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5000 Euro für Schönbergs Kinderheim

Schönberg 5000 Euro für Schönbergs Kinderheim

Firma Palmberg spendet Erlös des Familientages für Renovierungen in Wohngruppen und Reise nach Dresden.

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Julianne Utz (l.), Geschäftsführerin der Firma Palmberg, überreichte Dietlinde Gohr (Mitte) von der Sozialpädagogischen Kinder- und Jugendgemeinschaft Schönberg, Träger des Kinderheims, und den Kindern der Wohngruppe in Schönberg eine Spende über 5001,50 Euro.

Quelle: Foto: Malte Behnk

Schönberg. Es gibt viele Gründe, warum Eltern die Erziehung ihres Kindes nicht leisten können. Der Tod des Partners, eigene Probleme mit Alkohol oder Drogen oder einfach eine Überforderung, weil das Kind besondere Förderung benötigt, sind Ursachen, warum ein Kind im Heim aufwächst.

Seit 23 Jahren betreibt der Verein Sozialpädagogische Kinder- und Jugendgemeinschaft Schönberg ein Kinderheim mit drei Wohngruppen in Schönberg, Börzow und Rupensdorf. Jeweils neun Mädchen und Jungen leben dort in einzelnen Häusern und werden von Erziehern betreut, die die Funktion von Eltern übernehmen. „Im Schnitt leben die Kinder ein bis vier Jahre bei uns, manche bleiben aber auch bis zu ihrem 18. Lebensjahr“, sagt Dietlinde Gohr, Geschäftsführerin des Trägervereins, der neben den drei Wohngruppen auch Betreutes Wohnen für junge Menschen und eine Tagesgruppe anbietet.

In den Einrichtungen des Kinderheims lernen die Mädchen und Jungen einen strukturierten Alltag kennen. „Regeln sind ganz wichtig und Kinder achten selbst stark darauf, dass sie eingehalten werden“, sagt Gohr.

Das sei auch wichtig, um sich schnell in die neue Gemeinschaft mit bis zu acht „Geschwistern“ in der Wohngruppe einzugliedern. Dort hat jedes Kind feste Aufgaben wie Putzen, Kochen oder Einkaufen.

„Ab 14 waschen sie selbst, um langsam Selbstständigkeit zu lernen“, sagt Dietlinde Gohr.

Während die Mädchen und Jungen im Kinderheim mit Struktur aufwachsen, sollten in der Regel auch die Eltern an sich arbeiten, so Gohr. „Manche gehen zur Erziehungsberatung oder machen eine Mutter-Kind-Therapie. Es gibt auch Beratungen vom Jugendamt“, schildert sie. „In vielen Fällen ändert sich aber leider nichts.“

Das stellten auch die Kinder selbst zum Teil fest, wenn sie alle 14 Tage bei den Eltern zu Besuch sind oder eigentlich wieder bei der Familie wohnen sollen, sich aber doch für eine Rückkehr ins Heim entscheiden. „Kinder sind immer loyal ihren Eltern gegenüber, aber sie stellen manchmal fest, dass ihnen zu Hause Grenzen fehlen, die sie für ihre Entwicklung brauchen“, so Gohr.

Vor ganz neue Herausforderungen wurde das Team des Kinderheims gestellt, als in den vergangenen Jahren unbegleitete jugendliche Flüchtlinge auch nach Nordwestmecklenburg kamen. Derzeit leben vier dieser Jugendlichen in den Wohngruppen und drei im Betreuten Wohnen. „Sie haben sich schnell integriert und das, obwohl die Jüngsten weder Deutsch noch Englisch sprachen. Einer der Älteren macht jetzt ein Praktikum bei Mebak“, berichtet Dietlinde Gohr.

Sie berichtet, dass das Kinderheim viel Unterstützung von Firmen aus Schönberg und der Umgebung bekommt. Eines der Unternehmen ist der Büromöbelhersteller Palmberg. Die Geschäftsführerinnen Julianne Utz und Nicole Eggert haben in dieser Woche aus dem Erlös des Familientages eine Spende von 5001,50 Euro überreicht. „So können wir Dinge machen, die man sich sonst nicht leisten kann.

Wir möchten gerne das Klimahaus in Bremen besuchen und dort auch übernachten“, so Gohr. Außerdem muss die Küche in einer Wohngruppe erneuert werden und alle zusammen wollen eine Reise nach Dresden unternehmen.

Familienersatz seit 1994

1994 bekam der Verein „Sozialpädagogische Kinder- und Jugendgemeinschaft“ die Trägerschaft über das ehemalige Kinderheim „Juri Gagarin“.

Bald darauf war die Zeit des

zentralen Heims vorbei. Um eine

Außenwohngruppe auszugliedern, baute der Verein ein Haus in Rupensdorf. Für weitere Wohngruppen

mietete er in den folgenden Jahren Häuser in Börzow und Schönberg

an. Eine Tagesgruppe in Schönberg wurde 1994 eröffnet.

Derzeit leben in den drei Wohngruppen 27 Kinder im Alter von

sieben bis 17 Jahren.

Malte Behnk

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