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20 Jahre Kampf für Badefreuden

Schönberg 20 Jahre Kampf für Badefreuden

Betreiberverein in Schönberg gründete sich heute vor zwei Jahrzehnten / Er ist auf Unterstützung angewiesen.

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Jarne, Joelina und Angie vergnügen sich in den Sommerferien im Naturbad in Schönberg. Fotos (2): Jürgen Lenz, Repro: LN

Schönberg. Sybille Lange ist begeistert vom Naturbad in Schönberg. „Es ist echt toll. Wir sind schon das zweite Mal hier“, sagt sie, während sich Angie, Jarne und Joelina im Wasser vergnügen. Die drei Kinder und Tausende weitere Besucher könnten das nicht, hätten sich nicht heute vor 20 Jahren engagierte Bürger von Schönberg und umliegender Gemeinden versammelt.

LN-Bild

Betreiberverein in Schönberg gründete sich heute vor zwei Jahrzehnten / Er ist auf Unterstützung angewiesen.

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Öffnungszeiten: montags bis donnerstags 11 bis 18 Uhr, freitags 11 bis 19 Uhr, sonnabends 10 bis 19 Uhr, sonntags 10 bis 18 Uhr, in den Sommerferien 10 bis 19 Uhr.

Eintrittspreise: Kinder und Jugendliche ein Euro, Erwachsene zwei Euro.

Kontakt: ☎ 0160/93825062, www.badeteich-schoenberg.de

Sie gründeten den „Verein zur Erhaltung des Schwimmbades Schönberg“, der sich später in „Verein Badeteich Schönberg“ umbenannte. Er sorgt bis heute, trotz schwieriger Umstände, für Bade- und Schwimmfreuden in der Stadt.

„Das Schwimmbad steht vor dem Aus“, hieß es im März 1998, nachdem ein Schreiben des Gesundheitsamt des Kreises in der Schönberger Stadtverwaltung eingegangen war. Von einer Gesundheitsgefährdung war die Rede, weil das Beckenwasser nur per Hand desinfiziert wurde, Überlaufeinrichtungen und Umwälzpumpen fehlten und vieles verschlissen war. Unter diesen Umständen könne das Schwimmbad nicht wieder geöffnet werden. Stadtvertreter berieten über eine Sanierung. Davon, dass dafür 2,1 Millionen Mark zu zahlen wären, war die Rede. Und von hohen laufenden Kosten. Eine Initiative zur Rettung des Schwimmbades ergriff die Stadt über Jahre nicht – aber der Verein, als er 2003 das Ziel ins Auge nahm, das Schwimmbad zu einem naturnahen Badeteich mit Pflanzenfilter umzubauen. 2004 unterzeichneten Vertreter des Vereins und der Stadt einen Pachtvertrag, der Umbau startete, zahlreiche Bürger und Betriebe halfen mit ihrer Arbeitsleistung, mit Spenden und Material.

Die Begeisterung war groß. Michael Heinze, seit 2004 Vorsitzender des Vereins, erinnert sich: „Es war ein ständiges Vorwärtsbewegen.“ 2006 war der Badeteich noch nicht ganz fertig, aber der Verein wollte die Bürger nicht länger warten lassen. Er lud für den 30. September zu einem „Anbaden für Mutige“ ein. Und Massen kamen. Die Freude war groß.

Zehn Jahre später ist der Betrieb des Naturbads für viele Menschen in Schönberg und Umgebung eine Selbstverständlichkeit, während Schwimmbäder in Dassow und vielen anderen Kleinstädten längst für immer geschlossen, abgerissen und zugeschüttet wurden. Doch etwas, das ohne Weiteres auch in Zukunft existiert, sind die Bade- und Schwimmfreuden in Schönberg keineswegs.

Nachdem mit der Bauphase die größte Hürde überwunden war, begannen für den Verein die Mühen der Ebene: die Finanzierung des laufenden Betriebs. Zwar zahlt die Stadt 10000 Euro pro Jahr, doch einen Großteil der Kosten muss der Verein durch Eintrittsgelder, Spenden und Mitgliedsbeiträge decken. Dabei gerät er besonders in Jahren mit mäßigem Badewetter an seine finanziellen Grenzen und ist auf Unterstützung angewiesen – und das vor dem Hintergrund der Tatsache, dass einige Betriebe zwar weiter Material geben, aber ihre Bereitschaft Geld zu spenden nach unterschiedlichen Ansichten zur weiteren Trägerschaft des Bades schlagartig beendeten.

60 Euro pro Jahr: Mit dieser Summe unterstützt jeder die Aktivitäten des Vereins „Badeteich Schönberg“, der ihm angehört. Das sind derzeit 22 Mitglieder. Offen ist die Gemeinschaft nach wie vor sowohl für Frauen und Männer als auch für Firmen.

Der Vorsitzende ist denjenigen dankbar, die den Verein heute vor nunmehr 20 Jahren ins Leben riefen. Namentlich nennt Michael Heinze die damalige Vorsitzende Angelika Behrens, ihre Stellvertreterin Lieselotte Hamann, die Schatzmeisterin Roswitha Stoll und den Besitzer Joachim Zander. Michael Heinze sagt: „Wenn sie nicht den Mut und Enthusiasmus gehabt hätten, gäbe es den Verein nicht.“

Jürgen Lenz

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