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25 Jahre Städtepartnerschaft: eine lebendige Traum-Ehe

Ahrensbök 25 Jahre Städtepartnerschaft: eine lebendige Traum-Ehe

Die Verflechtungen zu Ahrensbök, Laxå und Nagymaros sind heute eng und vielfältig.

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Stadtpräsident Udo Brockmann, Stadträtin Kristine Lenschow, Bürgermeister Andreas Zimmermann und Bürgervorsteher Hans-Joachim Dockweiler bei der Übergabe des Gastgeschenkes.

Quelle: Regina Hacker

Ahrensbök. Im Grevesmühlener Bürgermeisterbüro werden in einer gläsernen Vitrine kleine Schätze aufbewahrt — Wimpel, ein goldener Rathausschlüssel, Gläser. „Alles Geschenke unserer Städtepartner“, sagt Bürgermeister Jürgen Ditz stolz.

Bereits seit einem Vierteljahrhundert existiert die Beziehung zu Ahrensbök nunmehr: Am 9. November 1990 wurde die Städtepartnerschaft in und mit Ahrensbök besiegelt. „Damals ging es vor allem um Aufbauhilfe bei den neuen Verwaltungsstrukturen“, gibt Ditz zu. Doch die Beziehungen hätten diesen Bereich schnell überwunden, Sportvereine und Feuerwehren schlossen Freundschaften. Doch was bringt solch ein Vertrag? Wie oft sehen sich die Partnerstädte tatsächlich? Und wie aktuell ist der Vertrag heute noch?

Gut zwei offizielle Treffen der Partnestädte gebe es pro Jahr, zudem weitere private oder über Vereine organisierte. Auch beim Stadtfest 2016 sollen die Partnerstädte einbezogen werden, verrät Ditz.

„Durch das EU-Projekt In-Town jetzt sind wir noch enger zusammengewachsen“, erzählt er.

„Die Verwaltung hat nur den Anstoß gegeben, die eigentliche Partnerschaft lebt und stirbt mit den Menschen vor Ort“, betont er. Mit Ahrensbök seien glücklicherweise Freundschaften entstanden, die bis heute gepflegt werden. Ebenso bei den beiden anderen Partnern: 2004 wurde die Partnerschaft mit Laxå (Schweden) besiegelt, 2014 jene mit Nagymaros (Ungarn). Alle drei Städte hätten sich als Partner bewährt — Glücksgriffe, so Ditz. Denn es gebe auch Städte, die lediglich wirtschaftliches Interesse hätten, nur auf Profit aus seien, nicht auf die Freundschaft.

Genau die ist für Ditz aber essenziell. „Man hilft sich, wo man kann, baut Beziehungen auf, lernt wie die anderen ticken und wie die Verhältnisse vor Ort sind“, verdeutlicht er und ergänzt: „Gerade in Bezug auf die Flüchtlingskrise denke ich, dass diese internationalen, langfristigen Verflechtungen immer wichtiger werden.“ Ob Grevesmühlen künftig also noch mehr Partnerstädte haben wird? „Ich glaube, man kann nie genügend Partner haben. Man muss über den Tellerrand gucken“, sagt Ditz dazu. Dafür müsse man aber nicht zwangsläufig gleich „die Ehe“ schließen, sondern schlicht Beziehungen aufbauen und an ihnen festhalten, meint er. So hätten Grevesmühlener auch beispielsweise in Albanien, Tansania oder Weißrussland über Hilfsprojekte Freunde finden können.

Die Partnerschaften würden heute längst nicht mehr nur die Verwaltung betreffen, sondern in allerlei Bahnen verlaufen, ob touristisch, wirtschaftlich, sportlich oder kulturell. „Wir sind neugierig, wie die Anderen Dinge handhaben und lernen alle voneinander.“ Grevesmühlens „Stadt ohne Watt“ etwa sei insbesondere für die Schweden interessant, Ahrensbök habe sich dafür in Grevesmühlen angeschaut, wie das papierlose Arbeiten bei Sitzungen funktioniert. „Denn heute, 25 Jahre nach Vertragsunterzeichnung, begegnen wir uns auf Augenhöhe, haben in einigen Bereichen Ahrensbök sogar einiges voraus und können ihnen helfen“, sagt Ditz zufrieden.

