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Nordwestmecklenburg 30 Dauercamper müssen einpacken
Lokales Nordwestmecklenburg 30 Dauercamper müssen einpacken
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21:01 05.10.2017
Karl-Heinz Grund (l.) aus Neuhaus an der Elbe muss seinen Wohnwagen abbauen. Er hat dabei Hilfe von Wolfgang Saloga. Quelle: Fotos: Malte Behnk
Boltenhagen

Die Besitzer von 30 Wohnwagen auf der Ferienanlage Regenbogen Camp in Boltenhagen sind mehr als niedergeschlagen. Bis zum Jahresende müssen die Dauercamper ihre Parzellen räumen, weil das Areal umgestaltet wird. Mehr Plätze für Familien mit Kindern sollen entstehen.

„Nicht zu verkaufen“: Schilder sollen Schnäppchenjäger fernhalten.

Für die Dauercamper kam die Kündigung völlig überraschend. Einige haben schon seit Eröffnung des Regenbogen Camps 1991 ihren Wohnwagen in Boltenhagen stehen. Manche, wie der Berliner Norbert Pahl, verbringen sogar die Monate von März bis Oktober komplett in der Ferienanlage in Boltenhagen. „Wir haben jedes Jahr ordentlich gezahlt, aber es hat keine Vorankündigung für die Kündigung gegeben“, ist Pahl enttäuscht. Eine Information über eine bevorstehende Kündigung hätte er sich ein halbes Jahr früher gewünscht. „Die Stimmung unter den 30 Dauercampern ist schlecht. Für mich ist das Camping vorbei“, fasst er zusammen.

„Wir planen, auf den bisher 30 Parzellen 20 größere Plätze zu schaffen“, sagt der Resort Manager Ralf Hoffmann. „Die Plätze sollen hauptsächlich für Familien sein, das wurde häufig in unserem eigenen Bewertungsportal gewünscht. Uns bleiben die Gäste treu, aber man muss immer mehr Service leisten und den Gästen immer mehr bieten. Deswegen gestalten wir den Platz um“, sagt Hoffmann. Für die Ferienanlage in Boltenhagen gehe es darum, wettbewerbsfähig zu bleiben. „Leider haben wir aber keine Ausweichplätze für die 30 Dauercamper, deren Verträge jetzt nicht verlängert wurden“, sagt Hoffmann.

Die Verträge für die Stellplätze der Dauercamper gelten immer ab dem 15. Oktober für ein Jahr. Die 30 betroffenen Camper haben in diesem September statt einer Rechnung für die nächsten zwölf Monate eine Kündigung erhalten. Bis zum 31. Dezember sollen sie ihre Parzellen räumen.

Die relativ kurzfristige Kündigung bedauert auch Ralf Hoffmann. „Es gab unterschiedliche Pläne für die Umgestaltung des Platzes“, sagt er. Für die jetzt vorgesehene Variante habe sich der Konzern des Regenbogen Camps, dessen Zentrale in Kiel ist, relativ kurzfristig entschieden.

Einige Dauercamper, auch Norbert Pahl, haben schon mit dem Abbau in ihren Parzellen begonnen. Karl-Heinz Grund aus Neuhaus an der Elbe hat Hilfe von Wolfgang Saloga. Doch der Pächter weiß noch nicht, wie er seinen Wohnwagen abtransportieren wird. „Der steht jetzt 18 Jahre hier. Bestimmt sitzen die Bremsen fest, und die Reifen kann man auch nicht mehr gebrauchen“, sagt Karl-Heinz Grund. Da auch der TÜV abgelaufen ist, muss er wohl einen Abschlepper oder Tieflader bestellen. Dass 30 Dauercamper im Regenbogen Camp ihren Platz räumen müssen, haben inzwischen auch schon dreiste Schnäppchenjäger erfahren. „Die wollen für ‘nen Appel und ein Ei die Wohnwagen kaufen“, ist Norbert Pahl empört. Viele der Camper haben deswegen Schilder an ihre Parzellen gehängt: „Wohnwagen sowie Zubehör NICHT zu verkaufen!“ Damit wollen sie die „Geier“, wie sie diese Schnäppchenjäger nennen, abschrecken. Wo sie künftig ihren Urlaub und die Wochenenden verbringen, wissen Pahls Nachbarn noch nicht. Sie kommen aus Salzwedel, Kassel und Göttingen. „Die Campingplätze in der Nähe sind auch schon alle voll“, sagt einer von ihnen enttäuscht.

Ferienanlage mit 200 Plätzen für Dauercamper

Das Regenbogen Camp in Boltenhagen ist eine von neun Ferienanlagen, die die Regenbogen AG aus Kiel

betreibt.

200 Stellplätze für Dauercamper gab es bisher. Zusätzlich bietet die Ferienanlage weitere Plätze für Wohnwagen und Zelte. Außerdem gibt es verschiedene Formen von Ferienhäusern, einen eigenen Wellnessbereich, ein Restaurant, Animation für Kinder, Konzerte und andere Freizeitangebote.

Etwa 45000 Übernachtungen pro Jahr zählt die Ferienanlage in Boltenhagen, die 1991 eröffnet wurde.

Malte Behnk

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