 2020. „Das kommt etwas überraschend, aber natürlich freuen wir uns“, sagt Heidrun Lange, die Vorsitzende des Behindertenverbandes Grevesmühlen. „Wir haben den Antrag zusammen mit der Diakonie gestellt, jetzt müssen wir erst einmal sehen, wie wir das Projekt konkret umsetzen.“ Denn noch steht nicht fest, wo genau in Grevesmühlen die Beratung angeboten werden soll, ob im Vereinshaus oder in den Räumen der Diakonie im Bürgerbahnhof.

Heidrun Lange

Wer die für drei Jahre angesetzte Stelle übernehmen wird, das weiß Heidrun Lange bereits. „Wir haben einen sehr guten Mitarbeiter, dessen Stelle im April ausgelaufen ist.“ Bedingung der Förderung ist, dass die Beratung von einem Menschen angeboten wird, der selbst ein Handicap hat. Zwar läuft die Förderung rückwirkend zum 1. Mai dieses Jahres, allerdings werde es laut Heidrun Lange noch einige Monate dauern, bis die Beratungsstelle ihren Dienst aufnehmen kann. „Denn die ersten Monate werden Schulungen sein, allein die ganzen gesetzlichen Bestimmungen, die Möglichkeiten für Behinderte, all das muss derjenige selbst lernen.“

Denn genau das ist das Problem, das viele Menschen mit Behinderungen haben: Sie wissen kaum, welche Hilfe ihnen konkret zusteht, und wo sie diese Hilfe bekommen. Hier will der Behindertenverband mit dem neuen Beratungsangebot ansetzen. „Deshalb freue ich mich sehr, dass das geklappt hat. Und dass wir mit der Diakonie einen guten Partner haben“, so die Vereinsvorsitzende: „Aber mit dieser Förderung und der Beratungsstelle tragen wir natürlich auch eine Verantwortung, insofern müssen wir erst einmal alles sortieren.“ Auch die Frage, wie der Verein den Eigenanteil aufbringen kann, ist noch nicht beantwortet. „Das sieht vielleicht nicht nach einer großen Summe aus, aber für unseren Verein ist das eine ganze Menge. Jetzt müssen wir sehen, wer uns dabei hilft“, so Heidrun Lange.

Der Behindertenverband Grevesmühlen kümmert sich seit vielen Jahren um die Belange von Menschen mit Handicap. Dazu gehören Veranstaltungen, gemeinsame Aktionen und Ausflüge sowie die Umsetzung verschiedener Projekte. So war der Verein ein aktiver Partner der Stadt Grevesmühlen, als es zusammen mit den Partnerkommunen in Schweden, Ungarn und Portugal darum ging, das Thema Inklusion von der Theorie in die Praxis umzusetzen.

So präsentierten die einzelnen Partner ihre Projekte und ihre Art der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Der Behindertenverband Grevesmühlen nahm dabei eine Vorreiterrolle ein, zusammen mit der Diakonie bewies der Verein, dass die Inklusion in Schulen, Verwaltungen und anderen Einrichtungen durchaus ein Thema ist – mit viel Luft nach oben. Wie auf einem Forum in Grevesmühlen zu diesem Thema deutlich wurde, sind die baulichen Barrieren sehr viel größer als jene in den Köpfen der Menschen. Um diese abzubauen, dafür setzt sich der Verband ebenfalls ein.

Hintergrund

Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen: So lautet der offizielle Titel des neuen Gesetzes. Hintergrund ist die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die – kurz gefasst – besagt, dass Menschen mit Handicap mehr Rechte erhalten sollen, um in das normale Leben integriert zu werden. Ziel ist es ebenso, die Beratungsangebote zu verbessern. In diesem Zusammenhang gibt es die Forderung, dass

Betroffene diese Beratung durchführen sollen.

Michael Prochnow

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