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Nordwestmecklenburg 400 neue Tonnen für die Ostsee
Lokales Nordwestmecklenburg 400 neue Tonnen für die Ostsee
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18:33 06.01.2018
Alltag auf dem Tonnenhof: Die Winterzeit wird unter anderem genutzt, um neue Anstriche zu machen. WSA-Fachmann Frank Linke verhilft dem wuchtigen Körper einer Tiefwassertonne zu frischem Äußeren. Quelle: Foto: H.-J. Zeigert
Wismar

Noch zeigt sich der Winter von seiner milden Seite. Für die Mitarbeiter des Außenbezirks Wismar (ABZ) vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Lübeck heißt das Dienst nach Plan. Ihr Seezeichenschiff „Sturmmöwe“ hat gerade zu einer turnusmäßigen Kontrollfahrt abgelegt.

Geschichte der Behörde

1934 wurde das Reichswasserstraßenamt Lübeck gegründet. Die Behörde war zuständig für den „Elbe-Trave-Kanal“ (Elbe-Lübeck-Kanal) und die „untere Trave“ (Untertrave). Die Bezeichnung Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck trägt es seit 2016. Der Außenbezirk Wismar ist für den Bereich vom Turm zwischen Wankenhagen/Elmershorst bis zur Bukspitze zuständig.

Erst wenn sich die gefrorenen Schollen am Bug des Behördenschiffes brechen, dann gibt es richtig viel Arbeit. Die hochempfindliche Elektronik der beleuchteten Seezeichen muss dann schnell gegen unbeleuchtete ausgetauscht werden. Eine unabdingbare Notwendigkeit, um die teure Technik vor der Eispressung zu schützen. „Im Gegensatz zu den Kollegen vom WSA Stralsund agieren wir hier im westlichen Teil der Ostsee etwas anders“, erklärt der Leiter des Wismarer ABZ, Mario Fröhlich.

Denn während dort prophylaktisch die kompakten Solaraufsätze in der kalten Jahreszeit eingeholt werden, werde an der Wismarbucht erst kurz vor dem wirklichen Wintereinbruch gehandelt. „Natürlich haben wir die aktuellen und längerfristigen Wetterprognosen im Auge und werden bei entsprechender Gefährdungslage sofort aktiv“, so Fröhlich weiter.

Für die „Sturmmöwen“-Besatzung und ihre Helfer an Land bedeutet dies, im Haupt- und Nebenfahrwasser ihres Zuständigkeitsbereiches bis zu 65 beleuchtete Solarköpfe einzuholen. Im Extremfall sind sogar alle Tonnenkörper einzuziehen, denn dann können ebenso die stählernen Dornen, die den Schnellverschluss der Solarköpfe auf dem Tonnenkörper halten, beschädigt werden.

Derzeit aber herrscht auf dem Tonnenhof jahreszeitlich bedingter Arbeitsalltag zur Absicherung und Aufrechterhaltung der Berufsschifffahrt nach einem vorgegebenen Wartungs- und Reparaturplan, dem sogenannten Tonnenlegerplan. Daran hält auch WSA-Mitarbeiter Frank Linke in der Malerhalle fest. Diesmal ist die ausgetauschte Tiefwassertonne 5 fällig. Der wuchtige Tonnenkörper, dessen Double als Hauptfahrwasser vor Poel auf einer exakt definierten Position liegt, zeigt bereits zur Hälfte sein frisches, grünes Äußeres. Von den jahrelangen Spuren, die Salzwasser, Seepocken und Muschelbefall hinterlassen haben, ist nichts mehr zu erkennen. „Schau'n Sie mal vor die Tür, dann sehen Sie den Unterschied der Neuzugänge“, lacht der langjährige Handwerker in Behördendiensten. Diese Tonnen lagen etwa sechs bis sieben Jahre aus. Doch auch diese stählernen Ungetüme könnten bald Geschichte sein. Eine neue Generation von Schwimmkörpern mit einem erheblich geringeren Wartungsaufwand ist in der Erprobung. „400 neue Kunststofftonnen sollen in der Ostsee ab 2018 zum Einsatz kommen. Davon gehen 300 Tonnen in den östlichen Bereich und der Rest wird im westlichen Zuständigkeitsgebiet der Bundeswasserstraße Ostsee zum Einsatz kommen,“ erklärt ABZ-Leiter Mario Fröhlich. Davon soll auch das Revier der Wismarbucht profitieren.

Hans-Joachim Zeigert

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