Wissenswertes über Ahrensbök
1280, nach der Errichtung der Wallfahrtskapelle, wurde Ahrensbök gegründet. 1328 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. 1623 bis 1636 war die Stadt Residenzort des kleinen Herzogtums Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön. Im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 geriet Ahrensbök für kurze Zeit unter österreichische, dann unter preußische Herrschaft. 1912 bis 1933 erhielt Ahrensbök den Status einer „Stadt II. Klasse“. Dann verlor Ahrensbök das Stadtrecht und gestaltete sich zur Gemeinde mit 19 Dorfschaften in den heutigen Grenzen. Durch die Gebietsreform 1970 wurde Ahrensbök Bestandteil des Kreises Ostholstein.
8383 Einwohner zählt die Gemeinde heute (Stand: 31. Dezember 2013), dabei leben mehr als die Hälfte der Einwohner in der Stadt Ahrensbök selbst. Die Tendenz ist leicht steigend: So waren 20 Jahre zuvor, am 31. März 1993, noch 1000 Einwohner weniger in der Gemeinde gemeldet.
95 Quadratkilometer beträgt die Größe der Gemeinde Ahrensbök — damit ist die nach den beiden kreisfreien Städten Kiel und Lübeck die drittgrößte Flächengemeinde Schleswig-Holsteins. Die Großgemeinde Ahrensbök besteht aus 19 Dorfschaften und dem Zentralort Ahrensbök.
Geschenke zum Jubiläumsbesuch
Die Gemeinde Ahrensbök hatte anlässlich des Jubiläums der Städtepartnerschaft zur Gemeindevertretersitzung nach Ahrensbök eingeladen. Am 15. Dezember folgten neun Grevesmühlener — Mitarbeiter der Stadtverwaltung, ein Kamerad der Feuerwehr und Stadtvertreter — dieser Einladung und wurden herzlich empfangen. Dabei übergab Stadträtin Kristine Lenschow ein Gastgeschenk an Ahrenböks Bürgermeister Andreas Zimmermann: die Stadtfahne und einen Abdruck des historischen Siegels aus dem 14. Jahrhundert. „Das ist etwas besonderes, das Siegel haben wir erst zum zweiten Mal überreicht“, sagt Stadtsprecherin Regina Hacker. ak
DREI FRAGEN AN...

1Wer kam damals auf wen zu? Es gab Bemühungen von allerlei Seiten, daher kann ich das gar nicht genau bestimmen. Aber wir suchten nach einem Partner — eher im Westen. Dabei fanden wir viele Unterstützer. Letztlich hatten wir zwei Orte zur Auswahl, die gut zu unseren Verhältnissen und zur Stadtgröße passten: Bargteheide und Ahrensbök. In beiden Städten gab es nette Leute, die davon beseelt waren, uns zu helfen. So schenkten uns die Bargteheider zum Beispiel ein altes Feuerwehrauto. Wichtig war aber, dass die Menschen in Kontakt kamen. Und die Garten-, Schützen- und Gesangsvereine von Grevesmühlen und Ahrensbök kamen zusammen. Somit entschieden sich die Stadtvertreter für Ahrensbök.
2 Warum war ein Partner so wichtig? Das war ein Mosaikstein im gesamten Getriebe, das nach der Wende verändert werden musste. Freunde waren wesentlich, um das neue System zu durchblicken. Damals wurde ständig telefoniert, wie man was machen könne und müsse. Aber wir hatten dann schnell den Dreh raus, wie es läuft.
3 Wie beurteilen Sie die Partnerschaft heute? Die Beziehungen liefen in viele Richtungen — und sind bis heute erhalten geblieben. Das zeigt, dass die Partnerschaft gut ist. Die Menschen gingen aufeinander zu, knüpften Kontakte und hielten daran fest. ak

Anne Kubik

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