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Nordwestmecklenburg 21 000 Euro gehen an das Deutsche Rote Kreuz
Lokales Nordwestmecklenburg 21 000 Euro gehen an das Deutsche Rote Kreuz
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20:23 15.07.2016

Der Sozialausschuss des Kreistages hat sich geeinigt, wie hoch die Förderungen für die Wohlfahrtspflege im Jahr 2016 ausfallen. Drei Anläufe hat es gebraucht, das Geld unter den Antragstellern zu verteilen.

Über dieses Budget bestimmt der Ausschuss. Die Verwaltung macht lediglich Vorschläge.“Karla Krüger, Fachdienstleiterin
Dank der Unsicherheiten haben wir unsere Öffnunzeiten täglich um zwei Stunden verkürzt.“Sandra Rieck vom Verein „Das Boot“
Über dieses Budget bestimmt der Ausschuss. Die Verwaltung macht lediglich Vorschläge.“Karla Krüger, Fachdienstleiterin
Dank der Unsicherheiten haben wir unsere Öffnunzeiten täglich um zwei Stunden verkürzt.“Sandra Rieck vom Verein „Das Boot“

„Über dieses Budget bestimmt der Ausschuss“, betonte Karla Krüger, Fachdienstleisterin für Jugend, Soziales, Gesundheit und Bildung. „Gemessen an den Meldungen der Träger, reicht das Geld nicht.“ In dem alljährlichen Verfahren macht die Verwaltung Vorschläge, wie hoch die jeweilige Fördersumme nach ihrem Ermessen ausfallen könnte. „Die Bettdecke ist in jedem Fall zu kurz. Der Ausschuss muss entscheiden, ob der Arm oder der Fuß friert.“

An der Bettdecke wurde gezippelt, gezogen und an einigen Enden hart für ein Stück davon gekämpft. So beispielsweise beim Wismarer Verein „Das Boot“. Für das Jahr 2016 hat der Ausschuss dem Verein 11 000 Euro zugesprochen. „Doch das war ein bitterer Kampf“, sagte Geschäftsführerin Sandra Rieck. Anfangs sollte es gar nichts für den Verein zur Förderung seelischer Gesundheit und Integration geben.

Der Vorschlag der Verwaltung lautete nach erstmaligen Intervenieren dann 5000 Euro. Beantragt hatten Sandra Rieck und Kollegin Kristina Brossog 15000 Euro. „Mit 5000 Euro könnten wir unsere Arbeit nicht sicherstellen. Ohne Einbußen beim Leistungsangebot wäre das nicht möglich. Wir denken uns die Zahlen doch nicht einfach aus“, erklärte Sandra Rieck. Aufgrund der Situation habe der Verein die Öffnungszeiten seiner Begegnungsstätte – Anlaufstelle für Behinderte, Flüchtlinge und seelisch Erkrankte – bereits täglich um zwei Stunden verkürzt. „Wir haben unseren Antrag mehrfach auf Wunsch der Verwaltung geändert und alles fleißig eingearbeitet“, sagte die Vereinsvorsitzende. „Wenn hier von der Verwaltung behauptet wird, dass unsere Maßnahmen bereits durchfinanziert sind, dann ist das schlichtweg falsch.“ Seit November arbeite sie mit Kristina Brossog an dem Antrag. „Das ist keine Wertschätzung unserer Arbeit!“ Verhärtete Fronten zwischen Träger und Verwaltung. Vorgeworfen wurden einerseits öffentliche Falschdarstellung und mangelnde Kooperation, vonseiten der Verwaltung wurden Ungenauigkeiten im Antrag und fehlende Erklärungen bemängelt. Aussage gegen Aussage.

„Ich bin nun schon 15 Jahre Mitglied in diesem Ausschuss, aber solche Diskrepanzen gab es noch nie“, so die Einschätzung zu diesem Prozedere von Ausschussmitglied Anett Gruß. „Wenn nicht einmal die Zahlen stimmen, womit sollen wir denn arbeiten?“ Bereits in der vorgehenden Sitzung konnte der Punkt Wohlfahrtspflege nicht abschließend behandelt werden, da Tabellen und Zahlen nicht übereinstimmten.

Neben dem Verein „Das Boot“ standen zusätzlich noch die Arbeiterwohlfahrt Ausländerberatung und das Deutsche Rote Kreuz mit der sozialen Beratung und der Integrationsstelle auf der Vergabeliste.

Beide sollen im laufenden Jahr 21 000 Euro gefördert bekommen. Weitere 35 000 Euro fließen an den Verein Aids-Hilfe Westmecklenburg.

V. Kopp

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