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50 Jahre Schulende: Ex-Pennäler unter sich

Grevesmühlen 50 Jahre Schulende: Ex-Pennäler unter sich

Beim Klassentreffen erzählten sich 20 ehemalige Schüler aus Grevesmühlen aus ihrem Leben. Die alten Freunde verstehen sich noch.

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Wieder vereint: Abiturienten der Grevesmühlener Abschlussklasse von 1963. Sie hatten sich viel zu erzählen.

Quelle: Foto: Dana Dolata

Grevesmühlen. Vom Klassenlehrer wurden Brigitte Thurau-Rohde und Ingrid Schönfeld nur „die Grazien“ genannt. Das erzählten sie sich bei ihrem Klassentreffen jetzt nach 50 Jahren in der „Pension Rabe“ in Hamberge. Etwa 20 Schüler kamen, die 1963 an der EOS Grevesmühlen ihr Abitur gemacht hatten. Zuvor waren sie vier Jahre zusammen zur Schule gegangen, aufgeteilt auf zwei Klassen. Die A-Klasse war naturwissenschaftlich ausgerichtet, die B-Klasse widmete sich vielmehr den Sprachen.

Walter Treutler besuchte damals die B-Klasse. Er war Internatsschüler, wie etwa die Hälfte der Klassenstufe. Auch Fahrschüler gab es — wie zum Beispiel Holger Johannsen (69). Er saß beim Klassentreffen neben Walter Treutler. Auch zu Schulzeiten seien sie viel zusammen gewesen, erinnerten sich die beiden — im Unterricht, den Pausen, bei Exkursionen und weiteren schulischen Aktivitäten. „Ich kann mich noch gut an die Streiche erinnern, die wir damals zusammen angestellt haben“, sagt Holger Johannsen. 50 lange Jahre hatten die beiden sich nicht gesehen, das von Marlies Richter und einigen Helfern organisierte Klassentreffen brachte sie wieder zusammen.

„Die Internatsschüler hatten einen sehr starken Zusammenhalt damals“, erzählte Marlies Richter. „Die Freunde von damals verstehen sich in den allermeisten Fällen noch heute“, schätzte sie ein — und auch, dass es eine ganz bestimmte Atmosphäre gäbe auf den Wiedersehen eben dieser Klassenstufe.

„Es sind nicht die Autos, Häuser oder Boote, die wichtig sind bei diesen Zusammenkünften“, weiß Marlies Richter, sondern vielmehr der immer noch spürbare Zusammenhalt. Etliche der ehemaligen Schüler sähen sich nicht nur auf den Klassentreffen, die etwa alle zwei Jahre stattfinden. „Viele sind darüber hinaus noch heute in regem Kontakt“, erzählte Marlies Richter.

Als sie die Runde in der „Pension Rabe“ begrüßte, richtet sie eine Menge Grüße aus von denen, die es nicht geschafft hatten.

Die Lebensläufe der Schüler von damals könnten vielfältiger nicht sein. Ein Arzt saß am Tisch der „Pension Rabe“ und auch ein Professor war dabei. Zudem war Wilfried von Leupoldt, ehemaliger Schulleiter des Gymnasiums am Tannenberg, mit Ehefrau Gisela mit von der Partie. Die heutige Gattin lernte damals eine Jahrgangsstufe über ihrem Mann.

Aus Hildesheim (Niedersachsen) war Holger Johannsen angereist. „Er hatte die weiteste Fahrt“, verdeutlichte Marlies Richter. Nach dem Abi hatte Johannsen erst einmal eine Lehre zum Gärtner gemacht.

„Das hatte mich damals interessiert und interessiert mich noch heute“, machte er klar. Ein Jahr dauerte diese Ausbildung, auf die drei Jahre an einer Fachhochschule in Quedlinburg folgten. Mit Saat- und Pflanzgutproduktion beschäftigte sich Johannsen damals. Er blieb in der Fachrichtung bis 1991. „Dann war es an der Zeit, sich mit einem anderen Feld auseinanderzusetzen“, sagt er. Viele Bewerbungen habe er geschrieben und auch viele Absagen kassiert. „Aber dann kam dieser eine Brief“, erinnert sich Holger Johannsen. Er wurde Abteilungsleiter einer Baumschule. Noch heute arbeitet er dort ab und zu und geht ganz auf in seinem Metier.

„Die Wege, die die Schüler eingeschlagen haben, sind ganz unterschiedlich“, verdeutlicht Marlies Richter. Von diesen erzählte man sich beim Klassentreffen natürlich auch. „Es ist so toll, dass man sich auch nach so langer Zeit nicht aus den Augen verlieren muss“, fand Ulrich Block (68) aus Wismar. „Grazie“ Brigitte Thurau-Rohde (68) war gerührt: „So ein Treffen nach 50 Jahren ist schon etwas sehr Emotionales“, versicherte sie.

Dana Dolata

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